- 20.09.2018, 10:56:41
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Gaal: Neue Lagezuschlagskarte bringt rund 25 Prozent Mietreduktion im Altbau
Bund ist gefordert, den steigenden Privatmieten endlich einen Riegel vorzuschieben
Utl.: Bund ist gefordert, den steigenden Privatmieten endlich einen
Riegel vorzuschieben =
Wien (OTS) - Frauen und Wohnbaustadträtin Kathrin Gaál
präsentierte gemeinsam mit ExpertInnen der Stadt Wien die neue
Lagezuschlagskarte. Das kostenlose Service stellt jene Gebiete dar,
in denen VermieterInnen aufgrund einer „überdurchschnittlichen Lage“
einen Zuschlag bei der Richtwertmiete erheben können.
„Der Lagezuschlag ist einer der Hauptpreistreiber im System der
Richtwertmieten. Die neue Lagezuschlagskarte wird spürbare
Verbesserungen für Mieterinnen und Mieter in Wien bringen: In
Gebieten, in denen der Lagezuschlag nun entfällt wird die Ersparnis
bei einer Wohnung mit 75 m² rund 180 Euro monatlich betragen. Das
sind rund 25 Prozent. Die Karte ist ein kostenloses Service der Stadt
um mehr Übersicht in die private Mietpreisgestaltung zu bringen. Wien
schöpft alle seine zur Verfügung stehenden Mittel aus, um Wohnen für
Mieterinnen und Mieter leistbarer zu machen. Auch der Bund ist dazu
aufgerufen, durch ein neues Mietrechtsgesetz endlich für faire,
transparente Mieten zu sorgen“, betont Frauen- und Wohnbaustadträtin
Kathrin Gaál die Vorteile für betroffene MieterInnen.
Neue Kriterien für Beurteilung des Lagezuschlags
Mit der Adaptierung der Lagezuschlagskarte setzt das
Wohnbauressort der Stadt Wien den Entscheid des Obersten Gerichtshofs
(OGH) um, wonach Lagezuschläge nicht mehr ausschließlich auf
Grundlage der Grundstückskosten („Grundkostenanteile“) ermittelt
werden dürfen. „Die neue Lagezuschlagskarte berücksichtigt zur
Beurteilung einer Lage nun Faktoren des täglichen Lebens wie Schulen,
Gesundheitseinrichtungen, Grünraum, Nahversorgung und öffentlichen
Verkehr. Außerdem dürfen nur noch ähnliche Wohngebiete miteinander
verglichen werden. Das gesamte Stadtgebiet als Referenz ist nicht
mehr zulässig“, ist Mieterhilfe Leiter Christian Bartok von der neuen
Karte überzeugt.
Rund 100.000 Altbaumieten betroffen
Der Richtwerthauptmietzins und damit ein Lagezuschlag kann bei
Wohnungen zur Anwendung kommen, die dem Vollanwendungsbereich des
Mietrechtsgesetzes unterliegen und zumindest folgende Kriterien
beinhalten: Wohnungen in Häusern, die vor dem 9.5.1945 errichtet
wurden („Altbau“) und der Mietvertrag nach dem 1.3.1994 abgeschlossen
wurde. „Von der Adaptierung der Lagezuschlagskarte sind in Wien mehr
als 100.000 Hauptmieterinnen und Hauptmieter im Altbau betroffen. Die
neue Karte kann zu einer Entspannung der Mietpreise am privaten
Wohnungsmarkt führen und ist somit auch ein effektives Instrument für
leistbares Wohnen im privaten Wohnungssektor. Die Stadt Wien setzt im
Rahmen ihrer Möglichkeiten Maßnahmen, um das Wohnen am privaten
Wohnungsmarkt günstiger zu machen. Es ist hoch an der Zeit, dass der
Bund endlich mit einem neuen Mietrechtsgesetz den stark steigenden
Mieten am privaten Wohnungsmarkt einen Riegel vorzuschiebt“, so
Stadträtin Gaál im Zuge der Präsentation.
Neue Lagezuschlagskarte und Lagezuschlagsrechner ab sofort
online abrufbar
Die neue Lagezuschlagskarte und der Lagezuschlagsrechner können
online auf www.mieterhilfe.at kostenfrei abgerufen werden. Die Karte
und die Lagezuschlagsgebiete sind auch Bestandteil bei der Berechnung
der Miete im Altbau. Das heißt, MieterInnen können mithilfe des
Wiener Mietenrechners die Höhe ihrer Mietkosten online unter
https://mieterhilfe.at/tools/mietenrechner/ überprüfen.
Die Mieterhilfe der Stadt steht betroffenen Mietern als erste
Anlaufstelle für kostenlose Beratungen zum Lagezuschlag zur
Verfügung. Das gilt auch bei rechtlichen Fragen zur
Lagezuschlagskarte oder generell zu Wohn- und Mietrecht. Alle
WienerInnen können sich bei den ExpertInnen der Mieterhilfe (Tel.: 01
4000 25900) kostenlos beraten und ihre Miete überprüfen lassen.
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