• 13.09.2018, 13:25:37
  • /
  • OTS0147

„matinee“ am 16. September: Torberg-Porträt und Doku über „Sehnsucht nach dem Küstenland“

Außerdem: „Die Kulturwoche“

Utl.: Außerdem: „Die Kulturwoche“ =

Wien (OTS) - Der Geburtstag Friedrich Torbergs jährt sich am 16.
September zum 110. Mal. Die ORF-2-„matinee“ am Sonntag, dem 16.
September 2018, widmet dem pointierten Chronisten der
österreichischen Seele das Porträt „Gefahren der Vielseitigkeit“
(9.55 Uhr). Davor begibt sich die Dokumentation „Sehnsucht nach dem
Küstenland“ (9.05 Uhr) auf die Spuren der Habsburgermonarchie an der
oberen Adria. Den von Teresa Vogl präsentierten ORF-Kulturvormittag
beschließt „Die Kulturwoche“ (10.25 Uhr) mit aktuellen Berichten und
Tipps zum heimischen Kulturgeschehen.

„Sehnsucht nach dem Küstenland“ (9.05 Uhr)

Die Küsten der oberen Adria um Duino und Triest, die Küsten Istriens
und die Inseln der Kvarner Bucht vor Rijeka, dem einstigen Fiume,
sind eng mit der Geschichte Österreichs verknüpft. Jahrhundertelang
gehörte die obere Adria zur Habsburgermonarchie und wurde zum Symbol
des einstigen Vielvölkerreiches. Die bedeutende Hafenstadt Triest
stand mehr als 500 Jahre unter österreichischer Herrschaft und war ab
1849 auch Hauptstadt des neu geschaffenen Kronlandes „Küstenland“.

1918 ging mit dem Zerfall der Habsburgermonarchie auch die Herrschaft
Österreichs an der oberen Adria zu Ende. Geblieben ist ein
umfangreiches architektonisches Erbe, prunkvolle Verwaltungsgebäude
und Grandhotels, Straßen- und Eisenbahnverbindungen, die Triest oder
Görz einst mit Wien und Budapest verbanden und Erinnerungen an eine
Zeit, die mittlerweile wieder als durchaus positiv beurteilt wird.
Dieser geopolitisch einzigartige Raum ist, wie die Dokumentation von
Gernot Stadler zeigt, auch heute noch gekennzeichnet durch die
gegenseitige, jahrhundertelange Befruchtung dreier Kulturen und
Sprachen. Nirgends, schreibt der italienische Schriftsteller Hans
Kitzmüller, hatten Deutsche, Slawen und Romanen jahrhundertelang so
friedlich zusammengelebt.

„Die Gefahren der Vielseitigkeit – Friedrich Torberg“ (9.55 Uhr)

„Auf dem Papier war er ein böser Mensch, in Fleisch und Blut ein
lieber“ – schrieb Günther Nenning in seinem Nachruf auf Friedrich
Torberg. So spalten sich bis heute die Meinungen über das Multitalent
Friedrich Torberg. Künstler wie Robert Schindel, Paul Gulda und Kurt
Palm versuchen in dieser Dokumentation von Sharon Nuni die
Faszination des umstrittenen Vielseitigen, der umjubelter Autor,
gefürchteter Kritiker, begeisterter Kaffeehausbesucher und
enthusiastischer Wasserballspieler war, mit heutigen Maßstäben zu
prüfen.

Torberg landete mit knapp zwanzig Jahren mit seinem Debütroman „Der
Schüler Gerber hat absolviert“ seinen größten literarischen Erfolg –
mit seinen Worten, hatte er „schon mit zwanzig eine große Zukunft
hinter sich“. Trotz seines jungen Alters und seiner erfolgreichen
sportlichen Betätigung gelang es Torberg, in den begehrten Kreis der
Wiener und Prager Kaffeehausintellektuellen aufgenommen zu werden.
Zeitlebens sah er sich als ein Vermittler zwischen den Welten, die er
wie kein anderer mit Humor und Wehmut in seiner Anekdoten-Sammlung
„Die Tante Jolesch oder der Untergang des Abendlandes“ zu beschreiben
wusste.

In den Jahren im amerikanischen Exil pflegte er sowohl Freundschaften
als auch Feindschaften. Nach seiner Rückkehr nach Wien stieg
Friedrich Torberg wieder in das österreichische Kulturleben ein und
wurde bald einer der einflussreichsten und gefürchtetsten Polemiker
und Theaterkritiker seiner Zeit.
Aber was bleibt von Torberg für die nächsten Generationen? Sein
Schüler Gerber, seine Tante Jolesch oder gar sein
aggressiv-politischer Einsatz gegen jeden kommunistischen Künstler?

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | NRF

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel