LKH-Missstände in Psychiatrie: Volksanwaltschaft warnt seit Jahren

Kräuter: "KAGES beschwerte sich lieber über Volksanwaltschaft"

Wien (OTS) - Im Zusammenhang mit der Suspendierung von 4 Krankenpflegern am LKH Graz Süd-West/Standort Süd stellt die Volksanwaltschaft fest, dass die Strukturmängel in der Psychiatrie seit Jahren bekannt seien. Nach bisher vorliegenden Informationen sei es zu verbalen aber auch körperlichen Attacken gegen demente Patienten gekommen.

Kräuter: "Die Kommission der Volksanwaltschaft hat im LKH Graz Süd-West/Standort Süd gravierende Missstände festgestellt, unter anderem zu wenig Personal, kaum bezahlte Fortbildungen, vernachlässigtes Deeskalationstraining, ausufernde Nebentätigkeiten der Fachärzte und eine desaströse bauliche Situation. Verbesserungen oder gar Strukturreformen sind offenbar unterblieben." In ihrem aktuellen Bericht an den Nationalrat und den Bundesrat (https://bit.ly/2umQaOS ,S. 47/48) weist die Volksanwaltschaft explizit auf die Gefahr verborgener Gewalt in psychiatrischen Abteilungen hin: 

"Schwierige Rahmenbedingungen können auch zu Formen der psychischen Gewalt führen, die sich beispielsweise in Drohungen, Beleidigungen, Kränkungen etc. äußern. Auch kognitive bzw. emotionale, affektive oder seelische Schädigungen können die Folge sein. Gerade im Umgang mit psychisch kranken Menschen, die sich zum Teil gegen ihren Willen in einer psychiatrischen Einrichtung befinden und sich häufig ausgeliefert und hilflos fühlen, sind ein wertschätzender Umgang und Achtsamkeit bei der Wortwahl von besonderer Bedeutung."


Bezeichnend sei, so Volksanwalt Kräuter, dass sich erst kürzlich die KAGES-Spitze mit einem Schreiben an den Nationalratspräsidenten über die unangekündigte Prüftätigkeit der Volksanwaltschaft beschwert habe. Unter anderem wurde die Befugnis der Expertenteams der Volksanwaltschaft in Frage gestellt, "Unterlagen wie Fortbildungsnachweise, Dienstlisten usw. anzufordern". Kräuter abschließend: " Ich habe gegenüber dem Parlament dieses gesetzwidrige Ansinnen zurückgewiesen. Genau hier liegen auch die Ursachen des bekannt gewordenen Skandals. Der KAGES empfehle ich dringend, die Missstände nun endlich zu beheben."

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MMag. Donja Noormofidi
Geschäftsbereich Volksanwalt Dr. Kräuter
Email: donja.noormofidi@volksanwaltschaft.gv.at
Mobil: 0650 7305502

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