ÖH Uni Wien protestiert gegen deutsch-nationalen Burschenschafter im Universitätsrat

Gedenken an Opfer antisemitischer Gewalt an der Universität Wien

Wien (OTS) - Die ÖH Uni Wien protestiert gegen den von der Bundesregierung beschickten Universitätsrat, dessen erste offizielle Sitzung heute stattfand. Im Unirat ist mit Reinald Riedl nun ein deutsch-nationaler Burschenschafter vertreten. “In einem der wichtigsten Gremien der Universität Wien ist durch Riedl nun der stellvertretende Vorsitzende der Wiener akademischen Burschenschaft Libertas vertreten, was wir aufs Schärfste kritisieren”, klagt Lena Köhler (GRAS) vom Vorsitzteam an. “Die Libertas hat als erste Burschenschaft in Österreich bereits 1878 den ‘Arierparagraphen’ eingeführt. Sie ist Mitglied in der Burschenschaftlichen Gemeinschaft, dem völkisch-rechtsextremen Kern der Deutschen Burschenschaften und Teil des ebenso rechtsextremen Wiener Korporationsrings.”

“Die Besetzung des Unirates mit einem Vertreter dieser Ideologie ist absolut inakzeptabel und besonders in Anbetracht der antisemitischen Geschichte der Universität ein massiver Affront!”, fügt Sandra Velebit (VSStÖ) hinzu. Die ÖH Uni Wien gedachte heute deswegen der Opfer antisemitischer Gewalt durch Burschenschafter in den 1930er Jahren. “Am 22. Juni 1936 wurde Moritz Schlick im Universitätsgebäude ermordet. Sein antisemitisches Weltbild verband seinen Mörder mit deutsch-nationalen Burschenschaftern, die damals für die systematische Repression und Vertreibung von Jüdinnen und Juden an der Uni Wien sorgten”, erzählt Magdalena Taxenbacher (KSV-LiLi) von den Zuständen an der Universität Wien im Austrofaschismus. “Nun sitzt ein Vertreter einer solchen Organisation an den Schalthebeln der Uni: Eine unglaubliche Verleugnung der Geschichte!”

“Egal ob in der Universität oder außerhalb, die ÖH Uni Wien stellt sich klar gegen jede Form von Antisemitismus und Rechtsextremismus. Und genau das fordern wir auch von der Universität Wien selbst, deren Aufschrei zu dieser Besetzung des Unirates bislange ausgeblieben ist”, schließt das Vorsitzteam der ÖH Uni Wien.

Fotos der Protestaktion können Sie hier downloaden: https://we.tl/XQWTn13oWt

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