Kampagne "Schutz der eigenen Sicherheit bei Amok und Terror" - offener Brief an Innenminister Kickl

Die aktuelle Kampagne des BMI geht bereits in die richtige Richtung - bleibt allerdings einige Antworten schuldig

Wien (OTS) - Sehr geehrter Herr Innenminister,

gestern hat Ihr Ministerium eine Kampagne gestartet, um die Bevölkerung aufzuklären, wie sie sich bei „besonderen Lagen“, also etwa einem Terroranschlag oder einem Amoklauf, verhalten soll. Es wird empfohlen zu fliehen oder sich zu verstecken. Sollten diese beiden Möglichkeiten nicht bestehen, wird als letzte Konsequenz empfohlen, sich zu verteidigen.

Während wir es natürlich gutheißen, dass bei der Bevölkerung ein Bewusstsein dafür geschaffen wird, dass es grundsätzlich auch in Österreich zu solchen Vorfällen kommen kann, ist die Empfehlung, sich zu verteidigen, hierzulande gegenwärtig leider nicht umsetzbar.

Es stellt sich nämlich die Frage, wie sich einfache Bürger gegen einen Amokläufer verteidigen sollen, wenn ihnen das Führen von Schusswaffen zur Selbstverteidigung verboten wird und ihnen bei Zuwiderhandeln sogar eine Haftstrafe droht.

Wie vorgeschlagen verfügbare Gegenstände (man könnte hier an herumstehende Sessel denken) gegen einen mit einer Schusswaffe bewaffneten Angreifer zu verwenden, ist unrealistisch und potentiell lebensgefährlich.

In Wahrheit hat der einfache Bürger aufgrund des in diesem Punkt sehr restriktiven Waffengesetzes keine Möglichkeit, sich in einem wie von Ihnen geschilderten Szenario zu verteidigen.

Nur bewaffnete Bürger können sich gegen bewaffnete Angreifer verteidigen. Deshalb fordern wir schon seit unserer Gründung, dass es Bürgern unter objektiven Voraussetzungen möglich sein muss, eine Genehmigung zum (verdeckten) Führen von Schusswaffen zu erhalten. Denkbar wäre, dass für die Erlangung dieser Genehmigung zusätzlich zu den Voraussetzungen für die Erlangung der Waffenbesitzkarte ein umfangreicher Kurs absolviert werden muss. Im theoretischen Teil dieses Kurses könnten Themen wie Notwehrrecht, Deeskalationsmaßnahmen, Schusswirkung, Erste Hilfe und ähnliches abgehandelt werden. Der praktische Teil könnte aus einer umfangreichen Schießausbildung mit Fokus auf das Verteidigungsschießen bestehen. Das Erfordernis einer Begründung, deren Anerkennung von der Willkür einer Behörde abhängt, darf es nicht geben.

Dies wäre ein vernünftiger Weg und weit davon entfernt, jeder unqualifizierten Person „eine Waffe in die Hand zu drücken“. Eben diesen Weg beschreitet auch unser Nachbarland, die Tschechische Republik, ebenfalls eines der sichersten Länder der Welt, seit vielen Jahren mit Erfolg.

Hierzu verweisen wir auch auf unsere Kampagne CarryNow: carrynow.eu

Da das Waffengesetz aufgrund der EU-Richtlinie sowieso reformiert werden muss, wäre jetzt der richtige Zeitpunkt, diese Vorschläge umzusetzen - sowohl im Sinne der Rechtssicherheit, als auch im Sinne der Erhöhung der öffentlichen Sicherheit.

Es bleibt also zu hoffen, dass Sie und Ihr Team hier einen vernünftigen Weg finden und nach Jahrzehnten immer weiter ausufernder Restriktionen für Waffenbesitzer endlich Zeiten der sinnvollen Liberalisierungen anbrechen.

Mit freundlichen Grüßen,

Maximilian Heurteur

Firearms United Österreich

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