Wie Unternehmen ihre Mitarbeiter auf die Arbeitswelt 4.0 vorbereiten

Berlin (ots) - Studie von Ashoka und McKinsey: Automatisierung steigert nicht nur Nachfrage nach digitalen Fähigkeiten, sondern auch nach sozialen Kompetenzen - Unternehmen müssen neue Modelle der Aus- und Weiterbildung entwickeln - Lernen von Sozialunternehmern aus aller Welt

Automatisierung und Digitalisierung stellen Unternehmen vor enorme Herausforderungen: Um wettbewerbsfähig zu bleiben, werden sie ganz neue Formen und Inhalte in der Aus- und Weiterbildung ihrer Mitarbeiter entwickeln müssen. Dabei wird nicht nur die Nachfrage nach digitalen Fähigkeiten steigen, sondern auch nach sozialen Kompetenzen. Dies sind die zentralen Ergebnisse einer neuen Studie der gemeinnützigen Organisation Ashoka und der Unternehmensberatung McKinsey & Company. Ashoka widmet sich weltweit der Förderung von sozialem Unternehmertum.

Neue Modelle der Weiterbildung

Unternehmen sollten nach Ansicht der Studienautoren systematisch zwischen vier Formen und Inhalten der Aus- und Weiterbildung ihrer Mitarbeiter unterscheiden und dafür entsprechende Angebote entwickeln:

- "Upskilling": In allen bestehenden Jobs müssen Mitarbeiter darin
geschult werden, neue zur Verfügung stehende Technologien
anwenden zu können. Beispiele dafür sind Fabrikarbeiter, die im
Einsatz von Robotern oder bei der Nutzung digitaler
Überwachungssysteme geschult werden müssen.

- "Digital reskilling": Durch die Digitalisierung entstehen völlig
neue Anforderungen an IT- oder Technikberufe beispielsweise bei
Bau und Entwicklung von Robotern, Cloud Computing oder bei der
Datenverarbeitung. Hier müssen Unternehmen völlig neue
Fähigkeiten vermitteln.

- "Human reskilling": Da sich die gesamte Arbeitswelt verändert,
benötigen Unternehmen Mitarbeiter, die ihre Kollegen auf diese
Veränderungen vorbereiten, sie zum Lernen und Entwickeln neuer
Fähigkeiten motivieren. Erweitertes Einfühlungsvermögen wird
auch im Umgang mit den Kunden benötigt, deren Vertrauen gewonnen
werden muss und die an neue Angebote herangeführt werden müssen.

- "Meta Skills": Selbstorganisation, Führungs-, Anpassungs- und
Teamfähigkeit oder Kreativität - diese Fähigkeiten sind
grundsätzlich wichtig, weil lebenslanges Lernen und die
Notwendigkeit, sich auf Veränderungen einzulassen und zu
bewältigen, für die Arbeitnehmer im Zeitalter der
Digitalisierung immer wichtiger werden.

"Upskilling und Reskilling sind kurzfristige Maßnahmen, mit denen Unternehmen ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter schulen müssen, um auf erste Wellen technologischer Veränderungen zu reagieren", sagt Matthias Daub, Co-Herausgeber der Studie und Partner bei McKinsey. Meta Skills hingegen seien langfristig benötigte Fähigkeiten, die Mitarbeiter in die Lage versetzen, sich auch dauerhaft auf Veränderungen einzustellen und sich weiterzuentwickeln.

Wie die Vermittlung dieser Fähigkeiten in der Praxis gelingen kann, zeigt die Studie anhand einer Vielzahl von innovativen Sozialunternehmern aus dem Ashoka-Netzwerk: Das kanadische Tech-Start-up Bluenove beispielsweise setzt bereits bei vielen Großunternehmen eine Methode ein, mit der intern in innovativen Foren Debatten über Strategie oder Transformation geführt werden können. Ein niederländischer Ashoka-Fellow hat mit dem Pflegedienst Buurtzorg ein extrem erfolgreiches Unternehmen gegründet mit mittlerweile über 10.000 Krankenschwestern und 4.000 Pflegekräften. "Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind in rund 900 unabhängig voneinander arbeitenden Teams organisiert", beschreibt Rainer Hoell, Partner bei Ashoka Deutschland, das Unternehmen. Dieses Organisationsmodell habe ganz neue Möglichkeiten der Zusammenarbeit und des Wissensaustausches gefördert. Mit Erfolg: Das Unternehmen wurde zum vierten Mal in Folge zu Hollands attraktivstem Arbeitgeber
gewählt.


Die Studie finden Sie zum Download unter: http://ots.de/zQNKef


Über Ashoka

Ashoka ist die erste und weltweit führende Organisation zur Förderung von Social Entrepreneurs (Sozialunternehmer) - Frauen und Männer, die mit innovativen, replizierbaren Konzepten drängende gesellschaftliche Probleme lösen. Die Non-Profit-Organisation wurde im Jahr 1980 von Bill Drayton in den USA gegründet und ist heute in über 80 Ländern aktiv. In Deutschland ist Ashoka seit 2003 aktiv. Die Vision von Ashoka ist eine Gesellschaft, in der jeder Einzelne ermutigt und unterstützt wird, zur Lösung gesellschaftlicher Probleme beizutragen und positiven Wandel zu gestalten - ein Changemaker zu sein.


Über McKinsey

McKinsey & Company ist die in Deutschland und weltweit führende Unternehmensberatung für das Topmanagement. 27 der 30 DAX-Konzerne zählen aktuell zu den Klienten. In Deutschland und Österreich ist McKinsey mit Büros an den Standorten Berlin, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Hamburg, Köln, München, Stuttgart und Wien aktiv, weltweit mit 127 Büros in 65 Ländern.

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E-Mail: lhaverkamp@ashoka.org

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E-Mail: Kirsten_Best@mckinsey.com

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