• 21.06.2018, 13:06:17
  • /
  • OTS0161

„dokFilm“-Premiere „Unten – Mein jugoslawischer Sommer“: Auf den Spuren der Generation Gastarbeiter

Am Sonntag, dem 24. Juni, um 23.00 Uhr in ORF 2

Utl.: Am Sonntag, dem 24. Juni, um 23.00 Uhr in ORF 2 =

Wien (OTS) - Als Regisseur Djordje Čenić noch ein Kind war, ist er
oft nach „unten“ gefahren. Gemeint war damit die Heimat seiner
Eltern: Jugoslawien. Jahrzehnte später nimmt er in „Unten – Mein
jugoslawischer Sommer“ die Geschichte seiner Gastarbeiterfamilie zum
Anlass für eine filmische Aufarbeitung. Seine
österreichisch-kroatische Herkunft liefert ihm dabei auch ausreichend
Stoff für diese Auseinandersetzung mit seiner Identität. Mit Čenić
als Protagonist und Erzähler begibt sich der Film auf die Spuren der
Generation Gastarbeiter von den 1970er Jahren bis heute. Er schildert
das Fremdsein und die Versuche, dazuzugehören, erzählt von
Klassengegensätzen und dem Alltag einer jugoslawischen
Arbeiterfamilie in Linz, von der Tragik der Kriege in Ex-Jugoslawien
verbunden mit der Familiengeschichte, von politischen und
persönlichen Zerrissenheiten. ORF 2 zeigt die autobiografische
Zeitreise, für die die Filmemacher Djordje Čenić und Hermann Peseckas
2017 bei der Diagonale mit dem Franz-Grabner-Preis ausgezeichnet
wurden, erstmals am Sonntag, dem 24. Juni, im „dokFilm“ um 23.00 Uhr.

Mehr zum Inhalt:

Mit „unten“ bezeichnen viele Gastarbeiter ihre Heimat, das damalige
Jugoslawien, wo sie auch jeden Sommer ihren Urlaub verbringen.
Regisseur Djordje Čenić, selbst Kind einer Gastarbeiterfamilie,
unternimmt mit der Familienkamera eine autobiografische Zeitreise.
Seine Erzählung beginnt in den 1970er Jahren, wo seine Eltern in
Österreich Arbeit finden: die Mutter bei Semperit, der Vater bei der
VÖEST in Linz.
Dabei entstand ein Film, der das Erleben einer ganzen Generation
reflektiert, deren Eltern sich zu Hunderttausenden auf den Weg
machten, um in Österreich ihr Glück zu suchen. Einer von ihnen war
sein Vater, Rajko Čenić, der 1971 sein Heimatdorf Uzdolje in
Norddalmatien, im heutigen Kroatien, verließ. „Ein paar Jahre
bleiben, genug Geld für ein Haus verdienen und dann unten ein neues
Leben aufbauen“, das war sein damaliger Plan, wie er heute im
Wohnzimmer einer Linzer Gemeindewohnung erzählt.

„Unten“ ist ein sehr persönliches Familienporträt, das auch von
Gegensätzen, Identitätssuche, Hoffnung und Heimweh erzählt. In teils
absurd komischen, oft auch tragischen Episoden, die von kleinen
Triumphen und großen Niederlagen berichten, gewährt Čenić tiefe
Einblicke in seine Familiengeschichte und illustriert dabei den
Spagat zwischen „oben“ und „unten“, der exemplarisch für Generationen
von Gastarbeiterinnen und Gastarbeitern steht.
Trotz manchmal recht harter Erkenntnisse aus dem Leben einer
Migrantenfamilie besticht „Unten“ durch seinen Humor und bewältigt
durch das scheinbar mühelose Verweben von subjektiv Erlebtem und
historischen Fakten eine Thematik, die so noch kaum bearbeitet wurde.

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | NRF

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel