GLOBAL 2000: Auflösung der Bundesanstalt für Bergbauernfragen ist weiterer Anschlag auf Umweltschutz in Österreich

Eine Institution für Umwelt- und Sozialgerechtigkeit, Gentechnik- und Pestizidfreiheit soll zum Schweigen gebracht werden – GLOBAL 2000 erhebt Einspruch und fordert Maßnahmen

Das Mundtotmachen der BABF fügt sich nahtlos in eine Reihe von Maßnahmen der türkis-blauen Bundesregierung ein, die anscheinend das Ziel verfolgen, den Umweltschutz in Österreich zu schwächen“, so Burtscher-Schaden: „Umweltpolitische Maßnahmen dieser Regierung erschöpfen sich zumeist in Lippenbekenntnissen. Konkret werden sie anscheinend nur dann, wenn sie darauf abzielen, Umweltgesetze auszuhöhlen, Umweltorganisationen zu schwächen oder Behörden und Institutionen, die unabhängig und kritisch zu Umweltfragen Stellung nehmen, zu kontrollieren.
DI Dr. Helmut Burtscher-Schaden (GLOBAL 2000)

Wien (OTS) -

Mit großer Bestürzung hat GLOBAL 2000 nun erfahren, dass im Rahmen einer Novellierung des landwirtschaftlichen Bundesämtergesetzes die Eingliederung der Bundesanstalt für Bergbauernfragen (BABF) in die Bundesanstalt für Agrarwirtschaft (AWI) geplant ist. Dies geht aus einem vergangene Woche zur Begutachtung ausgesandten Ministerialentwurf hervor.

Wird dies umgesetzt, dann verliert die Bundesanstalt für Bergbauernfragen ihre Eigenständigkeit und die österreichische Forschungslandschaft eine kritische, und wissenschaftlich international anerkannte und angesehene Stimme, für Umwelt- und Sozialgerechtigkeit und Gentechnik- und Pestizidfreiheit.

„Für GLOBAL 2000 nahm und nimmt die Bundesanstalt für Bergbauernfragen innerhalb des BMNT eine Sonderstellung ein, indem sie wissenschaftsbasiert, nüchtern und unverblümt auf Umweltprobleme in der österreichischen Landwirtschaft hinweist“, erklärt Helmut Burtscher-Schaden, Umweltchemiker von GLOBAL 2000: „So lieferte die BABF immer den wissenschaftlichen Unterbau für ein sozial ausgewogenes Agrarsystem, zeigte Entwicklungspfade auf und setzte sich für Agrarförderungsmodelle ein, die die Umwelt und Biodiversität schützen und erhalten.“

Das Konzept der „Gentechnikfreien Zone Österreich“ wurde von der Bundesanstalt für Bergbauernfragen schon während dem Gentechnik-Volksbegehren vor mehr als 20 Jahren in den öffentlichen Diskurs eingebracht. Viele ökologische Innovationen in der österreichischen Politik wären ohne die BABF nicht in dieser Qualität möglich gewesen. Heute steht die BABF auch für einen kritischen Umgang mit lebensfeindlichen Pestiziden und die Notwendigkeit von Verboten für gesundheits- und umweltgefährdende Pflanzenschutzmittel.

„Das Mundtotmachen der BABF fügt sich nahtlos in eine Reihe von Maßnahmen der türkis-blauen Bundesregierung ein, die anscheinend das Ziel verfolgen, den Umweltschutz in Österreich zu schwächen“, so Burtscher-Schaden: „Umweltpolitische Maßnahmen dieser Regierung erschöpfen sich zumeist in Lippenbekenntnissen. Konkret werden sie anscheinend nur dann, wenn sie darauf abzielen, Umweltgesetze auszuhöhlen, Umweltorganisationen zu schwächen oder Behörden und Institutionen, die unabhängig und kritisch zu Umweltfragen Stellung nehmen, zu kontrollieren.“

Das BABF hat in der Vergangenheit deutlicher als andere Institute im Landwirtschaftsministerium auf die Problematiken von Glyphosat, auf bienengefährliche oder hormonell wirksame Pestizide und die damit einhergehenden Bedrohungen für die menschliche Gesundheit und die Zukunft der Landwirtschaft hingewiesen, und Lösungswege aufgezeigt.

Vieles an den gegenwärtigen Agrarpraktiken liegt im Argen. Österreichs Landwirtschaft wird einen neuen Ansatz der Pestizidfreiheit finden müssen, um langfristig und nachhaltig weiter zu bestehen. Für diesen neuen Ansatz stand und steht die BABF und auch GLOBAL 2000.


In diesem Sinn bekräftigt GLOBAL 2000 folgende Forderungen:

* Ein umgehendes Verbot des krebserregenden Glyphosat

* Ein umfassendes Neonikotinoid-Verbot, nach französischem Vorbild

* Ein sofortiges Verbot hormonell wirksamer Pestizidwirkstoffe, wie Thiacloprid oder Chloryrifos

Eigenständige öffentliche Forschung, wie sie beispielsweise durch die BABF geleistet wird, muss fortbestehen - im Sinne der Gesundheit und der Ernährungssicherheit der Österreicherinnen und Österreicher. Langfristig wird es für große Teile der österreichischen Landwirtschaft auch unabdingbar sein, pestizidfrei zu wirtschaften.


Deshalb bekräftigt GLOBAL 2000 auch die Forderungen der BABF nach großflächigen pestizidfreien Regionen

* um das mittlerweile rasante Insektensterben abzuschwächen bzw. es aufzuhalten,

* um die Nahrungskette der Tierwelt wieder in Gang zu setzen,

* um einen Startpunkt zur Wiederbelebung einer natürlichen Regenerationsfähigkeit natürlicher Ökosysteme zu setzen,

* um die Bestäubungsleistung von Bienen und wildlebenden Bestäubern wieder merklich zu verbessern,

* um der konstant hohen Krebsinzidenz in den Industrieländern trotz vieler und kostenintensiver Gesundheitsmaßnahmen endlich eine substanzielle Maßnahme durch den Verzicht auf Umweltchemikalien entgegenzusetzen,

* um all jenen Kindern und Erwachsenen, die durch Belastungen mit Umweltchemikalien chronisch erkrankt sind, wirklich unbelastete Nahrungsmittel sowie unbelastete Erholungs- und Gesundungsräume zu bieten.


Weiterführende Lektüre zum Thema: Vom Ende der Artenvielfalt – Neuartige Pestizide töten Vögel und Tiere. Von Tennekes Henk mit einem Vorwort von Prof. Hubert Weiger, Vorsitzender des BUND-Deutschland: http://www.disasterinthemaking.com/

Rückfragen & Kontakt:

DI Dr. Helmut Burtscher-Schaden, GLOBAL 2000 Umweltchemiker, 0699 14 2000 34, helmut.burtscher@global2000.at

Michael Lachsteiner, GLOBAL 2000 Pressesprecher, 0699 14 2000 20,
michael.lachsteiner@global2000.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | GLL0002