Hammerschmid: Nachhilfe für den Bildungsminister: Bildung wird in Österreich immer noch vererbt!

Regierung säumig bei wichtigen Bildungsvorhaben - SPÖ fordert finanzielle und zeitliche Entlastung von Eltern

Wien (OTS/SK) - Erstaunt zeigt sich heute, Sonntag, SPÖ-Bildungssprecherin Sonja Hammerschmid von den Aussagen des Bildungsministers in der heutigen ORF-„Pressestunde.“ „Es ist unfassbar, dass der Bildungsminister die Tatsache ignoriert, dass Bildung in Österreich immer noch vererbt wird. Dass es viel zu wenige Bildungsaufsteiger hierzulande gibt, bestätigt jede einzelne Studie  - etwa die OECD-Studie „Bildung auf einen Blick“ - Jahr für Jahr. Der Bildungsminister braucht dringend Nachhilfeunterricht: Denn er ist es, der dafür sorgen muss, dass es in Österreich mehr Bildungsgerechtigkeit gibt!“, stellt Hammerschmid fest. Es sei schade, dass Faßmann „für Bildungsexperten nichts mehr übrig hat. Mit Talenten und Chancengerechtigkeit haben die offenbar geplanten Aufnahmeprüfungen für die AHS jedenfalls nichts zu tun“, kritisiert Hammerschmid und warnt vor den dramatischen Folgen für Kinder und Eltern, die eine Einführung zur Folge hätte.**** 

Auch beim Thema Integration laufe der vormalige Migrations-Experte „nun mit türkis-blauen Scheuklappen umher und sieht keinen Handlungsbedarf mehr für umfassende Integrationsmaßnahmen. Doch auch ihm sollte klar sein: Mit weniger DeutschlehrerInnen wird es keine bessere Integration geben“, kritisiert Hammerschmid die Streichung des Integrationstopfes an Schulen und damit von umfassenden Maßnahmen weit über das Erlernen der deutschen Sprache hinaus. „Und die Betreuung der Kinder in den Ferien will Faßmann der Zivilgesellschaft umhängen, die sich selbst helfen muss, anstatt den Ausbau der Kinderbetreuungseinrichtungen und Ganztagsschulen mit voranzutreiben.“ 

Der Ausbau einer flächendeckenden, qualitativen Kinderbetreuung als erster Bildungseinrichtung und der Ausbau von Ganztagsschulen sind wesentliche Voraussetzungen für mehr Chancengerechtigkeit, gelingende Integration und die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. „Doch hier verkauft die Regierung schon die Rücknahme der Kürzungen beim Ausbau als vollen Erfolg“. Beim vereinbarten 2. Gratis-Kindergartenjahr und dem einheitlichen Qualitätsrahmen ist die Regierung säumig. „Konkrete und umfassende Maßnahmen im Integrationsbereich werden gestrichen, der Ganztagsschulausbau gestoppt. Stattdessen gibt es Debatten über Ziffernoten, Strafen fürs Schuleschwänzen und Eignungstests für Volkschüler“, stellt die Bildungssprecherin fest. 

Der Ausbau von Ganztagsbetreuungsplätzen sei auch für die bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie wichtig: „Herr Faßmann hat selbst festgestellt, dass es  - schon aus volkswirtschaftlichem Interesse - gelingen muss, mehr Frauen in den Arbeitsmarkt zu bekommen. Doch wie soll das gehen, ohne ein entsprechendes Betreuungsnagebot? Und jetzt hat die schwarz-blaue Regierung auch noch den 12-Stunden-Tag und die 60-Stunden-Woche eingeführt!“ Der Ausbau der Ganztagsbetreuungsplätze in Kindegärten und Schulen wäre für Hammerschmid ein erster Schritt. „Echte Wahlfreiheit kann es nur geben, wenn es auch das entsprechende Angebot gibt. Wir wollen daher einen Rechtsanspruch auf einen Kinderbetreuungsplatz ab dem 1. Geburtstag und eine finanzielle und zeitliche Entlastung von Eltern.“ Hier hat die SPÖ ein Entlastungspaket vorgeschlagen, das eine Verdoppelung des Schulstartgeldes, beitragsfreie Ganztagsschulen, kostenfreie Nachhilfeangebote, die rasche Umsetzung der Digitalisierungsstrategie inklusive Tablets in den Schulen sowie einen Sonderurlaubstag für Eltern zum Schulbeginn beinhaltet.  

„Als Integrations- und Migrationsexperte weiß Faßmann um die wirklichen Probleme und richtigen Lösungsansätze. Doch als Bildungsminister hat er sein wissenschaftliches Gewissen offenbar abgelegt - zugunsten einer Parteipolitik, die gar kein Interesse daran hat, dass wirklich alle Kinder die Chance auf einen Bildungsaufstieg erhalten und echte Integration von Anfang an gelingen kann“, betont die SPÖ-Bildungssprecherin. (Schluss) sc

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