UNDOK und MEN VIA: Grünes Licht für Förderung gegen Menschenhandel

Förderung für den Verein UNDOK - Verband zur gewerkschaftlichen Unterstützung undokumentiert Arbeitender in Zusammenarbeit mit dem Männergesundheitszentrum MEN bis Ende 2019 sichergestellt

Wien (OTS/BMASGK) - Das Kooperationsprojekt von UNDOK (Anlaufstelle für Männer und Frauen, die von Menschenhandel betroffen sind) und der Anlaufstelle MEN VIA (für männliche Betroffene von Menschenhandel) wurde 2015 im Rahmen des Nationalen Aktionsplans gegen Menschenhandel 2015-2017 gegründet. Die Weiterführung des Projekts ist als - von BMI und BMASGK gemeinsam umzusetzende - Maßnahme im Nationalen Aktionsplan gegen Menschenhandel 2018-2020 enthalten, der am 30.05.2018 von Bundesministerin Mag. Beate Hartinger-Klein in den Ministerrat eingebracht wird.****

    „Seit der Eröffnung der Anlaufstellen UNDOK und MEN VIA wurden insgesamt rund 1.000 Betroffene beraten. Die Dunkelziffer der Betroffenen von Menschenhandel ist aber laut Schätzungen weit höher. Am stärksten sind Personen aus den ehemaligen Ostblock-Ländern und der Türkei betroffen. Undokumentierte Arbeitsverhältnisse sind in allen Branchen anzutreffen, am häufigsten jedoch im Hotel- und Gastgewerbe, am Bau, in der Landwirtschaft sowie im Bereich der persönlichen Dienstleistung. Es gilt hier geeignete Maßnahmen zu ergreifen, um  Betroffenen einen niederschwelligen Zugang zu Beratungsleistungen zu ermöglichen. Häufig ist die Hemmschwelle für Betroffene zu hoch, um sich selbst Hilfe zu holen. Hier gilt es zudem durch Kooperationen mit Behörden, Beratungsstellen und NGOs aber auch durch Workshops für Multiplikatoren und Betriebsräte den Blick zu schärfen, um bereits beim ersten Verdacht und Anzeichen von Menschenhandel rechtzeitig zu reagieren“, erklärt Mag. Beate Hartinger-Klein, Bundesministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz und gibt grünes Licht für die Förderung.    

Über UNDOK

    Die UNDOK-Anlaufstelle bietet gewerkschaftliche sowie arbeits- und sozialrechtliche Beratung und Unterstützung für undokumentiert Beschäftigte – Frauen und Männer gleichermaßen. Das Projekt dient auch der Erfüllung der Sanktions-Richtlinie (RL 2009/52/EG), die Maßnahmen gegen Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern vorsieht, welche Drittstaatsangehörige ohne rechtmäßigen Aufenthalt beschäftigen. Mit der Stärkung der Rechte illegal Beschäftigter wird gleichzeitig allen österreichischen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer bei der Durchsetzung fairer Arbeitsbedingungen geholfen.

    Das Projekt trägt somit zur Bekämpfung von Lohn- und Sozialdumping bei und damit zur Durchsetzung des Lohn- und Sozialdumping-Bekämpfungsgesetzes (LSD-BG), mit dem die EU-Entsende-Richtlinie (RL 96/71/EG) umgesetzt wurde.

Über MEN VIA

    Die Anlaufstelle MEN VIA hat sich in diesem Bereich vor allem auf die Beratung und Begleitung männlicher Betroffene spezialisiert. Auch die Vermittlung in Schutzunterkünfte ist Teil des Projekts. Bei Bedarf begleitet MEN VIA Opfer sowie Zeuginnen und Zeugen bei polizeilichen Anzeigen oder in Prozessen gegen Menschenhändler und trägt damit zur Strafverfolgung bei.(schluss)

Rückfragen & Kontakt:

Mag. Cornelia Mayer
Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz, stv. Pressesprecher
Tel: +43 (1) 711 00-862468
E-Mail: pressesprecher@sozialministerium.at

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