ÖH Uni Wien erreicht Modell zur Rückerstattung von Studiengebühren für erwerbstätige Studierende in Kooperation mit Uni Wien

Kritik: „Studienabschlussstipendium“ zu stark leistungsbezogen

Wien (OTS) - Studierende, die neben dem Studium erwerbstätig sind, sind seit dem Wintersemester 2018/19 nicht mehr von Studiengebühren befreit. Die ÖH Uni Wien hat nun in Verhandlungen mit der Universität Wien eine autonome Regelung erarbeitet: „Mit dem ‚Studienabschlussstipendium‘ können nun viele arbeitende Studierende ihre Studiengebühren zurückbekommen“, freut sich Sandra Velebit (VSStÖ) vom Vorsitzteam der ÖH Uni Wien, „denn arbeitende Studierende dürfen nicht von der Uni gedrängt werden“.

Lena Köhler (GRAS) kritisiert den leistungsbezogenen Charakter des Stipendiums. „In einem Unisystem, das von einem neoliberalen ÖVP-Wissenschaftsministerium geleitet und unter Druck gesetzt wird, ist dem Anschein nach nur ein leistungsorientiertes Modell möglich. In einem Bildungssystem, in dem Bildung nichts mehr Wert ist, zählen nur noch möglichst schnelle Abschlüsse und Absolvent_innenzahlen, sowie eine möglichst schnelle Verfügbarkeit am Arbeitsmarkt. Wer da nicht hinein passt, fliegt raus“, so Köhler vom Vorsitz der ÖH Uni Wien.

Denn das Stipendium gilt nur für jene, die eine Reihe von Kriterien erfüllen. „Nicht alle Studierende schaffen es jährlich 16 ECTS zu absolvieren. Auch die Obergrenze der Erwerbstätigkeit mit 15.000 im Jahr ist zu niedrig gesetzt, denn schon die Armutsgefährdungsgrenze in Österreich betrugt 2017 1237,58 Euro im Monat. Studierende, die sich selbst ernähren müssen, sind mit 15.000 Euro im Jahr keineswegs vermögend!“ kommentiert Magdalena Taxenbacher (KSV-LiLi) vom Vorsitzteam.

Trotz allem ist das Vorsitzteam erfreut und bedankt sich für die gute Kooperation mit der Universität Wien: „Für jene Studierende, die die Voraussetzungen erfüllen, haben wir eine Verbesserung erreicht.“ Doch dem Vorsitzteam ist klar: „Wer die Kriterien nicht erfüllen und sich die Gebühren nicht leisten kann, wird leider das Studium an der Uni Wien aufgeben. Dabei ist die soziale Durchmischung an österreichischen Unis ohnehin schon miserabel.“

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