ORF-DialogForum: „Auf dem Weg aus dem Elfenbeinturm“

Ausstrahlung am 20. September um 23.10 Uhr in ORF III

Wien (OTS) - Wissenschaft und Forschung sind oft kompliziert, vielschichtig und schwer verständlich. Ergebnisse und visionäre Ideen lassen sich nicht immer in knappe, fernsehtaugliche Sätze zusammenfassen. Angesichts der Informationsflut im digitalen Zeitalter stellen sich daher entscheidende Fragen: Wie können Wissenschafter/innen die Kluft zwischen komplexer Expertise und allgemeiner Verständlichkeit schließen? Wie können sie den Weg zum Publikum finden? Welche Rolle spielen öffentlich-rechtliche Medien dabei? Diese und andere Fragen standen am Montag, dem 10. September 2018, im Mittelpunkt des ORF-DialogForums „Auf dem Weg aus dem Elfenbeinturm“, das in Kooperation mit dem Wissenschaftsfonds FWF und Uni.PR-Netzwerk im Rahmen des „BE OPEN – Science & Society Festival“ am Wiener Maria-Theresien-Platz veranstaltet wurde.

Unter der Leitung von Klaus Unterberger, ORF Public Value, diskutierten Wissenschaftsjournalist und Autor Ranga Yogeshwar, Klement Tockner, Präsident des Wissenschaftsfonds FWF, Katja Mayer, Soziologin und Open-Science-Expertin am Zentrum für Soziale Innovation Wien, Tom Matzek, ORF-Redakteur für Bildung, Wissenschaft und Zeitgeschehen, und die deutsche Forschungssprecherin des Jahres 2015, Elisabeth Hoffmann, von der Universität Braunschweig.

Ranga Yogeshwar, Wissenschaftsjournalist und Autor: „Eine Gesellschaft braucht valide Informationen um entscheiden zu können – gerade auch bei Wissenschaftsthemen. Ein System wie das öffentlich-rechtliche, bei dem man weiß, dass es nicht um das Absaugen der Daten von Usern geht, sondern darum, valide Informationen bereitzustellen, ist ein kostbares Konstrukt der Demokratie.“

Klement Tockner, Präsident des Wissenschaftsfonds FWF: „Es ist von zentraler Bedeutung, Forschung einer breiteren Öffentlichkeit zu vermitteln. Davon hängen die Akzeptanz von wissenschaftlichen Erkenntnissen und das Vertrauen in die Wissenschaft ab. Denn wir können es uns nicht leisten, Entscheidungen zu treffen, die nicht auf Fakten basieren. Auch die Medien müssen diesen Dialog gezielt unterstützen.“

Katja Mayer, Soziologin/TU München, OANA, Open-Science-Expertin am Zentrum für Soziale Innovation Wien: „Die Falsifikation in der Wissenschaft ist ein Ideal, das in dem kompetitiven System unserer Gesellschaft und in ihrem Belohnungssystem nicht vorkommt. Daher gilt es Platz zu schaffen und Wissenschaftern Mut zu machen, Forschungsergebnisse neu zu überdenken.“

Tom Matzek, Redakteur für Bildung, Wissenschaft und Zeitgeschehen, ORF: „Die Ökonomisierung der Medien bedroht Glaubwürdigkeit, überhaupt im Wissenschaftsjournalismus. Gerade dann bietet ein Konstrukt wie das öffentlich-rechtliche, das gesetzlich überprüfbaren Rahmenbedingungen für qualitativ hochwertigen Journalismus unterliegt, eine unverzichtbare Orientierungshilfe für die Gesellschaft.“

Elisabeth Hoffmann, deutsche Forschungssprecherin des Jahres 2015 von der Universität Braunschweig: „Wissenschaft muss für die Gesellschaft einen Mehrwert darstellen. Und das tut sie in dem Wissenschafter den Anspruch haben, den Menschen komplexe Sachverhalte auf einem verständlichen Level zu erklären.“

Eine Aufzeichnung des ORF-DialogForums ist am Donnerstag, dem 20. September, um 23.10 Uhr in ORF III zu sehen und nach der TV-Ausstrahlung sieben Tage als Video-on-Demand in der ORF-TVthek (http://TVthek.ORF.at) und auf zukunft.ORF.at abrufbar.

Das ORF-DialogForum ist eine Initiative des ORF, das Gespräch mit seinem Publikum, den österreichischen Institutionen, den Organisationen und Gruppen der Gesellschaft zu beleben.

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