younion: Lernen Sie von den Kindern, Frau Ministerin!

Nur wer miteinander redet, kann Konflikte lösen

Wien (OTS) - Mit großem Tamtam wurde von der Bundesregierung Ende August eine angebliche Einigung mit den Ländern zum weiteren Ausbau von Kinderbildungseinrichtungen präsentiert. Medien berichten nun, dass einzelne Länder dem Papier niemals zugestimmt haben, sie orten sogar einen Erpressungsversuch.

Christa Hörmann, Bundesfrauenvorsitzende in der younion _ Die Daseinsgewerkschaft: „Damit geht die Verunsicherung der Beschäftigten durch die Familienministerin weiter! Zuerst massive Einsparungen verkünden, dann medienwirksam zurückrudern und dann doch das eigene Ding durchziehen. Das geht so nicht!"

Bundesfrauen-Referentin Jasmin Mrzena-Merdinger: „Wenn mehrere Kinder in einem Kindergarten miteinander streiten, wird ihnen beigebracht miteinander zu reden, bis der Konflikt aus der Welt ist. Die Frau Ministerin hat ein anderes Modell. Sie redet nur mit jenen Kindern, die ihrer Meinung sind. Und ist dann stolz, dass sie ihr zustimmen.“

Dabei bräuchte es gerade jetzt verbindende und zukunftsweisende Politik und keine Machtspiele. Denn noch immer mangelt es an Plätzen für Kleinkinder. Nur in Wien und im Burgenland wird das EU-Ziel von 33 % Betreuungsquote bei den Unter-3-Jährigen erreicht.

Auch in vielen anderen Punkten unterscheiden sich die Angebote in den einzelnen Bundesländern. Das fängt beim Erwachsenen-Kind-Schlüssel an und hört beim Platzangebot pro Kind auf. Jasmin Mrzena-Merdinger: „Es kann doch nicht sein, dass die Kinder in dem einen Bundesland weniger wert sind, als in dem anderen."

younion _ Die Daseinsgewerkschaft fordert deshalb ein Bundesrahmengesetz für elementarpädagogische Einrichtungen und Horte, das „Mindeststandards“ in folgenden Punkten festlegt:

  • Einheitliche Ausbildung und Berufsbezeichnung für das unterstützende Personal
  • Vor und Nachbearbeitungszeit sowie Reflexionszeiten und ausreichend Zeitressourcen für Leitungspersonal innerhalb der Dienstzeit
  • Erwachsenen-Kinder-Schlüssel
  • Kinderanzahl pro geführter Gruppenform
  • Räumliche Erfordernisse (Innen- und Außenbereich)
  • Ausbau von Kinderbildungseinrichtungen nur mit dem notwendigen Fachpersonal
  • Ausreichendes medizinisches Fachpersonal in Heilpädagogischen Gruppen

Bundesfrauenvorsitzende Christa Hörmann: „Gerade mit dem von der Regierung durchgepeitschten 12-Stunden-Tag sind die Anforderungen an die Kindergärten noch einmal gestiegen. Es braucht also sehr rasch mehr Geld und mehr qualifiziertes Personal.“

Um ein klares Bild über die Situation in den Bildungseinrichtungen zu bekommen, haben ÖGB-Frauen und Arbeiterkammer die Online-Umfrage „Kind & Job – Wie schaffen Sie das?“ gestartet. Unter www.arbeiterkammer.at/umfrage können ArbeitnehmerInnen ihre persönliche Situation beschreiben.

Christa Hörmann abschließend: „Die Beschäftigten in den Kindergärten leisten tagtäglich hervorragende Bildungsarbeit. Sie haben ein Recht auf Respekt. Sie haben ein Recht auf Klarheit. Und sie haben ein Recht auf Mitsprache.“

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