AK Stichproben-Test: Obst und Gemüse oft gespritzt!

Schädlingsbekämpfungsmittel nachgewiesen, aber alle untersuchten Proben la-gen unter den Grenzwerten – AK verlangt: Bestehende Grenzwerte überprüfen

Wien (OTS) - Schadstoffe im Essen: Zwei von drei geprüften Obst- und Gemüseproben sind gespritzt. Allerdings lagen die Rückstände der Schädlingsbekämpfungsmittel immer unter dem zulässigen Grenzwert. Das zeigt ein AK Stichproben-Test von 50 Obst- und Gemüseproben aus Wiener Supermärkten und von Wiener Märkten.

Die AK hat 50 in- und ausländische Obst- und Gemüseproben auf Schädlingsbekämpfungsmittel untersuchen lassen. Bei 18 von 50 Produkten konnten keine Pestizide fest-gestellt werden. Darunter waren 15 inländische und drei ausländische Produkte.

Bei 32 von 50 Proben (64 Prozent) wurden Schädlingsbekämpfungsmittel nachgewiesen, insgesamt 53 verschiedene Pestizide. In- und ausländische Obstproben waren über-wiegend belastet, bei Gemüse waren Rückstände deutlich seltener zu finden. Bei keinem Produkt lagen die Rückstände über dem gesetzlichen Grenzwert. Somit wurde keine Pro-be lebensmittelrechtlich beanstandet.

"Konsumenten müssen vertrauen können, dass die Schadstoffbelastung bei herkömmlichen Obst und Gemüse so gering wie möglich ist", sagt AK Konsumentenschützer Heinz Schöffl. „Die Pestizide lagen zwar nicht über den zulässigen Grenzwerten, trotzdem ist Vorsorge besser als Nachsorge“, so Schöffl.

Die AK verlangt: Die bestehenden Grenzwerte sollen überprüft und allenfalls gesenkt werden, da viele Schädlingsbekämpfungsmittel hormonelle Wirkungen haben. Amtliche Untersuchungsergebnisse sollen veröffentlicht werden, etwa im Internet, damit sich KonsumentInnen informieren können. Sind bei Nachkontrollen Missstände noch immer nicht abgestellt, sollen Produkt, Erzeuger und Verkäuferbetrieb veröffentlicht werden.

"Wer Pestizide vermeiden will, sollte eher zu Bioprodukten greifen. Obst und Gemüse vor dem Essen jedenfalls gut abwaschen, das kann Pestizide zumindest reduzieren helfen“, rät Schöffl.

Zum Test: Die AK hat stichprobenartig 50 Produkte bei Billa, Merkur, Interspar, Hofer, Lidl sowie am Naschmarkt, Viktor Adler Markt, Brunnenmarkt und Floridsdorfer Markt in Wien eingekauft. Die Lebensmitteluntersuchungsanstalt Klosterneuburg hat die Obst- und Gemüseproben auf mehr als 700 Einzelstoffe an Pestiziden untersucht, vor allem auf Stoffgruppen wie Organochlor-, Organophosphorpestizide und Carbamate. Es wurde in- und ausländisches Obst und Gemüse gekauft (Marillen, Kirschen, Erdbeeren, Trauben, Äpfel, Salat, Paprika, Gurken, Chinakohl und Paradeiser).

SERVICE: Den AK Test „Rückstände von Schädlingsbekämpfungsmitteln bei Obst und Gemüse aus Wiener Supermärkten und Märkten“ finden Sie unter wien.arbeiterkammer.at

Rückfragen & Kontakt:

Arbeiterkammer Wien
Doris Strecker
(+43-1) 501 65-12677, mobil: (+43) 664 845 41 52
doris.strecker@akwien.at
http://wien.arbeiterkammer.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | AKW0001