• 15.09.2018, 03:19:49
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  • OTS0003

Großeinsatz wegen Brandstiftung im Polizeianhaltezentrum Hernalser Gürtel

Wien (OTS) - Am 14. September 2018 um 22:35 Uhr wurde in der
Einsatzzentrale des Polizeianhaltezentrums Hernalser Gürtel
Brandalarm ausgelöst. In einer Zelle im ersten Stock des Gebäudes
hatten nach derzeitigem Erkenntnisstand die sechs dort inhaftierten
Schubhäftlinge einen Brand gelegt und – offenbar um die Einsatzkräfte
zu behindern – die Zellentür von innen mit einem Spind verstellt.
Durch Polizeikräfte konnte die Zellentür geöffnet werden, wobei einer
der Häftlinge bereits reglos unmittelbar hinter der Türe vorgefunden
und von den Beamten sofort aus dem Gefahrenbereich gebracht wurde.
Aufgrund der starken Rauchentwicklung war das Betreten der Zelle für
die Beamten nicht möglich. Die restlichen fünf wurden in weiterer
Folge von der Berufsfeuerwehr Wien, die mit insgesamt 70 Mann vor Ort
war, gerettet. Weitere 40 Häftlinge mussten teilweise in andere
Stockwerke, teilweise in den Innenhof evakuiert werden. Der Brand
konnte unter Einsatz von Atemschutz rasch abgelöscht werden. Alle
sechs Männer, darunter fünf Afghanen (18, 19, 19, 31 beziehungsweise
33 Jahre alt) sowie ein Iraner (30 Jahre alt), wurden schwer
verletzt. Sie wurden vor Ort notfallmedizinisch versorgt und danach
in die Intensivstationen von drei Spitälern gebracht, 14 weitere
Personen mussten aufgrund des Verdachts der Rauchgasvergiftung vor
Ort medizinisch behandelt werden. Der Katastrophenzug und 20
Rettungsteams der Berufsrettung Wien standen im Einsatz.

Die Wiener Polizei war mit rund 50 Bezirkskräften, 20 Beamten der
Bereitschaftseinheit sowie – da die genaue Situation anfangs unklar
war – 20 Beamten der Sondereinheit WEGA im Einsatz. Zwei
Polizistinnen und ein Polizist erlitten leichte Rauchgasvergiftungen
und konnten ihren Dienst nicht fortsetzen.
Der Gürtel musste zwischen der Laudongasse und der Alserstraße
vorübergehend für den Fahrzeugverkehr gesperrt werden.

Brandermittler des Landeskriminalamts gehen davon aus, dass die
Männer Matratzen und Bettzeug in Brand gesetzt hatten. Die Zelle und
das Inventar wurden vollkommen zerstört. Die Ermittler fanden
außerdem einen Abschiedsbrief, der von allen sechs Tatverdächtigen
unterzeichnet wurde. Darin beklagen sich die Verfasser über ihre
bevorstehenden Abschiebungen und teilen mit, dass ihre Geduld zu Ende
sei.

Der Großeinsatz konnte um 01:40 Uhr beendet werden. Die sechs
Verletzten werden in Spitälern von Beamten der Wiener Polizei
bewacht. Die kriminalpolizeilichen Ermittlungen hinsichtlich der
Brandlegung sind im Gange.

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