Equal Pension Day: AK fordert Maßnahmen gegen Pensionslücke!

Frauen in der Alterspension müssen im Vergleich zu den Männern statistisch gesehen ab 28. Juli ohne Geldleistung auskommen

Wien (OTS) - „Während der Equal Pay Day, also der Tag, ab dem Frauen gratis arbeiten, „erst“ im Oktober stattfindet, ist der Equal Pension Day schon mitten im Hochsommer er-reicht. Der große Unterschied liegt daran, dass bei der Pension sämtliche Nachteile für Frauen am Arbeitsmarkt zusammenwirken: Teilzeit, geringere Stundenlöhne, häufigere Unterbrechungen, schlechter bezahlte Berufe und schlechtere Aufstiegschancen“, erklärt AK Präsidentin Renate Anderl.

Das Ergebnis: Frauenpensionen erreichen nur 57 Prozent der durchschnittlichen Männerpensionen. Durch jedes Jahr in Teilzeit (20 Stunden pro Woche) verringert sich die Pension um ein Prozent, durch jedes Jahr der Unterbrechung um zwei Prozent.

Für lange Berufsunterbrechungen und häufige Teilzeit bei Frauen gibt es handfeste Ursachen:
Nur 40 Prozent der Kinder haben einen Platz, der mit einem gängigen Vollzeitjob zu vereinbaren ist.
Lediglich für 36 Prozent der Kinder im Volksschulalter gibt es eine schulische Tagesbetreuung bzw. eine außerschulische Betreuungseinrichtung.
700.000 Kinder brauchen ihre Eltern beim Lernen. Vor allem bei Volksschulkindern ist das tägliche Lernen mangels Ganztagschulen notwendig.
Noch immer wird Pflege überwiegend zu Hause durch Frauen verrichtet. Oft weil kein passendes Angebot vorhanden ist.

„Das eine hat mit dem anderen viel zu tun: Denn nur, wenn die Chancen für Frauen am Arbeitsmarkt besser werden, wird auch die Kluft bei den Pensionen sinken. Dafür braucht es mehr und bessere Kindergärten und Pflege, Anreize für partnerschaftliche Teilung bei der Familienarbeit, mehr Transparenz bei den Löhnen und Unterstützung für Frauen, die keine oder eine falsche Qualifikation haben“, betont Anderl.

Leider gehen die aktuellen Maßnahmen der Bundesregierung aber in die genau gegen-teilige Richtung:
+ Die Bundesmittel für den Ausbau der Kinderbetreuung werden gegenüber den Vorjahren um 32,5 Millionen gekürzt. Auch die nachhaltige und transparente Neuausrichtung der Finanzierung der Elementarbildung, wofür die AK konkrete Modelle vorgelegt hat, steht nur als Absichtserklärung im Regierungsprogramm, ohne dass weiter etwas passiert.
+ Mit dem 12-Stundentag und der 60-Stundenwoche steigt erst recht der Druck auf die Öffnungszeiten in der Kinderbetreuung. Durch diese Ausweitung der Arbeitszeit werden viele Frauen zudem noch stärker in die Teilzeit gedrängt, weil anders keine Vereinbarkeit möglich ist. + Die Mittel für die Ganztagesschulen, die bis 2025 zur Verfügung gestellt werden sollten, wurden bis 2032 gestreckt und damit de facto halbiert.
+ Das Budget für aktive Arbeitsmarktförderung wurde um mehr als eine halbe Milliarde Euro gekürzt, wodurch es weniger Unterstützung auch für arbeitslose Frauen und Frauen mit mangelnden Qualifikationen gibt.
+ Mit den Kürzungen für Familien- und Frauenberatungsstellen entfallen wichtige Angebot für Frauen, die sie bei der ökonomischen Unabhängigkeit unterstützen. Für Frauenprojek-te stehen eine halbe Million weniger als im Vorjahr zur Verfügung.
+ Und auch in Bereichen, wo es kein Geld, aber konkrete Vorgaben bräuchte, schaut es trist aus: So herrscht auch im Bereich der Lohntransparenz Stillstand, obwohl gleicher Lohn für gleiche und gleichwertige Arbeit noch lange nicht überall Wirklichkeit ist.

„Der von der Regierung viel gerühmte Familienbonus mag für viele Familien erfreulich sein - Anreize für Väter, sich stärker in der Familienarbeit zu engagieren oder Frauen den Wiedereinstieg zu erleichtern, werden damit nicht geschaffen. Es braucht also eine grundsätzliche Neuausrichtung für eine zukunftsorientierte Politik. Erste wichtige Schritte dabei wären, nicht nur die Kürzung zurückzunehmen, sondern in Kinderbildung und Schulen zu investieren sowie endlich bei den Löhnen und Gehältern innerhalb der Betriebe echte Transparenz zu schaffen“, so die AK-Präsidentin abschließend.

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