- 24.10.2018, 09:54:20
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ORF RSO Wien im November bei Wien Modern: drei Uraufführungen live in Ö1 und Olga Neuwirths „The Outcast“
Wien (OTS) - Im November spielt das ORF Radio-Symphonieorchester Wien
drei Konzerte im Wiener Musikverein im Rahmen des Festivals Wien
Modern: am 2.11. das alljährliche „Claudio Abbado Konzert“ mit drei
Uraufführungen, am 14.11. Olga Neuwirths „The Outcast – Homage to
Herman Melville“ und am 22.11. Gottfried von Einems „Der Prozess“.
Die RSO-Kammermusikreihe „Aus nächster Nähe“ widmet sich am 7.11. der
Bläserkammermusik von Arnold Schönberg. Und am 28.11. tritt das RSO
Wien noch einmal im Wiener Musikverein auf, erstmals unter Dima
Slobodeniouk.
Unter dem Generalthema „Sicherheit“ lädt das Festival Wien Modern
2018 einen Monat dazu ein, Musik zwischen Freiheit und Kontrolle zu
entdecken. Das RSO Wien wirft sich am Freitag, den 2. November (19.30
Uhr) im Rahmen des alljährlichen „Claudio Abbado Konzertes“ im
Musikverein Wien mitten ins Getümmel: „Chaos und Ekstase“ heißt es
beim von Duncan Ward dirigierten Konzert, womit deutlich sein dürfte,
dass in Haydns Einleitung zur „Schöpfung“ (Untertitel: „Die
Vorstellung des Chaos“) und dem „Poème de l’Extase“ des russischen
Avantgardisten Alexander Skrjabin die lieb gewonnenen
Sicherheitsnetze nicht mehr tragen. Drei Uraufführungen spielt das
RSO Wien in diesem Konzert: Friedrich Cerhas neuestes Orchesterwerk
für Streicher „Drei Situationen“, Nicolaus A. Hubers Komposition
stellt die (arabische) Zahl 4 in den Mittelpunkt und Hans-Joachim
Hespos’ Partituren, die in ihrer Offenheit und Poesie für
Irritationen sorgen. Den extrovertierten Solopart übernimmt Agata
Zubel (Sopran). Das Konzert wird live in Ö1 übertragen.
Im Rahmen der Kammermusikreihe „Aus nächster Nähe“ ist am
Mittwoch, den 7. November (19.30 Uhr) im Arnold Schönberg Center
Bläserkammermusik von Arnold Schönberg, seines Lehrers Alexander
Zemlinsky sowie seiner Schüler Hans Erich Apostel und Hanns Eisler zu
hören. Im Mittelpunkt steht Schönbergs Quintett op. 26, aus dem die
ersten beiden Sätze zu hören sind. Komponiert in den Jahren 1923/24,
gilt es als eines der frühesten zwölftönigen Werke Schönbergs. 1923
entstand auch das Divertimento für Bläserquintett op. 4 von Hanns
Eisler, Schüler Schönbergs in den Jahren 1919-23. Von Hans Erich
Apostel, Schüler Schönbergs in den Jahren 1922-1923, steht mit dem
Quartett op. 14 ein sehr selten gespieltes Werk am Programm; so
selten, dass die Einzelstimmen vom Verlag eigens für dieses Konzert
gedruckt wurden. Den Abschluss bildet das Rondo „Humoreske“ von
Alexander Zemlinsky, der für einige Zeit Schönberg
Kompositionsunterricht gab. Die Kammermusikreihe „Aus nächster Nähe“
findet in Kooperation von ORF RSO, dem ORF RadioKulturhaus und dem
Arnold Schönberg Center statt.
Herman Melville stilisiert in „Moby Dick“ die Jagd von Kapitän
Ahab nach dem weißen Wal zu einem der legendären Zweikämpfe in der
Literatur. In „The Outcast – Homage to Herman Melville“ widmet sich
die österreichische Komponistin Olga Neuwirth dem Autor und seinem
Gesamtwerk. Neuwirth gilt als eine der spannendsten Komponistinnen
der Gegenwart, im August feierte sie ihren 50. Geburtstag. Das ORF
Radio-Symphonieorchester Wien – unter Ilan Volkov, mit der Company of
Music und dem Münchner Knabenchor – gratuliert gemeinsam mit Wien
Modern durch die Aufführung ihres Melville-Projektes – erstmals so,
wie die Komponistin es imaginiert hat, am Mittwoch, den 14. November
(19.30 Uhr) im Wiener Konzerthaus. „The Outcast“ resümiert Olga
Neuwirths Auseinandersetzung mit dem Schriftsteller und ist zugleich
ein starker und experimenteller Beitrag zu einem zeitgenössischen
Musiktheater, in dem sich Elemente von Oratorium, Performance, Film
und Installation überlagern. Die szenische Darstellung im Wiener
Konzerthaus liegt in den Händen der Regisseurin Netia Jones. Ihre
Video-Projektionen entstehen in Zusammenarbeit mit Olga Neuwirth,
denn auch das künstlerische Schaffen der Komponistin ist vom Film
geprägt, mitsamt der genretypischen Techniken von Schnitt,
Überblendung und Montage. Es wirken mit: Susanne Elmark
(Ishmaela/Sopran), Otto Katzameier (Ahab, Kapitän der
Pequod/Bariton), Andrew Watts (Queequeg, erster
Harpunier/Countertenor), Georgette Dee (Bartleby, der
Schreiber/Chansonnier), Johan Leysen (Old Melville, der
Schriftsteller/Sprecher), Steve Karier (Father Mapple/Sprecher),
Johannes Bamberger (Starbuck, Erster Maat/Tenor), Matthias Helm
(Stubb, Zweiter Maat/Bariton). Die Produktion von RSO Wien in
Koproduktion mit Wien Modern, Wiener Konzerthaus und Elbphilharmonie
Hamburg gastiert am 4. März 2019 auch in der Elbphilharmonie.
Im Sommer stand die konzertante Aufführung von Gottfried von
Einems „Der Prozess“ auf dem Programm der Salzburger Festspiele, nun
wiederholt sie das RSO Wien unter HK Gruber im Rahmen von Wien Modern
am Donnerstag, den 22. November (19.30 Uhr) im Wiener Konzerthaus. HK
Gruber, als Komponist der bedeutendste Schüler Einems, hat sich immer
wieder für die Musik seines Lehrers ins Zeug gelegt, insbesondere für
Einems Kafka-Oper „Der Prozess“, da gerade dieses Werk nie zuvor mit
jener Schärfe realisiert worden sei, die Einem sich gewünscht habe.
Bei seiner zweiten, 1949 geschriebenen (und bei den Salzburger
Festspielen uraufgeführten) Oper versteckte Einem die Doppelbödigkeit
der Erzählung hinter einer vermeintlich einfachen Tonsprache, die das
Unheimliche der nicht fassbaren Anklage an Josef K. umso greller
beleuchtet. Es wirken mit: Michael Laurenz (Josef K.), Martin Winkler
(Aufseher, Geistlicher, Fabrikant, Passant), Matthäus Schmidlechner
(Student, Direktor-Stellvertreter), Szabolcs Brickner (Titorelli),
Wolfgang Bankl (Untersuchungsrichter, Prügler), Markus Butter
(Willem, Gerichtsdiener, Advokat), Tilmann Rönnebeck (Franz,
Kanzleidirektor, Albert K.) Ilse Eerens (Fräulein Bürstner, Frau des
Gerichtsdieners, Leni, buckliges Mädchen), Anke Vondung (Frau
Grubach).
„Das Unauslöschliche“ nannte der Däne Carl Nielsen seine 4.
Symphonie, eine Darstellung des Lebens mit all seinen Widersprüchen
und Konflikten. Dirigent Dima Slobodeniouk tritt bei seinem RSO-Debüt
am Mittwoch, den 28. November (19.30 Uhr) im Musikverein Wien für
diesen großen Symphoniker ein. Aus seiner zweiten Heimat Finnland
bringt der russische Maestro das Harfenkonzert „Trans“ von Kaija
Saariaho mit. Xavier de Maistre nützt als Solist die Farbenpracht der
Harfe durch alle Register. Komplettiert wird das Konzert durch
Johannes Maria Stauds Orchesterstück „Moment, Leute, Moment!“, ein
dynamisches Werk mit dramatischen Gesten, aber auch
kammermusikalischer Intimität. Ö1 sendet den Mitschnitt am Freitag,
den 30. November um 19.30 Uhr. Details zum Konzertprogramm des ORF
RSO Wien sind abrufbar unter http://rso.orf.at.
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