• 21.09.2018, 10:29:27
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NÖGKK: Höchste Zeit für wirksames Maßnahmenpaket zur Tabakkontrolle

IHS-Studie zeigt alarmierende Ergebnisse auf: Alle 41 Minuten stirbt ein Mensch an den Folgen des Rauchens = rund 13 000 Personen pro Jahr

St. Pölten (OTS) - 

Die heutige Pressekonferenz des IHS (Institut für Höhere Studien und wissenschaftliche Forschung) in Wien hat alarmierende Ergebnisse zu den Folgen des Tabakkonsums präsentiert. 12 840 Todesfälle wurden im Jahr 2016 aufgrund von Rauchtabakkonsum verzeichnet (d. s. 16 Prozent aller Verstorbenen). Davon wurden 230 Todesfälle durch Passivrauch verursacht. Die Lebenserwartung sinkt bei männlichen Aktiv-Rauchern um 7,5 Jahre, bei ihren weiblichen Pendants um 6,3 Jahre, Passivrauch raubt den Betroffenen sieben Monate Lebenszeit.

Volkswirtschaftliche Kosten weit höher als Einnahmen

So weit, so schlecht. MMag. Sophie Meingassner, Leiterin des Rauchfrei Telefons der NÖ Gebietskrankenkasse (NÖGKK): „Auch das – zynische – Argument, dass Raucher/innen für den Staat aus Kostengründen interessant sind, wird wieder einmal widerlegt. Fakt ist: Die volkswirtschaftlichen Kosten überwiegen bei weitem die Einnahmen.“ Die Differenz zwischen den Gesamtkosten, die durch Rauchen verursacht sind und den Einnahmen aus der Tabaksteuer beträgt 664,7 Mio. € pro Jahr.

Meingassner: „Abgesehen vom volkswirtschaftlichen Kostenfaktor und der kürzeren Lebenszeit verringert Rauchen massiv die Lebensqualität – die Folgen reichen von Impotenz über COPD bis zu Lungenkrebs. Außerdem kommt es zu ästhetischen Einbußen, etwa bei der Haut und den Zähnen sowie beim Geruch. Ebenso hat der Griff zum Glimmstängel eine schlechte Vorbildwirkung auf die jüngere Generation.“

Österreich noch immer „Aschenbecher Europas“

Österreich hat bereits im Jahr 2003 „die FCTC – Framework Convention on Tobacco Control“ der WHO unterzeichnet und 2005 ratifiziert. In diesem völkerrechtlichen Vertrag verpflichtet sich auch Österreich, wirksame Maßnahmen zur Eindämmung der Tabakepidemie umzusetzen. Es gibt eine Reihe erfolgreicher Strategien, die auf politischer Ebene in vielen Ländern bereits umgesetzt wurden. Dazu zählen hohe Zigarettenpreise, rauchfreie öffentliche Plätze und Arbeitsplätze, bewusstseinsbildende Maßnahmen und umfassende Entwöhnungsangebote.

Die Tabakkontrollskala (Tobacco Control Scale TCS) misst regelmäßig die Umsetzung solcher Maßnahmen in den einzelnen Staaten. NÖGKK-Obmann KR Gerhard Hutter: „Seit Jahren ist Österreich Schlusslicht auf dieser Skala. Ganz einfach, weil viele mögliche wirksame Maßnahmen in unserem Land politisch nicht umgesetzt werden. Mit dem Kippen des Rauchverbotes in der Gastronomie werden wir weiterhin auf dem letzten Platz bleiben und beim Nichtraucherschutz noch weiter zurückfallen.“ Hutter befürchtet dadurch einen großen volkswirtschaftlichen Schaden, vor allem im Gesundheitswesen: „Während die Bundesregierung bei der Verwaltung im Gesundheitssystem sparen will, passiert hier genau das Gegenteil, es entstehen noch mehr Kosten, zudem wird noch mehr Leid produziert.“

Dass die Mehrheit der Bevölkerung für mehr Nichtraucherschutz plädiert, zeigt sich bei diversen Umfragen sowie ganz aktuell beim Volksbegehren „Don`t smoke“, das von 1. bis 8. Oktober unterzeichnet werden kann. Es dient weit mehr als nur dem wichtigen Arbeitnehmerschutz. Meingassner: „Viele Raucher/innen möchten aufhören, viele möchten sich dem Passivrauchen nicht mehr aussetzen, Eltern möchten, dass ihre Kinder gar nicht mit dem Rauchen beginnen – all das bewirkt die rauchfreie Gastronomie. Das Aus für das Rauchverbot in Lokalen ist ein Schlag ins Gesicht für alle Spezialisten, die täglich in der Tabakprävention und Tabakentwöhnung tätig sind.“

NÖGKK Rauchfrei Telefon – eine wirksame Hilfe beim Rauchstopp

Eine wirksame Maßnahme der Tabakentwöhnung ist das Rauchfrei Telefon, das bereits seit Jahren von der NÖGKK für die Sozialversicherungsträger, die Länder und das Gesundheitsministerium betrieben wird. Bei der Hotline werden jedes Jahr tausende Aufhörwillige von einem kompetenten Team aus hochspezialisierten Gesundheitspsychologinnen betreut. Die Nummer des Rauchfrei Telefons ist auf allen Zigarettenpackungen aufgedruckt. Hutter: „Außerdem werden alle Gebäude der NÖ Gebietskrankenkasse ab Jänner 2019 rauchfrei sein. Wir leisten also unseren Beitrag zu einer geringeren Rauchprävalenz – auf politischer Ebene wäre es höchste Zeit, ein wirksames Maßnahmenpaket zu schnüren, anstatt den Nichtraucherschutz zu torpedieren.“

 

Das Rauchfrei Telefon der NÖGKK ist österreichweit unter 0800 810 013 von
Montag bis Freitag zwischen 10 und 18 Uhr erreichbar. Die Beratung ist kostenlos.
Informationen und Links zur „Rauchfrei App“ finden Sie auf
www.rauchfrei.at.

Die NÖGKK im Internet: www.noegkk.at

Rückfragen & Kontakt

NÖ Gebietskrankenkasse
Öffentlichkeitsarbeit
050899-5121, Fax: 050899-5181
[email protected]
www.noegkk.at

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