AK: Jetzt Chance für ein Recht auf Trinkwasser in der EU nutzen

Österreichische Regierung muss in der EU-Ratspräsidentschaft Druck machen

Wien (OTS) - „Die Chance auf ein Recht auf Trinkwasser für alle Menschen in der Europäischen Union war noch nie so groß“, sagt die Leiterin der AK Umweltabteilung, Sylvia Leodolter. Gestern stimmte der Umweltausschuss des EU Parlaments darüber ab, im Oktober wird das Parlament entscheiden. „Wir sind zuversichtlich, dass das Parlament das Recht auf Trinkwasser verbindlich verankern wird. Aber das ist nur die halbe Miete: Auch die Regierungen müssen mitziehen, damit die Richtlinie in Kraft tritt. Hier könnte die österreichische Bundesregierung im Zuge der EU-Ratspräsidentschaft viel stärker Druck machen und sich damit auf die Seite der Bürger und Bürgerinnen stellen“, fordert Leodolter. „Ministerin Köstinger muss bis En-de Dezember die Trinkwasserrichtlinie zu einer Entscheidung im EU-Rat bringen. Dann könnte die Richtlinie im nächsten Frühjahr endgültig beschlossen werden.“ Für Österreich gilt vor allem: Auch in der neuen Trinkwasserrichtlinie muss sichergestellt bleiben, dass die gute Wasserversorgung in öffentlicher Hand und für die Menschen leistbar bleiben kann. Außerdem ist die Richtlinie wichtig, denn nach wie vor haben in Europa etwa zwei Millionen Menschen keinen ordentlichen Zugang zu Trinkwasser oder sanitärer Versorgung. Oft müssen diese Menschen, etwa im EU-Mitgliedsland Rumänien mühsam, Wasser vom Brunnen oder vom Tankwagen ho-len.

Leodolter erinnerte daran, dass 2013 über 1,8 Millionen Menschen sich in der ersten erfolgreichen Europäischen Bürgerinitiative „Right2water“ mit ihrer Unterschrift für ein Menschenrecht auf Trinkwasser stark gemacht hatten. Auch die AK und die Gewerkschaften hatten sich dafür eingesetzt. „Die EU-Kommission ist bereit, sich im Streit um die Som-merzeit nach den Wünschen der Menschen zu richten. Dann wäre es nur konsequent, wenn sie auch in der wichtigen Trinkwasserfrage den Willen der EU-Bürgerinnen und EU-Bürger sehr ernst nimmt.“

Veränderungsbedarf in der Trinkwasserrichtlinie sieht Leodolter allerdings, was die neuen Qualitätskriterien bei der Wasserversorgung angeht: Künftig sieht der jetzt vorliegende Entwurf mehr und teurere Qualitätstests vor. „Das würde das Trinkwasser unnötig verteuern. Schon jetzt ist die Qualität des Trinkwassers durch die öffentlichen Wasserversorger in Österreich hervorragend“, sagt Leodolter.

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