ÖGJ fordert Kompetenzchecks für Lehrbetrieb

Ausbildungsfonds kann Qualität der Lehre erhöhen

Wien. (OTS) - „Wir freuen uns, wenn sich die WKÖ Gedanken zur Verbesserung der Lehrlingsausbildung macht. Die Überlegungen müssen aber darüber hinausgehen, den Schwerpunkt auf die Digitalisierung zu setzen und den Schwarzen Peter den Lehrlingen zuzuschieben, weil diese nicht ausreichend mobil wären“, kommentiert Susanne Hofer, Vorsitzende der ÖGJ (Österreichische Gewerkschaftsjugend) aktuelle Aussagen des WKÖ-Präsidenten. 

In den Betrieben müsse ein Umdenken stattfinden, fordert Hofer neben einem klaren Bekenntnis zu mehr Lehrstellen vor allem auch verpflichtende Kompetenzchecks für die Betriebe: „Wir wissen aus unserer Beratungspraxis, dass viele Lehrlinge als billige Hilfskräfte eingesetzt werden, denen wenig Wissenswertes vermittelt wird. Unternehmen sollten endlich mehr junge Menschen anständig ausbilden anstatt dauernd einen Fachkräftemangel zu bejammern. Nicht nur die Lehrlinge, auch Betriebe, die sie ausbilden, sollten regelmäßig überprüft werden.“ Ein Ausbildungsfonds könnte die Qualität der Lehre steigern, so Hofer weiter: „Unternehmen, die alle Kapazitäten für Lehrlinge hätten, aber keine aufnehmen wollen, sollen einzahlen in den Fonds, der ausbildenden Betrieben zugutekommt.“ Es würde auch durchaus Sinn machen, die Regelung zur Lehre von AsylwerberInnen zu überdenken, meint Hofer: „Junge, motivierte Menschen werden verunsichert, weil ihnen nach Abschluss der Lehre die Abschiebung droht. Wir sprechen uns ganz klar für ein Bleiberecht für Asylsuchende mit abgeschlossener Lehrausbildung aus.“ 

Abschließend weist Hofer darauf hin, dass sich auch immer mehr Unternehmen für den Erhalt des Jungendvertrauensrats aussprechen, den die Regierung abschaffen will: „Der Jugendvertrauensrat ist ein wichtiges Bindeglied zwischen Lehrlingen und ihren Chefs, denn niemand weiß besser, was die jugendlichen ArbeitnehmerInnen brauchen als ihre selbst gewählten, gleichaltrigen VertreterInnen.“

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