• 22.10.2018, 10:15:01
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  • OTS0045

Schramböck: Umsatz des Life Science-Sektor auf Rekordniveau von über 22 Milliarden Euro gestiegen

Life Science Report Austria 2018 zeigt deutliches Wachstum bei Umsatz und Beschäftigten. Knapp 55.500 Personen erwirtschaften 22,4 Milliarden Euro.

Utl.: Life Science Report Austria 2018 zeigt deutliches Wachstum bei
Umsatz und Beschäftigten. Knapp 55.500 Personen erwirtschaften
22,4 Milliarden Euro. =

Wien (OTS/BMDW) - Der Life Science-Sektor hat sich in Österreich sehr
positiv entwickelt: Die Branchenumsätze haben einen Rekordwert von
über 22 Milliarden Euro erreicht, das entspricht einem Anstieg von 17
Prozent und bereits 6,1 Prozent des heimischen BIP. Mehr als 900
Unternehmen (+ 11 Prozent) mit knapp 55.500 Mitarbeitern sind aktuell
bereits in der Branche tätig. Zu diesem Ergebnis kommt der heute
präsentierte Life Science Report Austria 2018, der von der aws im
Auftrag des Ministeriums für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort
erstellt wurde.

„Der Bericht bestätigt, wir sind mit der unseren Initiativen und
Förderungen im Life Science-Bereich am richtigen Weg. Mit der
konsequenten Unterstützung, wie beispielsweise durch die Förderungen
der aws spielt der Life Science Sektor für den österreichischen
Wirtschaftsstandort heute eine Schlüsselrolle. Dabei ist die Branche
nicht nur aus wirtschaftlicher Sicht enorm bedeutend, sondern der
Biotech, Pharma und Medizintechniksektor ist auch auschlaggebend, um
in der Gesundheitsvorsorge eine der größten gesellschaftlichen
Herausforderungen zu meistern. Der Sektor ist somit von strategischer
Bedeutung, sagt Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck, bei der
Präsentation des Reports. Diese Bedeutung zeigt sich auch in den
wirtschaftspolitischen Strategien der Bundesregierung: So nehmen die
Life Sciences sowohl in der FTI 2020 Strategie eine entscheidende
Rolle ein und sind zudem in der „Zukunftsstrategie Life Sciences und
Pharmastandort Österreich“ ausgearbeitet.

aws LISA schließt Finanzierungslücke in frühen Phasen

Auf die Bedeutung der Life Sciences verweist auch aws Geschäftsführer
Bernhard Sagmeister: „In den vergangenen Jahren hat sich Österreich
als international angesehener Standort für Unternehmen entlang der
gesamten Wertschöpfungskette etabliert. Diese dynamische Entwicklung
zeigt sich beispielsweise am großen Interesse internationaler
Unternehmen, mit heimischen Playern zu kooperieren.“ Gleichzeitig
steht innovativen Unternehmen mit den aws Förderungsprogrammen LISA
Preseed und LISA Seed bereits in sehr frühen Unternehmensphasen
wichtige finanzielle Unterstützung zur Verfügung. Das LISA Programm,
komplettiert durch kompetente und maßgeschneiderte Beratung und
Internationalisierungsmaßnahmen beugt dadurch Marktversagen vor.

Profitiert hat der Standort neben den finanziellen Initiativen aber
auch durch eine enge Verknüpfung von akademischer Forschung, mit
herausragenden medizinischen Praxis, international angesehenen
Experten und einer aktiven Start-up-Landschaft. In Kombination mit
der effektiven öffentlichen Unterstützung wurde für innovative
Unternehmen ein ideales Umfeld für einen effizienten Wissenstransfer
geschaffen.

Gute Starthilfe für junge Unternehmen

Die herausragende Stellung der Life Sciences in Österreich wird nicht
zuletzt auch von den Unternehmen selbst bestätigt. Andreas Grassauer,
CEO der Wiener Marinomed Biotech AG (Marinomed) sagt: „Die heimische
Life-Science-Szene ist sehr lebendig. Österreich hat alle Zutaten zum
Erfolg – hervorragend ausgebildete Fachkräfte, kompetente Institute,
eine zentrale Lage, gute Starthilfe für junge Unternehmen. Davon
haben auch wir profitiert und halten daher bewusst einen Großteil
unserer Wertschöpfungskette in Österreich.“ Das Unternehmen wurde
2006 als Spin-off der Verterinärmedizinischen Universität gegründet,
heute liefert das Unternehmen in mehr als 30 Länder weltweit Nasen-
und Rachensprays sowie Pastillen gegen virale Erkältungskrankheiten.
„Mit unserem schlagkräftigen Experten-Team schaffen wir Innovationen
für den Weltmarkt. Für die starke Entwicklung unseres Unternehmens
haben wir in Österreich optimale Unterstützung bekommen“, sagt
Andreas Grassauer.

Starker Fokus auf Digitalisierung

Auf diesem Fundament soll nun weiter aufgebaut werden. Der Fokus
liegt dabei künftig verstärkt auf dem Bereich der Digitalisierung,
die sich auch in den Life Sciences zu einem wichtigen
Innovationstreiber entwickelt hat. Dies zeigt sich auch deutlich im
Report: So konnte gerade im Medizintechnik-Bereich 2017 bereits ein
regelrechter Boom bei e-Health- und Telemedizin-Anwendungen
festgestellt werden. 36 Prozent der Unternehmen sind bereits in
diesem Feld tätig und die Hälfte aller Neugründungen in den letzten 3
Jahren geht auch auf den Digital Health Sektor zurück. Auf diesen
Entwicklungen soll weiter aufgesetzt werden.

Neue Life Science Projektideen bekommen auf dem Weg in die
Firmengründung das notwendige Rüstzeug zur Umsetzung in kommerziell
skalierbare Geschäftsmodelle. Neben dem LISA Programm geht dafür der
Internationale Businessplan Wettbewerb Best of Biotech 2019 in die 9.
Runde. Dabei wird sowohl monetäre Unterstützung als auch
maßgeschneidertes Mentoring auf dem Weg zur erfolgreichen Life
Science Firmengründung geboten.

Der Life Science-Sektor in Zahlen

Der Life Science-Sektor in Österreich besteht aus den Bereichen
Medizintechnik, Biotechnologie und Pharma. Mit mehr als 550
Unternehmen und 26.630 Mitarbeitern ist die Medizintechnik der größte
Bereich der Life Sciences. Die Anzahl der Unternehmen hat dabei seit
der Erhebung 2014 um rund 14 Prozent zugelegt. Der Umsatz ist um 13
Prozent auf insgesamt 8,44 Milliarden Euro gewachsen.

In der Biotechnologie hat die Zahl an Unternehmen seit 2014 klar
zugenommen, seit 2010 hat sich die Anzahl sogar beinahe verdoppelt:
127 Unternehmen beschäftigen aktuell 1.830 Mitarbeiter, das
entspricht einem Plus von rund 10 Prozent. Die Umsätze der
österreichischen Biotechnologie-Unternehmen haben seit 2014 um 58
Prozent auf rund 313 Millionen Euro zugelegt. Mit 170,8 Millionen
Euro werden mehr als die Hälfte des Umsatzes wieder in Forschung und
Entwicklung investiert.

Im reinen Pharmasektor sind österreichweit 35 Unternehmen aktiv und
beschäftigen insgesamt 3.600 Mitarbeiter, das entspricht einem Plus
von 16 Prozent zum Vergleichszeitraum 2014. Dabei stellen sie einen
bedeutenden Teil zum Wirtschaftsstandort bei: Die Umsätze der Branche
sind seit 2014 um rund 30 Prozent gestiegen und betragen aktuell 1,4
Milliarden Euro.

In Österreich gibt es 55 Forschungsstätten (Universitäten,
Fachhochschulen und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen) im
Bereich der Life Sciences. Mehr als 21.000 Mitarbeiter und
Mitarbeiterinnen waren 2017 in der Forschung und Ausbildung tätig,
die Anzahl der Studierenden ist auf mehr als 67.000 gestiegen. Das
Life Science-Budget der Forschungseinrichtungen betrug zuletzt 1,55
Milliarden Euro. Mit 1,35 Milliarden Euro wird ein Großteil davon vom
Bund zur Verfügung gestellt.

Über den Life Science Report Austria 2018

Der aktuelle Life Science Report Austria 2018 analysiert die
österreichische Szene der Biotechnologie, Pharma und Medizintechnik
bereits zum vierten Mal und zum zweiten Mal umfassend auch die
heimische Forschungslandschaft.

Der Bericht wurde durch das Programm aws Life Science Austria (LISA)
verfasst, in Zusammenarbeit mit den Life Science-Clustern
Human.technology Styria, LISAvienna, Medizintechnik Cluster
Oberösterreich, Standortagentur Tirol/Cluster Life Sciences und dem
Technopol Krems der ecoplus. Die Wirtschaftsagentur des Landes
Niederösterreich sowie den Industrieverbänden Austrian Biotech
Industry - ABI, Austromed und Pharmig. Die Erstellung des Reports
wurde gemeinsam mit der BIOCOM AG durchgeführt.

Der gesamte Bericht steht auf www.aws.at und
www.lifescienceaustria.at zum Download zur Verfügung.

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