- 06.06.2018, 11:57:41
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„Am Schauplatz“-Reportage „Chakra mit Gewerbeschein – die Energetiker-Branche boomt“ am 7. Juni um 21.05 Uhr in ORF 2
Wien (OTS) - Die energetische Reinigung des Krankenhauses Nord um
90.000 Euro Steuergeld hat für Schlagzeilen gesorgt. Sogar Rücktritte
von Verantwortungsträgern waren die Folge. Doch was im Großen für
Entsetzen sorgt, ist im Kleinen als Geschäftsmodell breit etabliert.
Die Energetiker-Branche boomt. 18.000 Energetiker und
Energetikerinnen gibt es in Österreich. Für die „Am
Schauplatz“-Reportage „Chakra mit Gewerbeschein – die
Energetiker-Branche boomt“ – zu sehen am Donnerstag, dem 7. Juni
2018, um 21.05 Uhr in ORF 2 – haben sich Kim Kadlec und Max Hartmann
in der Energetiker-Branche umgesehen, um Antworten zu finden.
Hand auflegen, Aura reinigen, Energieblockaden lösen – alles
Dienstleistungen, die aktuell äußerst gefragt sind. Petra Steinacker
ist Energetikerin im steirischen Bad Gleichenberg. Sie behandelt ihre
Klienten gern mit technischen Gerätschaften: „Einmal hat mich eine
Freundin angerufen, deren Mann starke Zahnschmerzen bekommen hat.
Obwohl die beiden gerade im Regenwald waren und ich in Österreich,
waren die Zahnschmerzen nach 15 Minuten weg.“
Für den Gewerbeschein braucht man keinerlei Ausbildung. Energetiker
kann jeder sein, wenn er oder sie sich berufen fühlt. Petra Strasser
ist eigentlich Wirtin im oberösterreichischen Ried im Innkreis. In
einem Wifi-Kurs in Wels hat sie sich zur Energetikerin ausbilden
lassen: „Wir haben uns dort die Chakren gereinigt, die Meridianbahnen
gezogen, und wir haben gelernt, wie man als Energetikerin einen guten
Business-Plan erstellt.“ Jetzt erzeugt Frau Strasser daheim
Aura-Sprays, die auf Esoterik-Messen guten Absatz finden. Doch leben
kann sie von dem Verkauf nicht. Am Abend kellnert sie im Kaffeehaus.
Wie viele andere betreibt sie ihr Energetiker-Geschäft nur im
Nebenerwerb.
„Wenn die Kinder größer sind und man den beruflichen Wiedereinstieg
wagen möchte, ist der Job verlockend“, sagt Charly Lechner, Sprecher
für die Energetiker in der Wirtschaftskammer. Auch deshalb seien vier
von fünf Energetikern Frauen. Dass keine der Methoden medizinisch
nachweisbar funktioniert, beschäftigt in der Energetiker-Branche
niemand. „Kein Wunder, den Energetikern geht es um ihren Profit. Es
handelt sich um Scharlatane, die einfach auf ihr Geschäft schauen“,
sagt der Buchautor und Ethnologe Christian Kreil, der sich seit
vielen Jahren mit der Branche beschäftigt. Während die einen auf die
Kräfte der Energetiker schwören, reden die anderen von Abzocke und
Geschäftemacherei. Doch was stimmt?
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