- 24.10.2018, 09:49:28
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Netzl: FreiheitskämpferInnen trauern um Professor Rudolf Gelbard
Wien (OTS/SK) - Heute Nacht, am 24. Oktober um 2.00 Früh, ist
Professor Rudolf Gelbard, langjähriger Funktionär des Bundes
Sozialdemokratischer FreiheitskämpferInnen, Opfer des Faschismus und
aktiver AntifaschistInnen, verstorben. Die Sozialdemokratischen
FreiheitskämpferInnen sind über den Tod ihres Freundes und
langjährigen Weggefährten tief bestürzt. „Mit Rudi Gelbard verliert
unser Bund nicht nur einen wertvollen Zeitzeugen und Lehrer, wir
verlieren einen guten Menschen und lieben Freund. Er war ein
konsequenter Antifaschist mit lexikalischem Wissen. Wir sind mit
unseren Gedanken bei seinen Angehörigen und wünschen ihnen viel Kraft
für diese schwierige Zeit“, ist Gerald Netzl, geschäftsführender
Bundesvorsitzender der FreiheitskämpferInnen, tief betroffen. ****
Rudolf „Rudi“ Gelbard wurde am 4. Dezember 1930 geboren. Er wuchs in
der Leopoldstadt auf und wurde im Oktober 1942 von den Nazis mit
seinen Eltern in das KZ Theresienstadt verschleppt. Von den 15.000
Kindern, die in diesen Vorhof der Vernichtung gebracht wurden,
überlebten nur etwa 200. Mit Mutter und Vater erlebte Rudi die
Befreiung am 8. Mai 1945. Ende der 1940er Jahre absolvierte er die
Akademie der Sozialistischen Jugend Österreich, in den 1950er Jahren
die Parteischule der SPÖ Wien. Beruflich war Rudi Gelbard beim
„Kurier“ tätig. Am 7. Dezember 1996 wurde er in den Bundesvorstand
der FreiheitskämpferInnen gewählt und gehörte diesem bis zu seinem
Tode an. Für sein Engagement als Volksbildner im wahrsten Sinne des
Wortes erhielt er zahllose Auszeichnungen. 2008 wurden das filmische
Porträt „Der Mann auf dem Balkon“ sowie das Buch „Die dunklen Seiten
des Planeten: Rudi Gelbard, der Kämpfer“ veröffentlicht.
Netzl: „Rudi Gelbard scheute nie die verbale aber auch körperliche
Konfrontation mit Neonazis und Leugnern der Shoa. Und Rudi Gelbard
war auf dem linken Auge nicht blind – er erforschte und verurteilte
die Verbrechen des Stalinismus genauso mit Akribie wie jene der
NS-Barbarei. Wir werden sein Andenken bewahren und in seinem Sinn
weiter agieren.“ (Schluss) up/mp
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