• 21.10.2018, 10:00:01
  • /
  • OTS0013

Sima: Intensivste Mähsaison in der Geschichte der Alten Donau – 3.350 Tonnen Wasserpflanzen entfernt

Rekordwachstum der Makrophyten – Erfolgreicher Einsatz neuer Amphibienboote der Stadt Wien – hohe Zufriedenheit der Badegäste

Utl.: Rekordwachstum der Makrophyten – Erfolgreicher Einsatz neuer
Amphibienboote der Stadt Wien – hohe Zufriedenheit der
Badegäste =

Wien (OTS) - Ein Sommer der Rekorde auf allen Ebenen ist endgültig zu
Ende: Und damit auch die Rekord-Saison der Makrophyten-Mahd in der
Alten Donau: Ganze 3.350 Tonnen Mähgut wurden von Anfang April bis
Mitte Oktober aus der Alten Donau geholt. „Ich bedanke mich bei allen
Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihren enormen Einsatz, die
Herausforderung war riesig und zur Freude aller Badegäste und
Bootsfahrer wurde das überproportionale Pflanzenwachstum sehr, sehr
gut bewältigt“, so Umweltstadträtin Ulli Sima. „Es war der
intensivste Einsatz in der Geschichte des Mähens, unsere neuen
Maßnahmen – vom Einsatz der wendigen Amphibienboote bis hin zum
Sondereinsatz im 2-Schicht-Betireb mit bis zu 70 Personen und das an
7 Tagen die Woche – waren erfolgreich und wir werden daher das
Mähmanagement auch nächstes Jahr in dieser Form weiterführen“, so
Sima weiter. Die Unterwasserpflanzen, die sogenannten Makrophyten,
sind Garant für die hohe Wasserqualität im Naturgewässer.

„Das massive Wachstum der Unterwasserpflanzen stellt uns jedes
Jahr vor eine große Herausforderung. Wir müssen die Pflanzen erhalten
und schonen, um die hohe Wasserqualität sicher zu stellen und
gleichzeitig gilt es, die Alte Donau als Naherholungsgebiet zu
sichern. Mit vereinten Kräften und einigen sehr effizienten neuen
Maßnahmen ist es uns gelungen, dieses Gleichgewicht zu bewahren“, so
Gerald Loew, Abteilungsleiter der MA 45 – Wiener Gewässer.

Neues erfolgreiches Mähmanagement der Stadt Wien

Angesichts des massiven und steigenden Wachstums der
Unterwasserpflanzen in den letzten Jahren hat die Stadt Wien 2018 das
Mähmanagement auf völlig neue Beine gestellt. Die
überdurchschnittlich warmen Monate April und Mai ließen die
Unterwasserpflanzen explosionsartig und bis zu 50 cm pro Woche
wachsen. Die Stadt Wien reagierte mit dem größten Mäheinsatz in der
Geschichte der Alten Donau:

Zahlen, Daten, Fakten

- Waren bei Beginn der Mähsaison Anfang April 8 Mäh- und Sammelboote
im Einsatz, wurde die Mähflotte im Juni auf bis zu 18 Boote mehr als
verdoppelt.

- Im Juni waren bei einem Sondereinsatz bis zu 70 Personen 7 Tage die
Woche auf der Alten Donau auf den Booten oder am Ufer im Einsatz.

- In der gesamten Saison wurden 3.350 Tonnen Mähgut aus der Alten
Donau entfernt (zum Vergleich: 2013 waren es 72 Tonnen, 2016 waren es
2.100 Tonnen)

- An manchen Tagen wurden bis zu 100 Tonnen Pflanzenmaterial aus der
Alten Donau geholt. Eine solche Menge wurde in den Vorjahren pro
Woche gemäht.

- Zum Einsatz kamen heuer die neuen Amphibienboote der Stadt Wien.
Diese sind kleiner und wendiger als die früher eingesetzten Mähboote.
Ihr größter Vorteil ist, dass sie in einer Tiefe bis zu 2,5 Meter
mähen können. Unterwasserpflanzen knapp über den Gewässergrund zu
mähen, ist ein wesentlicher Faktor für die Effizienz des heurigen
Mäheinsatzes.

- Gemäht wurde heuer in kurzfristig festgelegten Bereichen, in denen
alle Mäh- und Sammelboote einen Tag lang gleichzeitig im Einsatz
waren. Die Bereiche wurden mit Pflanzensperren versehen, um ein
Wegtreiben des Mähgutes zu verhindern.

- Begleitet wurden die Amphibienboote von Motorbooten, die das
Schnittgut an dafür vorgesehenen Sammelstellen am Ufer abluden.

- Von dort wird das Schnittgut abgeholt und zum Kompostwerk Lobau
gebracht, wo es zu Bio-Kompost verarbeitet wird und als „Guter Grund"
bei den Wiener Mistplätzen erhältlich ist.

- Erstmals in der Geschichte des Mähens wurden Taucherinnen und
Taucher herangezogen. Sie mähten in Uferbereichen, in denen ein
Einsatz der Boote nicht möglich war, und unter den Boots- und
Badestegen.

- Erstmal bot die Stadt Wien einen kostenlosen Verleih von Mähbalken
- sogenannten Gehrbalken - für ansässige Betriebe und Vereine an.
Diese konnten damit „Feinarbeiten“ bei ihren Anlegestellen selbst
durchführen.

Massives Wachstum der Unterwasserpflanzen seit 2014

Die Unterwasserpflanzen, die aquatischen Makrophyten, sind für die
ausgezeichnete Wasserqualität in der Alten Donau unbedingt notwendig.
Sie wirken als biologischer Filter, der Nährstoffe bindet, und beugen
somit einer Trübung vor. Damit sorgen sie für die klare Sicht in der
Alten Donau.

In den vergangenen vier Jahren haben sich die Unterwasserpflanzen
in der Alten Donau stark ausgebreitet. Im Jahr 2013 betrug die
Entnahmemenge rund 72 Tonnen, im Jahr 2016 war sie bereits auf das
30-fache (2.100 Tonnen) angestiegen

Das Phänomen ist nicht nur auf die Alte Donau beschränkt, sondern
tritt auch in vielen anderen Gewässern Europas auf. Als
wahrscheinliche Ursache gilt die Klimaerwärmung.

Versuchspflanzungen von niederwüchsigen Arten

Das hochwüchsige Ährige Tausendblatt (Myriophyllum spicatum) ist
die dominierende Unterwassenpflanzenart in der Alten Donau. Diese Art
war, neben anderen Unterwasserpflanzenarten, immer schon in der Alten
Donau vorhanden und hat sich als dominierende Pflanzenart auf
natürlichem Weg, ohne Einfluss des Menschen, in der Alten Donau
großflächig ausgebreitet. ExpertInnen der MA 45 – Wiener Gewässer
arbeiten kontinuierlich daran, die Artenvielfalt in der Alten Donau
zu erhöhen. Dabei sollen vor allem die niederwüchsigen Characeen
gefördert werden. Sie erzielen die gleiche positive ökologische
Wirkung auf die Wasserqualität, der Aufwand für die Mäharbeiten
könnte aber deutlich reduziert werden.

Im Rahmen des LIFE-Projektes LIFE+ Alte Donau ist es erstmals
gelungen, eine größere Fläche an der Unteren Alten Donau bei der
Strombucht erfolgreich zu bepflanzen. Die Characeen entwickeln sich
dort seitdem ausgezeichnet. Weitere Bepflanzungen in der Alten Donau
sind geplant.

Informationen: www.gewaesser.wien.at

rk-Fotoservice: www.wien.gv.at/presse/bilder

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | NRK

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel