„Der Mann, der Cary Grant wurde“: „dokFilm“-Premiere am 13. Jänner zum 115. Geburtstag der Filmikone

Danach Komödienklassiker „Hausboot“ mit Grant und Sophia Loren

Wien (OTS) - „Jeder will Cary Grant sein. Auch ich will Cary Grant sein“, sagte der Filmstar, dessen Geburtstag sich am 18. Jänner zum 115. Mal jährt, einst. Der als Archibald Alec Leach in Südengland geborene Hollywoodbeau zählte zu den herausragendsten Schauspielgrößen des 20. Jahrhunderts und war der Inbegriff des Gentleman, ein Mann von Welt, intelligent, humorvoll und: „Der Mann, der Cary Grant wurde“. Unter diesem Titel gestaltete Filmemacher Mark Kidel eine neue Dokumentation als Blick hinter die Maske des gefeierten Mimen, der mit Anfang 50 in eine existenzielle Identitätskrise schlitterte und sich zu einer höchst unkonventionellen Therapie entschloss. Der Film ist gleichsam eine Reise in den Kopf von Cary Grant, optisch beeindruckend und höchst authentisch – zu sehen als „dokFilm“-Premiere am Sonntag, dem 13. Jänner 2019, um 23.05 Uhr in ORF 2. Anschließend steht um 23.55 Uhr der romantische Komödienklassiker „Hausboot“ mit Cary Grant und Sophia Loren aus dem Jahr 1958 auf dem Programm.

„Der Mann, der Cary Grant wurde“ (23.05 Uhr)

Unter Verwendung einer unpublizierten Autobiografie, unzähliger privater Filmaufnahmen und legendärer Filmausschnitte erzählt Filmemacher Mark Kidel die beeindruckende Endwicklung des britischen Buben aus bescheidenen Verhältnissen zur Leinwandikone. Die Doku porträtiert eine grüblerische und unsichere Persönlichkeit hinter der makellosen Erscheinung, die ihr Wirken selbstkritisch beurteilt: „You spend your time to become a big Hollywood Actor – and then what?“ Sich selbst ganz neu zu erfinden, war eine Meisterleistung des Archibald Leach. Er war der Sohn eines alkoholkranken Schneiders aus Bristol und einer Mutter, die ihn mit ihrer Fürsorge zu erdrücken drohte: „Viel zu lange musste ich Babykleidung und Locken tragen. Für eine Weile wusste ich nicht mehr, ob ich ein Bub war oder ein Mädchen.“ Als Archie elf Jahre alt war, ging die Mutter auf eine Reise und kehrte nicht wieder. Das Kind fühlte sich verlassen, die Kränkung saß tief. Nur wenige Jahre später schloss sich Archie einer Truppe von Artisten an und ging nach New York. Am Broadway ergatterte er erste kleine Rollen in Musicals. Der Beginn einer Weltkarriere, die unter dem Namen Cary Grant Fahrt aufnahm.
Anfang der 1950er Jahre hatte er bereits Kassenerfolge wie „Leoparden küsst man nicht“, „Vater der Braut“ oder „Die Nacht vor der Hochzeit“ hingelegt. Er arbeitete mit dem Master of Suspense, Alfred Hitchcock, zusammen und etabliert sich in schwarzen Komödien wie „Arsen und Spitzenhäubchen“ als Hollywoods führender Komödiant. Doch die Identitätskrise verschärfte sich, immer weniger schien Cary Grant zu wissen, wer er eigentlich war. Verschüttete Traumata brachen auf. Er begab sich in Therapie. Doch Hypnose und Mystik zeigten keine Erfolge, mehrere Ärzte empfahlen eine Kur, die damals en vogue war:
die Einnahme von LSD.
Eindringlich gelingt es Regisseur Kidel, die Trips zu veranschaulichen, die Grant unter Drogeneinfluss unternommen hat. In dieser Zeit erfuhr er, dass seine vermeintlich verstorbene Mutter noch lebte – in einer Nervenklinik, in die sie ihr Mann Jahrzehnte zuvor untergebracht hatte. Grant holt die Mutter aus der Anstalt und lud sie immer wieder zu sich in die USA ein.
Alles andere als einfach war seine Beziehung zu Frauen. Fünfmal war Cary Grant verheiratet, mit der Schauspielerin Dyan Cannon hatte er eine Tochter, Jennifer. Seine späten Lebensjahre an der Seite von Barbara Harris galten als seine privat glücklichsten.

„Hausboot“ (23.55 Uhr)

Nach dem Tod seiner Frau nimmt sich Tom Winston (Cary Grant) seiner drei Sprösslinge an. Leider kommt das geplante Notquartier, das transportable Gästehaus von Schwägerin Carolyn (Martha Hyer), bei einem Zugunglück unter die Räder. So muss Tom mit einem ramponierten Hausboot auf dem Potomac vorliebnehmen. Mit an Bord geht die temperamentvolle Italienerin Cinzia (Sophia Loren). Der vermeintlichen Haushälterin fehlt zwar jeglicher Sinn für Herd und Küche, dennoch hat Tom mit ihr ahnungslos das große Los gezogen. Regie führte Melville Shavelson.

Rückfragen & Kontakt:

http://presse.ORF.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NRF0010