Kinderfreunde: Ausbau der Kinderbetreuung muss weiter voran gehen

Wer bei Elementarbildung spart, spart am falschen Fleck

Wien (OTS) - Die Kinderfreunde  kritisieren Familienministerin Bogner-Strauß, die die Kürzung der Fördermittel für den Ausbau der Kinderbetreuung in den Raum gestellt hat. „Bogner-Strauß leistet sich eine grobe Missinterpretation der aktuellen Statistik zu den Kindertagesheimen. Es stimmt zwar, dass über 90 Prozent der Über-Dreijährigen einen Betreuungsplatz haben, der Bericht weist aber auch deutliche Lücken in der Betreuungsstruktur auf. So schließen beispielsweise fast 40 Prozent aller Kindergärten spätestens um 15.30 Uhr. In ländlichen Gebieten haben Eltern kaum eine Chance auf ganztägige Betreuung“, erklärt Christian Oxonitsch, Bundesvorsitzender der Kinderfreunde.

Oxonitsch rechnet weiter vor: „Der Bericht zeigt auch, dass in den Ferien noch starker Ausbau-Bedarf besteht. Während die Kindergärten in Wien im Schnitt drei Schließtage im Jahr haben, sind die Kindergärten in Tirol im Durchschnitt ganze 42 Tage im Jahr geschlossen. Hier gibt es massiven Handlungsbedarf. Wie kann eine Familienministerin das nicht sehen?“

„Geradezu höhnisch muss die Ankündigung von Einsparungen in diesem Bereich für betroffene Eltern klingen, wenn dieselbe Regierung sie künftig 12 Stunden am Tag arbeiten lassen will. Bisher hat uns noch niemand erklären können, wie das mit den bestehenden Angeboten der Kinderbetreuung zu vereinbaren ist“, so Oxonitsch.

„Für uns Kinderfreunde geht es nicht um die ‚Aufbewahrung‘ von Kindern – Kindergärten sind vollwertige Bildungseinrichtungen, die Großartiges leisten. Statt den Sparstift anzusetzen, gilt es, das Recht auf Bildung für alle Kinder von Anfang an sicher zu stellen. Also: Investition in die Qualität von Elementarbildung, in kostenlosen Zugang für alle, in Infrastrukur, in Ausbau der Öffnungszeiten, die sich an den Bedürfnissen der Eltern orientieren und in das Schließen von Betreuungslücken zu Ferienzeiten“, fasst Oxonitsch zusammen.

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