• 09.08.2018, 12:43:45
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  • OTS0082

ÖÄK zur Hausarzt-Problematik: Es geht was weiter

"Masterplan Allgemeinmedizin“ als Basis für Gespräche mit Gesundheitspolitik

Utl.: "Masterplan Allgemeinmedizin“ als Basis für Gespräche mit
Gesundheitspolitik =

Wien (OTS) - Der gestern präsentierte „Masterplan Allgemeinmedizin“
sei ein kräftiges Lebenszeichen der Allgemeinmedizinerinnen und
-mediziner, betonte der Obmann der Bundessektion Allgemeinmedizin der
Österrreichischen Ärzteakmmer (ÖÄK), Edgar Wutscher, heute in einer
Aussendung. Das von der Österreichischen Gesellschaft für
Allgemeinmedizin (ÖGAM) in Koordination mit der Bundessektion
entwickelte Papier sei eine überzeugende Grundlage für weitere
Gespräche mit gesundheitspolitischen Verantwortungsträgern. Die
Österreichische Ärztekammer lade alle relevanten Vertreter des
Gesundheitswesens ein, auf dieser Grundlage gemeinsam Lösungen zu
erarbeiten.

Basis der im „Masterplan“ entwickelten Maßnahmen seien Ergebnisse der
bis dato umfassendsten wissenschaftlichen Studie zur Situation der
Allgemeinmedizin in Österreich, die im Vorjahr von der Meduni Graz
durchgeführt und gemeinsam mit der ÖÄK präsentiert worden war.

Wutscher: „Die Studie belegt klar: Studierende und Jungärzte wissen
ganz genau, worauf es im Hausarztberuf ankommt. Was sie reizt, war
auch schon für mich vor Jahrzehnten ausschlaggebend dafür, mich als
Hausarzt niederzulassen: Entscheidungsfreiheit, Selbstständigkeit,
Vielfalt und die persönliche Beziehung zu meinen Patienten und ihren
Familien über Generationen hinweg.“

Dezentralisierung

Dieses Potenzial müsse man heben, anstatt es durch mangelnde
Wertschätzung der Allgemeinmedizin im Keim zu ersticken. „Seit über
zehn Jahren warnt die Ärztekammer vor dem damals erst drohenden
Hausärztemangel. Die Verantwortlichen haben nicht reagiert. Jetzt
sind wir mittendrin und alles, was der Politik bis dato dazu
eingefallen ist, sind Primärversorgungszentren“, kritisiert Wutscher.
Diese könnten je nach Standort durchaus sinnvoll sein, seien aber
„definitiv kein Allheilmittel“.

Vielmehr müsse man vorrangig den Gedanken der Dezentralisierung
verfolgen: „Neue Ärztenetzwerke flächendeckend aufbauen und
bestehende fördern – das ist es, was wir brauchen.“ Denn das sei es,
was sich die Jungen wünschten: eigenständig arbeiten, aber nicht
isoliert, sondern vernetzt.

Mehr Wertschätzung

Über allem aber stehe der dringende Wunsch nach mehr Wertschätzung
der Allgemeinmedizin. Das könne nur gelingen, wenn man die Maßnahmen
des „Masterplans“ als ineinandergreifend versteht – isolierte
Aktionen brächten wenig, so der Obmann der Bundessektion
Allgemeinmedizin. Die vordringlichsten Maßnahmen seien:

- Einführung des Facharzttitels für Allgemeinmediziner
- Ausreichend mit Ressourcen ausgestattete Lehrstühle für
Allgemeinmedizin an allen Medizinischen Universitäten Österreichs.
Wutscher: „Es kann nicht sein, dass ein so riesiges Fachgebiet wie
die Allgemeinmedizin auf wissenschaftlicher Ebene derartig
unterrepräsentiert ist.“
- Massiver Abbau von Bürokratie im Kassenbereich. Wutscher: „Wir
brauchen endlich wieder Zeit für unsere Patienten. Zuwendung und
Gesprächsmedizin sind elementare Bestandteile der hausärztlichen
Tätigkeit – das ist ein evidenzbasiertes Faktum.“
- Modernisierung der Leistungskataloge auf Basis internationaler
Standards
- Anhebung der Honorare auf Facharztniveau
- Vernünftige Lösungen für eine Reihe von relevanten Detailfragen,
wie etwa die nach wie vor unbefriedigende rechtliche Situation der
Hausapotheken. (ar)

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