Jugendwohlfahrt: Kompetenzabgabe an die Länder wie Kindesweglegung!

Die Österreichische Kinderliga spricht sich gegen eine Komptenzbereinigung zwischen Bund und Ländern im Kinder- und Jugendhilfe-Bereich aus.

Die überfallsartig geplante Kompetenzabgabe in diesem Bereich an die Länder entspricht einer Kindesweglegung ersten Ranges
Dr. Christoph Hackspiel, Präsident Österr. Kinderliga
Es darf nicht sein, dass es – wieder einmal – Kinder und Jugendliche trifft, und damit die Schwächsten unserer Gesellschaft, deren Stimme nicht gehört wird
Mag. Caroline Culen, fachliche Geschäftsführung Österr. Kinderliga

Wien (OTS) - Die Österreichische Liga für Kinder- und Jugendgesundheit (Kinderliga) als österreichweite Plattform von 100 Mitgliedsorganisationen zur Stärkung der Kinder- und Jugendgesundheit in Österreich teil die Befürchtung des Dachverbands Österreichischer Kinder- und Jugendwohlfahrtseinrichtungen sowie der Kinder- und Jugendanwaltschaft und anderer ExpertInnen, dass der Bund mit der geplanten Kompetenzbereinigung Tür und Tor für unterschiedliche, eventuell sogar geringere Standards im Kinderschutz und im Umgang mit gefährdeten Kindern und Jugendlichen öffnet.   

Die Kinderliga erachtet eine Kompetenzbereinigung zwischen Bund und Länder in vielen Bereichen als durchaus sinnvoll, spricht sich jedoch klar dafür aus, dass es gerade im sensiblen Kinder- und Jugendhilfe-Bereich zu keinen Verschlechterungen kommen darf. In der Verlagerung der Kompetenzen zu den Ländern sieht die Kinderliga die Gefahr einer Nivellierung nach unten. „Die überfallsartig geplante Kompetenzabgabe in diesem Bereich an die Länder entspricht einer Kindesweglegung ersten Ranges“, zeigt sich Dr. Christoph Hackspiel, Psychologe und Präsident der Kinderliga, empört.

Anstatt die Rechte von Kindern und Jugendlichen zu stärken und in Präventionsmaßnahmen zu investieren, plant die Bundesregierung, sich aus der Verantwortung für die Kinder und Jugendhilfe zu verabschieden. Eine Kompetenzabgabe an die Länder kommt einer Freigabe der Standards in der Kinder- und Jugendhilfe und im Kinderschutz gleich. „Es darf nicht sein, dass es – wieder einmal – Kinder und Jugendliche trifft, und damit die Schwächsten unserer Gesellschaft, deren Stimme nicht gehört wird“, so Mag. Caroline Culen, Psychologin und fachliche Geschäftsführung Kinderliga. Die Kinderliga appelliert an Bundesminister Josef Moser, die geplante Kompetenzabgabe an die Länder zu überdenken und auf jeden Fall von ExpertInnen erarbeitete einheitliche Mindeststandards vorzugeben. 

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