AK zu Gebietskrankenkassen: Sozialversicherungsreform droht zum Milliardendesaster zu werden

Wien (OTS) - Fusionen gehen meistens nicht gut. Laut Havard Business School scheitern 70 bis 90 Prozent aller Fusionen. „Noch gefährdeter sind Fusionen, die übers Knie gebrochen werden. Jedenfalls entstehen durch eine Fusion enorme Kosten“, betont AK Experte Wolfgang Panhölzl. Für die geplante Reform der Gebietskrankenkassen ergibt eine Ersteinschätzung der AK Kosten von rund 2,1 Milliarden Euro.

+ 500 Mio Fusionskosten: Vorsichtig geschätzt rechnen die AK-Experten mit € 500 Mio an Fusionskosten. Schlecht geplante Fusionen verursachen hohe und vermeidbare Kosten, wie die Fusionen der deutschen Krankenkassen zeigen. „In der Praxis bindet die Vorbereitung von Fusionen bei den beteiligten Krankenkassen erhebliche zeitliche und personelle Ressourcen.“ (Deutscher Rechnungshof). Auch die Zusammenlegung der Pensionsversicherungsanstalten in Österreich ist ein Negativbeispiel für überhastete Fusionen. „Der vorgegebene Zeitdruck führte zu einer Reihe von Planungs- und Durchführungsmängeln und vermeidbaren Mehraufwendungen“ (Österreichischer Rechnungshof). Die Arbeiterkammer fürchtet nicht nur enorme Fusionskosten, sondern auch auf Jahre hinaus eine deutliche Verschlechterung der Serviceleistungen.

+ Die Zusammenlegung der neun Gesamtverträge mit den Ärztekammern zu einem österreichweiten Gesamtvertrag droht höchst kostspielig zu werden. Die Ärztekammer hat bereits angekündigt, mehr Geld haben zu wollen. Für den bundesweiten Gesamtvertrag ist mit Mehrkosten von € 500 Mio zu rechnen.

+ Die Sozialversicherung der ArbeitnehmerInnen wird aber im Zuge der geplanten Reform nicht nur durch diese Fusionskosten belastet. 1,1 Milliarden Zusatzbelastungen drohen: Die Regierung belastet in den nächsten fünf Jahren die Gebietskrankenkassen und die AUVA mit insgesamt 1,1 Milliarden Euro. Mindestens 150 Millionen pro Jahr, weil die Kosten für die Behandlung von Arbeitsunfällen nicht mehr ersetzt werden und 30 Millionen pro Jahr, die von den Versicherten der Gebietskrankenkassen in Richtung Privatkrankenhäuser umgeleitet werden, hinzu kommen Beitragskürzungen und anderes mehr.

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