vida-Hebenstreit: 60-Stunden-Woche gefährdet Freiwillige Feuerwehren

Betriebsrat wird als Schutzschild ausgeschaltet: ‚Freiwilligkeit‘ von angeordneten Überstunden im Regierungsgesetz ist nur „Feigenblatt“

Wien (OTS) - Das Gesetz der Bundesregierung für den 12-Stunden-Arbeitstag und für eine 60-Stunden-Arbeitswoche könne in manchen Regionen den Bestand der Freiwilligen Feuerwehren gefährden, warnt Roman Hebenstreit, Vorsitzender der Verkehrs- und Dienstleistungsgewerkschaft vida. „Ein Detail dieser Gesetzesinitiative besteht darin, dass arbeitende Menschen nicht mehr vor überraschenden Arbeitszeitverlängerungen geschützt sind. Der Betriebsrat als Schutzschild wird in dieser Frage ausgeschaltet. Als Feigenblatt für diesen Irrsinn schreibt man jetzt eine ‚Freiwilligkeit‘ der Erfüllung von angeordneten Überstunden, auch für jene am Wochenende, ins Gesetz“, so Hebenstreit.

„Die ehrenamtlichen Helfer bei den Freiwilligen Feuerwehren stehen allesamt im realen Arbeitsleben. Das Angebot der Regierung, diese Pseudo-Freiwilligkeit als Entschärfung ins Gesetz zu schreiben, muss daher wie Verhöhnung und Farce auf sie wirken“, kritisiert der vida-Gewerkschafter. „Welcher arbeitende Mensch in der Privatwirtschaft kann sich dem ‚Wunsch‘ seines Chefs nach Überstunden schon ‚freiwillig‘ entziehen? Die negativen Auswirkungen für die Organisation des Vereinslebens und damit auch für die Freiwilligen Feuerwehren liegen somit auf der Hand“, betont Hebenstreit.

Der vida-Vorsitzende ersucht daher die Verbände der Freiwilligen Feuerwehren in ihrem eigenen und im Interesse der ArbeitnehmerInnen sowie vor allem auch im Interesse aller Menschen, die Rettung und Hilfe in Notsituationen durch die Feuerwehren und andere freiwillige Hilfsorganisationen brauchen, gemeinsam mit den Gewerkschaften und ihren Verbündeten bei der Demonstration am 30. Juni in Wien gegen diese Arbeitszeitausweitung zu kämpfen.

Hebenstreit ersucht die Freiwilligen Feuerwehren in seinem Schreiben an die Verbände, auch auf allen politischen Ebenen gegen das Regierungsvorhaben einzuwirken. „Warnen Sie Ihre Bürgermeisterinnen und Bürgermeister, Gemeinderätinnen und Gemeinderäte, Landtagsabgeordneten, Landeshauptleute, Nationalratsabgeordneten, Bundesrätinnen und Bundesräte und vor allem auch der Feuerwehr nahestehende Regierungsmitglieder vor diesem Wahnsinn“, so der vida-Gewerkschafter.

Die große und vielseitige Vereinskultur im Land sei „eine tragende Säule unserer Gesellschaft“. Das Mitwirken in Vereinen habe im Leben vieler Menschen eine „wichtige und nicht mehr wegzudenkende kulturelle, sportliche und soziale Komponente“. In Österreich gebe es 122.000 Vereine: „Wie erklärt die Bundesregierung deren Obleuten und Mitgliedern, wie durch die gesetzliche Arbeitszeitausweitung in Zukunft das Vereinsleben in Österreich noch aufrechterhalten werden kann?“, schließt Hebenstreit.

Mehr zum Thema Arbeitszeitflexibilisierung:

https://vidaspruch.at/

https://www.neinzum12stundentag.at/

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