Holzinger/Rossmann: Vorboten des Arbeitszeitgesetzes sind alarmierend

Liste Pilz warnt vor dem teuflischen Spiel mit dem Durchrechnungszeitraum

Wien (OTS) - „Das neue Arbeitszeitgesetz treibt bereits Blüten noch bevor es in Kraft getreten ist“, meint Daniela Holzinger, Sozialsprecherin der Liste Pilz, auf Basis der letzten Meldungen über Unternehmen, die sich vor Überstundenzuschlägen drücken wollen. Dass manche dieser an die Öffentlichkeit gelangten Pläne auch unter dem neuen Arbeitszeitgesetz nicht legal sein dürften, beruhigt Holzinger nur bedingt: „Viele Angestellte werden es nicht wagen, sich auf einen vielleicht auch noch gerichtlichen Streit mit dem Chef einzulassen. Die brauchen den Job, die brauchen das Geld und können es sich deshalb nicht leisten, auf einen um Monate verzögerten Richterspruch zu warten. Deshalb wird in vielen Fällen gelten: wo kein Kläger, da kein Richter.“

Bruno Rossmann, Klubobmann der Liste Pilz pflichtet dem bei und mahnt zu einer realistischeren Perspektive auf den Arbeitsmarkt: „Die Verhandlungsposition von Arbeitgebern und Arbeitnehmern ist selten ausgeglichen. Ja, sie sind aufeinander angewiesen, aber auf die einzelne Person heruntergebrochen eben nicht gleichermaßen dringend.“ Rossmann sieht daher auch im legalen Bereich schon genug Anlass zur Beunruhigung: „Die Regierung hat den Startschuss für das teuflische Spiel mit dem Durchrechnungszeitraum gegeben. Auch wenn es im Durchschnitt bei 40 Wochenstunden bleiben sollte, droht Angestellten eine mehrwöchige Überlastung und der Verlust von Überstundenzuschlägen, wie das Beispiel des Postbus-Kollektivvertrags zeigt. Das neue Arbeitszeitgesetzt lässt scheinbar schon vorzeitig manche Hemmschwelle fallen.“

Holzinger und Rossmann sehen in diesen Vorboten des neuen Arbeitszeitgesetzes die Bestätigung, dass dieses in die genau falsche Richtung gehe. Laut Rossmann sind die Zeichen der Zeit klar: „Ein vernünftiger Vorschlag zur Flexibilisierung beginnt mit einer Arbeitszeitverkürzung. Es ist höchste Zeit, die Produktivitätsgewinne der letzten 30 Jahre für eine Entlastung der Beschäftigten zu nutzen.“ Holzinger bekräftigt die vor Wochen auch per Antrag gestellte Forderung nach einer 35-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich: „So behält die Wirtschaft ihre Produktivität und die Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen ihre Gesundheit.“

 

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