Caritas lädt Landesrat Waldhäusl erneut zu einem Besuch nach St. Gabriel ein

Wien (OTS) - Die Caritas ist bestürzt über die haltlosen Anschuldigungen in einer heutigen Aussendung der FPÖ NÖ und lädt Landesrat Waldhäusl neuerlich zu einem Besuch nach St. Gabriel ein, um sich persönlich von der qualitätsvollen Betreuung von zum Teil schwer kranken Asylwerbern ein Bild zu machen. Landesrat Waldhäusl war bis heute nicht vor Ort in St. Gabriel. Derzeit leben 110 Menschen in St. Gabriel und nicht 171 Personen wie fälschlicherweise in der Anfragebeantwortung des Landesrates behauptet. Bei der Zahl 171 handelt es sich um die Hausnummer des Missionshauses St. Gabriel.

Das Flüchtlingshaus ist seit 25 Jahre ein geschätzter Partner des Landes Niederösterreich, speziell um Menschen zu betreuen, die in anderen Unterkünften aufgrund ihrer Erkrankungen nicht adäquat betreut werden können. Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner besuchte in ihrer Funktion als Innenministerin das „Best practice-Beispiel“ St. Gabriel, um EU Kommissarin Vera Jourová eine österreichische Vorzeige-Flüchtlingsunterkunft zu präsentieren.

Die Caritas hält fest, dass der Vertrag mit dem Land Niederösterreich immer eingehalten bzw. in wesentlichen Punkten dank der Unterstützung von Freiwilligen und Spenderinnen und Spendern über Jahre hinweg übererfüllt wurde. Die Einrichtung wird unter schwierigsten Rahmenbedingungen geführt. Etwaige geringfügige Mängel wurden in der Vergangenheit allesamt rasch und fristgerecht behoben. Selbstverständlich wusste die zuständige Behörde auch zu jedem Zeitpunkt bestens über alle relevanten Zwischenfälle Bescheid, alle anderslautenden Aussagen weist die Caritas zurück.

Das gute Zusammenleben von 110 Menschen in einem Haus funktioniert speziell dank einer engagierten und professionellen Betreuung im Haus. Die Hausordnung legt dafür die grundsätzlichen Regeln für das Zusammenleben fest und wird mit jedem Bewohner und jeder Bewohnerin beim Einzug besprochen und einzeln unterschrieben. In St. Gabriel leben alte und junge Menschen, Menschen unterschiedlicher Herkunft und Religion, Menschen mit körperlichen, psychischen oder ohne Erkrankungen miteinander. Seit mittlerweile zwei Jahren haben die Caritas wie auch die Volksanwaltschaft das Land Niederösterreich wiederholt und sehr eindringlich darauf aufmerksam gemacht, dass einige schwer kranke Bewohner mit den zu Verfügung stehenden Mitteln nicht so intensiv betreut werden können, wie es ihre Erkrankungen erfordern würden. Die Caritas forderte kein Geld, sondern hat auf Bitte der zuständigen Behörde ein Konzept vorgelegt. Es gab nie ein Angebot einer Soforthilfe seitens der zuständigen Behörde, sondern den Vorschlag, das vorgelegte Gesamtkonzept mit dem angebotenen Betrag umzusetzen.

Die Sicherheit der Bevölkerung, der Bewohner und Mitarbeiter kann nur durch eine optimale Betreuung gewährleistet werden. Gerade unter diesem Aspekt ist die Entscheidung des zuständigen Landesrates sehr besorgniserregend. Die Caritas befürchtet, dass die überhastete und aktionistische Umsiedlung der Bewohner des Flüchtlingshauses zu mehr und nicht weniger Problemen führen wird. Insbesondere, wenn Patienten in eine Unterkunft verlegt werden sollen, die sich in der Vergangenheit nicht in der Lage gesehen hat, diese Menschen betreuen zu können.

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Andrea Frauscher
Pressestelle Caritas der Erzdiözese Wien
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