Bohrn Mena: Tierversuche müssen endlich reduziert werden!

Sebastian Bohrn Mena, Tierschutzsprecher der Liste Pilz, kritisiert den Anstieg der Tests

Wien (OTS) - Die Tierversuchsstatistik für 2017, die Ende Juni vom Wissenschaftsministerium veröffentlicht wurde, zeigt einen neuen Spitzenwert an Tierversuchen. Nach kontinuierlichen Anstiegen in den Vorjahren ist 2017 die höchste Anzahl an Tierversuchen seit fast 25 Jahren durchgeführt worden. Zuletzt gab es 1993 so viele Testungen. Die Aufbereitung der Daten ist mangelhaft und erlaubt kaum unabhängige Kontrolle.

„Es ist eine Schande, dass im Jahr 2017 immer noch über eine Viertelmillion Tiere zum Teil grausamsten Tests in Österreich unterzogen werden. In allen gesellschaftlichen Bereichen feiern wir den technologischen Fortschritt und sind stolz auf die Möglichkeiten des digitalen Zeitalters. Aber bei Tierversuchen machen wir einen Rückschritt um 25 Jahre? Es handelt sich dabei keineswegs immer um absolute wissenschaftliche Notwendigkeiten. Es ist manchmal nur die Entscheidung, ob ein Lebewesen oder der Profit wichtiger sind. Für mich steht das Tierwohl und die Verhinderung von unfassbarem Leid im Vordergrund“, meint Liste Pilz-Tierschutzsprecher Sebastian Bohrn Mena.

Laut der neuen Statistik wurden im Jahr 2017 über 264.000 Tiere für Tierversuche verwendet, darunter fast 800 Hunde, Katzen und Pferde. Schon bald 10% der Testungen sind dem höchsten Schweregrad zugeordnet, welcher neben Leid auch immensen Stress für die Tiere bedeutet und im schlimmsten Fall sogar zum Tod führen kann. Die Aufbereitung der Daten erfolgt wie auch in den Vorjahren trotz massiver Kritik von NGOs in Form einer nahezu unlesbaren Auflistung von Fällen. Das macht eine unabhängige Kontrolle von außen nur schwer möglich.

„Wir haben unlängst einen Antrag im Wissenschaftsausschuss eingebracht, der darauf abzielt, die tierversuchsfreie Forschung zu stärken. Wenn Budgetmittel verstärkt mit der Vermeidung von Tierleid verbunden und wenn Ressourcen für die Erarbeitung von Alternativen bereitgestellt werden, dann können schnell Fortschritte erzielt werden. Andere europäische Länder haben gezeigt, dass das möglich ist. Wieso sollte es also in Österreich nicht so sein? Es braucht dafür lediglich den politischen Willen“, fordert Bohrn Mena.

Der Tierschutzsprecher der Liste Pilz hat daher bereits vor Wochen einen Entschließungsantrag formuliert, der von der Fraktion eingebracht und nun im Wissenschaftsausschuss behandelt wurde. Die Liste Pilz ist hoffnungsfroh, dass in Gesprächen mit ÖVP und FPÖ letztlich zumindest eine leichte Verbesserung erzielt werden kann. Dabei geht es nicht um Dogmatismus, sondern um pragmatische und für alle Seiten verträgliche Fortschritte, wie sie einer aufgeklärten Gesellschaft würdig sind.

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