• 07.09.2018, 15:49:39
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  • OTS0160

Gemeinsames Engagement gegen den Fachkräftemangel

LSth. Rüdisser und AMS-Spitzen informierten über Strategien, Angebote und Förderungen, Herausforderungen und Perspektiven

Utl.: LSth. Rüdisser und AMS-Spitzen informierten über Strategien,
Angebote und Förderungen, Herausforderungen und Perspektiven =

Bregenz (OTS) - (VLK) – Die Wirtschaft wächst, die Arbeitsmarktdaten
sind günstig, aber der Bedarf an Fachkräften wird für viele
Unternehmen – vor allem für Klein- und Mittelbetriebe – zur immer
größeren Herausforderung. Das Land Vorarlberg und das AMS bemühen
sich um Lösungen und setzen dabei den Hebel an vielen Punkten an.
Darüber informierten Landesstatthalter Karlheinz Rüdisser,
AMS-Vorstand Johannes Kopf und AMS-Landesgeschäftsführer Bernhard
Bereuter am Freitag, 7. September, im Landhaus in Bregenz.

Das Mismatching am Arbeitsmarkt – also die Nicht-Übereinstimmung
zwischen gesuchten und angebotenen Qualifikationen – ist vor allem
darauf zurückzuführen, dass sich wirtschaftliche Strukturen und damit
die Anforderungen an Arbeitsuchende verändern. Die strukturelle
Veränderung des Arbeitsmarktes scheint hierbei die größte
Herausforderung zu sein.

Bereits der Blick auf den Lehrstellenmarkt offenbart eine Lücke.
Mit Ende August 2018 waren beim AMS Vorarlberg 252
Lehrstellensuchende vorgemerkt, dem gegenüber standen 272 sofort zu
besetzende Lehrstellen. Schon letztes Jahr haben Land, Wirtschafts-
und Arbeiterkammer Vorarlberg gemeinsam ein zehn Punkte umfassendes
Maßnahmenpaket geschnürt, um der Lehre neue Impulse zu verleihen.
"Die duale Ausbildung stärkt das Rückgrat der Vorarlberger
Wirtschaft. Der Ausbau und die zukunftsorientierte Weiterentwicklung
der praxisorientierten Fachkräfteausbildung auf allen
Qualifikationsniveaus ist daher entscheidend", sagte
Landesstatthalter Rüdisser.

Ein Ziel ist es, die Orientierung von Jugendlichen zu unterstützen
und die Information über berufliche Anforderungen sowie Aus- und
Weiterbildungsmöglichkeiten zu verstärken. Dazu tragen etwa der
Talente Check oder jährlich fast 4.000 Berufs- und Bildungsberatungen
des BIFO bei. Auch das AMS Vorarlberg bietet mit seinen
BerufsInfoZentren kompetente Unterstützung für Jugendliche sowie für
Erwachsene, die sich beruflich verändern wollen. Im ersten Halbjahr
2018 haben 5.500 Menschen dieses Angebot in Anspruch genommen, so
Landesgeschäftsführer Bereuter.

Das AMS hat Strategien entwickelt, die spezifische
Förderinstrumente zur Unterstützung arbeitsloser Personen bzw.
Förderungen von Unternehmen bei der Höherqualifizierung ihrer
Beschäftigten und Beratungen bei personalwirtschaftlichen Fragen
beinhalten. Maßgeschneiderte Ausbildungsmodelle wie "Chance" und
"Schaffa im Ländle" sollen dazu beitragen, die Schere zwischen den
Anforderungen der Unternehmen und den beruflichen Qualifikationen
arbeitsuchender Personen zu schließen. Mit "FIT – Frauen in Handwerk
und Technik" sollen zusätzliche Arbeitsmarktpotenziale genützt
werden.

AMS-Vorstand Kopf sieht in der Förderung der Lehrausbildung von
Jugendlichen und Hilfsarbeitern eine der wichtigsten Maßnahmen des
AMS gegen den Fachkräftemangel. So können über die
Lehrstellenförderung Unternehmen für die Ausbildung von Jugendlichen
und Erwachsenen einen pauschalierten Zuschuss zu den Kosten der
Lehrausbildung erhalten. Vom Juli 2017 bis Juni 2018 haben das mehr
als 6.300 Unternehmen in Anspruch genommen. Über die
Facharbeiterintensivausbildung bietet das AMS Erwachsenen die Chance,
im zweiten Bildungsweg und in komprimierter Zeit, eine Lehrausbildung
zu absolvieren. Mehr als 9.700 Personen haben im letzten Jahr diese
Chance genutzt. Mit der überbetrieblichen Lehrausbildung, die sowohl
in Ausbildungszentren als auch in Betrieben absolviert werden kann,
bildet das AMS Jugendlichen, die am ersten Arbeitsmarkt keine
Lehrstelle finden, die Möglichkeit, eine Lehrausbildung zu machen mit
dem Ziel, im Lauf der Ausbildung in einen Betrieb zu wechseln. Knapp
11.000 Jugendliche profitierten davon. Die Hälfte der Jugendlichen
wechselt bereits nach dem ersten Lehrjahr als Lehrling in einen
Betrieb.

Zugleich appellierte Kopf an die Unternehmen, bei
Stellenbesetzungen noch breiter zu suchen: "Denn wenn beispielsweise
Ältere, Wiedereinsteigerinnen oder Personen mit gesundheitlichen
Einschränkungen frühzeitig aus dem Bewerbungsprozess fallen, bleiben
wertvolle Chancen ungenutzt."

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