ORF III am Donnerstag: Viermal „zeit.geschichte spezial“ u. a. mit Doku-Premiere „Oskar Schindlers schwieriges Erbe“

Außerdem: Diskussion in „Politik live“ über „Demokratie in der Krise?“

Wien (OTS) - ORF III Kultur und Information präsentiert am Donnerstag, dem 8. November 2018, im Rahmen des umfassenden ORF-Programmschwerpunkts zum Gedenkjahr 1918 (Details unter presse.ORF.at) einen mehrteiligen Themenabend. So behandelt „zeit.geschichte spezial“ den Friedensvertrag von St. Germain und seine Auswirkungen, widmet sich anlässlich 80 Jahre Novemberpogrome dem Thema Arisierung und zeigt u. a. die Dokupremiere „Oskar Schindlers schwieriges Erbe. Die Fabrik in Brünnlitz“. Darüber hinaus beschäftigt sich eine von Ingrid Thurnher geleitete Diskussionsrunde in „Politik live“ zum 100-jährigen Jubiläum der Republik Österreich mit der Entwicklung und Zukunft der Demokratie.

Den Auftakt des Abends macht die Dokumentation „Trauma, Träume & Tragödien – Ein Friedensvertrag und seine Folgen“ (20.15 Uhr) von Andreas Novak über jene schwierige Phase der österreichischen Geschichte, in der der einstige Vielvölkerstaat auf eine kleine Republik zusammengeschrumpft wurde. Im Schloss Saint-Germain-en-Laye bei Paris legten die Siegermächte 1919 die staatspolitische und geografische Neuordnung Österreichs fest, die Identitätsverlust, Traumatisierung, ideologische, aber auch soziale Entwurzelung zur Folge hatte.
„Politik live“ (21.05 Uhr) wendet sich anschließend dem 100-jährigen Bestehen der Republik Österreich zu und stellt die Frage, wie es heute um die Demokratie des Landes bestellt ist. Weltweit stellen Rechtspopulisten die demokratischen Grundwerte in Frage. Und auch der Wunsch nach einem „starken Führer“ scheint nicht überwunden, wie sich in österreichischen Umfragen bei einem Viertel der Bevölkerung ablesen lässt. Ist die Demokratie im Wandel, oder gar in der Krise? Welche Entwicklungen sind zu beobachten? Und wohin steuert das politische System? Darüber diskutieren bei Ingrid Thurnher u. a. der ehemalige Vizekanzler Erhard Busek (ÖVP), der ehemalige Innenminister Karl Blecha (SPÖ) und Autor und Journalist Paul Lendvai.
Danach folgt die von Danielle Spera präsentierte ORF-III-Produktion „Arisierung“, die mit den Dokumentationen „Der große Raubzug“ (21.55 Uhr) von Sabrina Peer und Ernst Pohn sowie „Die verlorenen Jahre“ (22.45 Uhr) von Kurt Mayer eine intensive Aufarbeitung der Geschichte der systematischen Zwangsenteignung von Jüdinnen und Juden während des Nationalsozialismus bietet. Jüdisches Vermögen, darunter Geschäfte, Wohnungen und andere Besitztümer, wurde „arisiert“. Bereits unmittelbar nach dem „Anschluss“ Österreichs im März 1938 fanden regelrechte Plünderungsaktionen durch die Nazis statt. Der Zweiteiler schildert mit umfangreichem Archivmaterial sowie Experten-und Zeitzeugeninterviews das Ausmaß des Massenraubs und seine Folgen.

Abschließend zeigt ORF III die neue Dokumentation „Oskar Schindlers schwieriges Erbe. Die Fabrik in Brünnlitz“ (23.35 Uhr). Die Geschichte des Unternehmers Schindler, der die Rettung von rund 1.200 jüdischen Zwangsarbeiter/innen verantwortete, ist seit Steven Spielbergs Drama „Schindlers Liste“ (zu sehen am Freitag, dem 9. November, um 23.20 Uhr in ORF 2 im Rahmen des Programmschwerpunkts zu den Novemberpogromen – Details unter presse.ORF.at) weltberühmt. Oskar Schindler veranlasste 1944 die Verlegung dieser Menschen aus dem Konzentrationslager Plaszow bei Krakau in seine Fabrik im tschechisch-mährischen Brněnec/Brünnlitz und bewahrte die KZ-Insassen damit vor dem sicheren Tod. Doch was passierte mit der so bekannt gewordenen Fabrik, die nur zwei Stunden nördlich von Wien gelegen ist und demnächst zur Gedenkstätte werden soll? Die Dokumentation von Werner Müller begibt sich auf Spurensuche.

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