Max Lercher: Wenn der Konzernkanzler eine Reise macht, dann können wir was erleben!

Kurz Reise nach Singapur und Hongkong sollte die ÖsterreicherInnen beunruhigen

Wien (OTS/SK) - „Konzernkanzler Kurz weilt zurzeit in Asien. Während in Österreich Innenminister Kickl den Geheimdienst zertrümmert, ist der Bundeskanzler auf Studienreise und tut einmal mehr so, als ginge ihn das alles nichts an. Er wird Singapur und Hongkong besuchen und will `einiges lernen und mitnehmen`, wie er mitteilte. Immer wenn der Konzernkanzler Sozialstaatsmodelle aus dem Ausland interessant findet, dann ist für die Österreicherinnen und Österreicher höchste Besorgnis angebracht“, sagt SPÖ-Bundesgeschäftsführer Max Lercher heute, Donnerstag, gegenüber den SPÖ-Pressedienst. ****

„Schon bei der 60-Stunden-Woche hat Kurz bewiesen, dass er sich gerne an Retro-Konzepten aus dem 19. Jahrhundert orientiert, wenn es darum geht, Österreich zu verändern. Kurz bisheriges Vorbild war Estland, ein Land aus dem die Bevölkerung wegen Verarmungsgefahr massenweise davonläuft. Die Veränderung, die Kurz nun womöglich aus Singapur und Hongkong mitnehmen will, ist aber noch weit fragwürdiger“, so Lercher. „In Hongkong leben die Menschen auf 15 Quadratmeter. Kurz, der ja schon im Wahlkampf in Marie-Antoinette-Manier Österreichs Jungfamilien, die sich häufig die Mieten nicht mehr leisten können, aufforderte, doch Eigentum zu erwerben, findet dort womöglich Anregungen für seine Wohnpolitik. 15 Quadratmeter Wohnfläche, Bastlerhit, keine Küche und Toilette am Gang – so stellt sich die ÖVP womöglich den sozialen Wohnbau der Zukunft vor“, befürchtet Lercher.

„Hongkong hat die längsten Arbeitszeiten der Welt. 50 Stunden arbeiten dort die ArbeitnehmerInnen im Schnitt pro Woche, hat die Schweizer Bank UBS 2016 erhoben. Warum nur den 12-Stunden-Tag diktieren, wenn auch 15 oder 16 Stunden möglich sind, wird sich da wohl so mancher Lobbyist aus der Industriellenvereinigung fragen“, sagt Lercher. „Und auch der Ärger mit den Gewerkschaften ist auf Dauer für den Standort recht verdrießlich, denken sich die Großsponsoren der ÖVP. Warum nicht einfach Gewerkschaften verbieten? In Hongkong geht das schließlich auch!“, sagt Lercher. „Glänzende Augen bekommen die Konzernvertreter aber, wenn sie vom Mindestlohn in Hongkong hören. 3,76 Euro pro Stunde müssen dort bezahlt werden“, rechnet Lercher vor.

„Auch für Vizekanzler Strache findet sich interessantes auf der Asienreise des Kanzlers. Immer diese lästigen Medienfragen zum BVT und dann gibt es auch noch Gerichtsurteile, die der selbsternannte Rechtsexperte Herbert Kickl nicht nachvollziehen kann – in China muss man derartiges garantiert nicht befürchten“, schwant Lercher Übles.

„Auch im Bildungsbereich orientiert sich der Kanzler ja offenbar gerne an Asien. Retro-Pädagogik wird dort noch groß geschrieben. Burnout, dauernder Stress schon bei Kleinkindern und massive Gesundheitsgefahren, was den einen wie eine Schreckensvision vorkommt, ist für die anderen moderne Pädagogik“, so Lercher. „Ärgerlich sind ja grundsätzlich auch Umweltgesetze, findet die ÖVP mit ihrem katastrophalen Standortgesetz. Endlich mal wieder so richtig die Luft verpesten, wünscht sich da manch ein Ideengeber – Anregungen aus Asien machen es möglich. Wirklich Sorgen muss man sich aber wohl dann machen, wenn Herbert Kickl das Strafrecht von Singapur entdeckt“, befindet Lercher.

„Bitter wird diese Studienreise hingegen für Verkehrsminister Norbert Hofer. Ein Höchsttempo von 50 km/h, wie es in Singapur gilt, ist für den Bleifuß-Minister wohl eine Horrorvision. Hauptbetroffen sind aber die Österreicherinnen und Österreicher. Im Volksmund heißt es ja, wenn einer eine Reise macht, dann kann er was erleben. Beim Konzernkanzler ist leider zu befürchten, dass die Österreicherinnen und Österreicher etwas erleben werden, wenn der Kanzler eine Reise macht“, schließt Lercher. (Schluss) ds

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