Ein WIR ist größer als ein ICH

Stiftung der FCG/GPA-djp feiert 25 Jahre internationale Solidarität

Wien (OTS/FCG) - Im Zuge des 25. Geburtstags der Hans Klingler-Stiftung gaben sich DDr. Michael Landau, Präsident der Caritas, Dr. Othmar Karas, Mitglied des Europäischen Parlaments, Wolfgang Pischinger, Vorsitzender der Fraktion Christlicher GewerkschafterInnen in der GPA-djp, der Vorstand der Stiftung sowie Gäste aus Asien, Afrika und Südamerika gemeinsam mit GewerkschafterInnen aus ganz Österreich ein Stelldichein in den Räumen des Österreichischen Gewerkschaftsbundes. Die Veranstaltung stand unter dem Titel „Grenzen der Hilfe – Subsidiarität, Solidarität, Nachhaltigkeit“.

Reinhard Bödenauer, Vorsitzender der Stiftung, betonte gleich zu Beginn, dass die Themen, die zum Zeitpunkt der Stiftungsgründung relevant waren, auch heute nach wie vor Bedeutung hätten. KollegInnen von anderen Kontinenten benötigen ebenso Unterstützung, wie Menschen in unserem Land. Es gehe darum, Grenzen zu überschreiten und Menschenrechte zu leben. Reinhard Bödenauer hat im März dieses Jahres den Vorsitz der Stiftung übernommen. Er sei sich dieser großen Verantwortung bewusst, freue sich aber sehr, die Arbeit der Stiftung fortzuführen und weiterzuentwickeln.
Wolfgang Pischinger betonte, der Name Hans Klingler habe weltweit bei unseren GewerkschaftsfreundInnen Bedeutung. Er sei ein großes Vorbild, wenn es darum gehe, die Welt im Sinne der Christlichen-Soziallehre zu gestalten.

Monika Gabriel, Frauenvorsitzende der FCG im ÖGB, strich in ihren Eröffnungsworten die Werte Solidarität, Wertschätzung, Achtung und Beachtung im Tun hervor. Sie sehe die Verantwortung der Hans Klingler-Stiftung darin, Menschlichkeit ohne Grenzen leben und die Welt ein Stück besser zu machen.

Im Zuge der Jubiläumsveranstaltung wurde auch der langjährige Vorsitzende der Hans Klingler-Stiftung, Günther Trausznitz, verabschiedet. Für ihn sei die Stiftung eine unvergleichliche Erfolgsstory. Der Erfolg zeichne sich einerseits durch die christliche Soziallehre aus, die Menschen Hoffnung gebe sowie dadurch, Menschen zu helfen durch Hilfe zur Selbsthilfe. Er unterstrich das Wirken, die Zusammenarbeit und Kreativität vieler Menschen, die den Erfolg der Stiftung ausmachen.

Dr. Othmar Karas: Dass Menschen zu uns nach Europa kommen, ist nicht die Ursache für die Probleme in unserer Gesellschaft

Dr. Othmar Karas, Mitglied des europäischen Parlaments und glühender Europäer, nahm Bezug auf die „Grenzen der Hilfe“ und konstatierte, dass wir heute wieder öfter über Grenzen debattieren. In der Vergangenheit war das politische Ziel, Grenzen und Vorurteile der Vergangenheit zu überwinden und gemeinsame Antworten zu finden. Etwa mit der Gründung der Europäischen Union. Er betonte, das 21. Jahrhundert sei gekennzeichnet durch die Neubestimmung der sozialen Frage. Gemeinsame Sozialstandards seien auf dem europäischen Kontinent notwendig. Wir stehen vor Herausforderungen, die wir nur solidarisch lösen können und Karas warnte sehr eindringlich vor Nationalismus und Populismus, die die Gesellschaft eher auseinanderdriften ließen denn Probleme zu lösen. Das Miteinander könne Berge versetzen, ist Karas überzeugt.

Direkt sprach er die vielen flüchtenden Menschen aus Afrika an und war überzeugt, dass die Probleme Afrikas nicht alleine durch Geld und Entwicklungshilfe zu lösen seien. Man müsse stärker auf Bildung und nachhaltige Sozialinfrastruktur setzen. Wichtig sei ihm, auch mit einem kritischen Blick auf seine eigene Partei, zum Partner für Afrika zu werden und nicht zum Almosengeber. Wir müssen uns davor hüten, in den Kolonialismus zurückzufallen.

Einen wesentlichen Aspekt stellte er in seiner Funktion als Präsident des österreichischen Hilfswerks, im zweiten Teil seines Vortrags, in den Mittelpunkt. Er sei äußerst besorgt, dass wir Grenzen in der Hilfe vor allem bei der Pflege von alten und kranken Menschen erfahren. Hinsichtlich der demografischen Entwicklungen fehlen über 100.000 Pflegeplätze. Sowohl die Caritas als auch das Österreichische Hilfswerk könnten sofort zig Pflegekräfte aufnehmen. Der Bedarf wäre da, der Wille ebenso, alleine das Geld würde dafür nicht zur Verfügung gestellt. Wer einen Kollaps verhindern wolle, müsse Vertreter aus dem Sozialbereich an einen Tisch bringen und er bekräftigte die Zusagen von Bundeskanzler und Bundespräsident, dies noch dieses Jahr anzugehen.

DDr. Michael Landau: Wir haben Mut, Fähigkeiten und die Möglichkeit, die Vergangenheit zu bewältigen und die Zukunft zu gestalten

Der Präsident der Caritas stellte den Begriff der Solidarität in den Mittelpunkt seiner Ausführungen und ging auf die Flüchtlingsfrage ein. Solidarität verstehe er als Anstiftung zur Menschlichkeit. Solidarität sei der Mut jedes Einzelnen, sich einzusetzen. Nicht nur für das eigene, sondern vor allem auch für das Glück der anderen einzutreten. Er thematisierte seine Sorge, dass er immer stärker beobachte, dass sich Menschen in ein neues Biedermeier flüchten, wenn sie nichts mehr vom Elend der Welt hören wollen. Er sehe sich konfrontiert mit einem Hochziehen von Grenzen und appellierte gleichzeitig an die Anwesenden, dass es nur gemeinsame Lösungen bei den Problemen und Nöten der Welt geben könne. Landau sei überzeugt davon, dass es eine neue Solidarität brauche. Denn es gäbe keine Not, die uns gar nichts angehe und unterstrich den Zweck der Hans Klingler-Stiftung, sich für Menschen, denen es nicht so gut gehe, einzusetzen und stark zu machen. „Die Zukunft die wir wollen, muss erfunden werden, sonst bekommen wir eine, die wir nicht wollen“, so Landau am Ende seiner Ausführungen.

Über die Stiftung:
Vor 25 Jahren wurde die Stiftung von Hans Klingler, damaliger Zentralsekretär der GPA und Namensgeber der Stiftung, ins Leben gerufen. Am 6. Oktober feierte der Stiftungsvorstand gemeinsam mit zahlreichen Betriebsrätinnen und Betriebsräten, UnterstützerInnen und internationalen Gästen die stolze Bilanz der Stiftung. Seit der Gründung der Stiftung konnten mit 350.000,00 Euro nachhaltige Projekte in Afrika, Lateinamerika, Asien und Europa unterstützt werden.
Nähere Infos unter: http://www.fcg-gpa.at/stiftung/

Rückfragen & Kontakt:

Gertraud Wiesinger
gertraud.wiesinger@gpa-djp.at
050301-21 395
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