- 21.06.2018, 12:34:00
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Länder fordern Bund auf die Ausrollung des Modells „Jugendcollege“ zu prüfen
Bundesländer sehen einhellig mittel- und langfristigen Bedarf an speziellen Bildungseinrichtungen für nicht mehr schulpflichtige Jugendliche
Utl.: Bundesländer sehen einhellig mittel- und langfristigen Bedarf
an speziellen Bildungseinrichtungen für nicht mehr
schulpflichtige Jugendliche =
Wien/Linz (OTS) - Auf Antrag Wiens haben die
LandesintegrationsreferentInnen bei ihrer Konferenz am Donnerstag in
Linz einstimmig den Bildungsminister aufgefordert, beim Zugang zu
Bildung und Weiterbildung für nicht mehr schulpflichtige Jugendliche
aktiv zu werden. Konkret fordern die Länder, bei entsprechendem
Bedarf, der vom Bund zu prüfen ist, spezielle, schulähnliche
Bildungseinrichtungen ähnlich dem Wiener Modell des „Jugendcollege“
bereitzustellen.
„Das Wiener Jugendcollege ist ein Best Practice Beispiel eines
Bildungsangebots für Jugendliche ab 15 Jahren, die nach dem Ende
ihrer Schulpflicht nach Österreich kommen. Es geht darum, den
Jugendlichen individuelle Bildungsangebote zu machen und Perspektiven
aufzuzeigen, damit sie bessere Chancen am Arbeitsmarkt haben und
schneller in der Gesellschaft partizipieren können. Die Bundesländer
sehen hier einhellig mittel- und langfristigen Bedarf an solchen
speziellen Bildungseinrichtungen“, betont der Wiener
Integrationsstadtrat Jürgen Czernohorszky.
„Für den Einstieg in Mittlere oder Höhere Schulen, den Beginn einer
Lehre oder anderen Berufsausbildung braucht es vorbereitende
Bildungsangebote, die neben dem Lernen der deutschen Sprache (bis
jedenfalls Niveau B1/B2) auch bedarfsorientiert weitere
Bildungsinhalte (z.B. Mathematik, Englisch, etc.) vermitteln. Während
in Wien rd. 50 % der arbeitssuchend Gemeldeten über max. einen
Pflichtschulabschluss verfügen, herrscht in manchen Bereichen ein
Fachkräftemangel. Es liegt im Interesse der Wirtschaft und der
Gesellschaft, die Potentiale dieser jungen Menschen zu nützen und
ihnen die Möglichkeit zu guter Ausbildung zu eröffnen, damit sie
nicht als Anlern- oder Hilfskräfte einem höheren Risiko auf
Beschäftigungslosigkeit ausgesetzt sind“, heißt es im Antragstext.
Czernohorszky bedauert Ablehnung von Ausbildungssicherheit für
Lehrlinge
Acht von neun Bundesländern (NÖ lehnte den entsprechenden Antrag ab)
waren sich zudem einig, dass es mehr Ausbildungssicherheit für
Lehrlinge und ausbildende Unternehmen braucht. Aktuell nehmen
negative Asylentscheidungen und Abschiebungen von AsylwerberInnen,
die eine Lehre in Mangelberufen machen, zu. „Das führt zu massiver
Verunsicherung unter den Lehrlingen und den Betrieben“, heißt es dazu
im Antrag.
Integrationsstadtrat Jürgen Czernohorszky bedauert: „Es wäre im Sinne
der Wirtschaft, aber auch der ganzen Gesellschaft, wenn Lehrlinge
ihre Lehrausbildung in Sicherheit abschließen können. Deutschland hat
bereits 2015 eine Lösung gefunden, indem es mit dem „3+2-Modell“
garantiert, dass es während der zumeist 3-jährigen Ausbildungszeit
und der ersten beiden Arbeitsjahre aufgrund einer Duldung zu keiner
Abschiebung kommt.“
Czernohorszky kündigt an, dass kommende Woche im Wiener Gemeinderat
ein gleichlautender Resolutionsantrag eingebracht wird, der die
Bundesregierung auffordert, für Ausbildungssicherheit für
Asylwerbende Lehrlinge in Mangelberufen sowie für auszubildende
Unternehmen, die ansonsten keine Lehrlinge hätten, zu sorgen und eine
Lösung nach Vorbild der deutschen „3 plus 2-Regelung“ zu
verwirklichen. (Schluss)
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