• 10.01.2019, 12:36:40
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  • OTS0119

„Der Mann, der Cary Grant wurde“: „dokFilm“-Premiere am 13. Jänner zum 115. Geburtstag der Filmikone

Danach Komödienklassiker „Hausboot“ mit Grant und Sophia Loren

Utl.: Danach Komödienklassiker „Hausboot“ mit Grant und Sophia Loren =

Wien (OTS) - „Jeder will Cary Grant sein. Auch ich will Cary Grant
sein“, sagte der Filmstar, dessen Geburtstag sich am 18. Jänner zum
115. Mal jährt, einst. Der als Archibald Alec Leach in Südengland
geborene Hollywoodbeau zählte zu den herausragendsten
Schauspielgrößen des 20. Jahrhunderts und war der Inbegriff des
Gentleman, ein Mann von Welt, intelligent, humorvoll und: „Der Mann,
der Cary Grant wurde“. Unter diesem Titel gestaltete Filmemacher Mark
Kidel eine neue Dokumentation als Blick hinter die Maske des
gefeierten Mimen, der mit Anfang 50 in eine existenzielle
Identitätskrise schlitterte und sich zu einer höchst
unkonventionellen Therapie entschloss. Der Film ist gleichsam eine
Reise in den Kopf von Cary Grant, optisch beeindruckend und höchst
authentisch – zu sehen als „dokFilm“-Premiere am Sonntag, dem 13.
Jänner 2019, um 23.05 Uhr in ORF 2. Anschließend steht um 23.55 Uhr
der romantische Komödienklassiker „Hausboot“ mit Cary Grant und
Sophia Loren aus dem Jahr 1958 auf dem Programm.

„Der Mann, der Cary Grant wurde“ (23.05 Uhr)

Unter Verwendung einer unpublizierten Autobiografie, unzähliger
privater Filmaufnahmen und legendärer Filmausschnitte erzählt
Filmemacher Mark Kidel die beeindruckende Endwicklung des britischen
Buben aus bescheidenen Verhältnissen zur Leinwandikone. Die Doku
porträtiert eine grüblerische und unsichere Persönlichkeit hinter der
makellosen Erscheinung, die ihr Wirken selbstkritisch beurteilt: „You
spend your time to become a big Hollywood Actor – and then what?“
Sich selbst ganz neu zu erfinden, war eine Meisterleistung des
Archibald Leach. Er war der Sohn eines alkoholkranken Schneiders aus
Bristol und einer Mutter, die ihn mit ihrer Fürsorge zu erdrücken
drohte: „Viel zu lange musste ich Babykleidung und Locken tragen. Für
eine Weile wusste ich nicht mehr, ob ich ein Bub war oder ein
Mädchen.“ Als Archie elf Jahre alt war, ging die Mutter auf eine
Reise und kehrte nicht wieder. Das Kind fühlte sich verlassen, die
Kränkung saß tief. Nur wenige Jahre später schloss sich Archie einer
Truppe von Artisten an und ging nach New York. Am Broadway ergatterte
er erste kleine Rollen in Musicals. Der Beginn einer Weltkarriere,
die unter dem Namen Cary Grant Fahrt aufnahm.
Anfang der 1950er Jahre hatte er bereits Kassenerfolge wie „Leoparden
küsst man nicht“, „Vater der Braut“ oder „Die Nacht vor der Hochzeit“
hingelegt. Er arbeitete mit dem Master of Suspense, Alfred Hitchcock,
zusammen und etabliert sich in schwarzen Komödien wie „Arsen und
Spitzenhäubchen“ als Hollywoods führender Komödiant. Doch die
Identitätskrise verschärfte sich, immer weniger schien Cary Grant zu
wissen, wer er eigentlich war. Verschüttete Traumata brachen auf. Er
begab sich in Therapie. Doch Hypnose und Mystik zeigten keine
Erfolge, mehrere Ärzte empfahlen eine Kur, die damals en vogue war:
die Einnahme von LSD.
Eindringlich gelingt es Regisseur Kidel, die Trips zu
veranschaulichen, die Grant unter Drogeneinfluss unternommen hat. In
dieser Zeit erfuhr er, dass seine vermeintlich verstorbene Mutter
noch lebte – in einer Nervenklinik, in die sie ihr Mann Jahrzehnte
zuvor untergebracht hatte. Grant holt die Mutter aus der Anstalt und
lud sie immer wieder zu sich in die USA ein.
Alles andere als einfach war seine Beziehung zu Frauen. Fünfmal war
Cary Grant verheiratet, mit der Schauspielerin Dyan Cannon hatte er
eine Tochter, Jennifer. Seine späten Lebensjahre an der Seite von
Barbara Harris galten als seine privat glücklichsten.

„Hausboot“ (23.55 Uhr)

Nach dem Tod seiner Frau nimmt sich Tom Winston (Cary Grant) seiner
drei Sprösslinge an. Leider kommt das geplante Notquartier, das
transportable Gästehaus von Schwägerin Carolyn (Martha Hyer), bei
einem Zugunglück unter die Räder. So muss Tom mit einem ramponierten
Hausboot auf dem Potomac vorliebnehmen. Mit an Bord geht die
temperamentvolle Italienerin Cinzia (Sophia Loren). Der
vermeintlichen Haushälterin fehlt zwar jeglicher Sinn für Herd und
Küche, dennoch hat Tom mit ihr ahnungslos das große Los gezogen.
Regie führte Melville Shavelson.

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