BAWO Fachtagung: Drei Tage unter dem Zeichen „Wohnen für alle. Leistbar. Dauerhaft. Inklusiv“.

Österreichweit verschlechtern sich die Kennzahlen zu Wohnen. Die BAWO – Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe fordert die Umsetzung von elf Maßnahmen und Strategien

Villach/Wien (OTS) - Die BAWO Fachtagung ist jährlicher Höhepunkt all jener ExpertInnen, die mit Wohnungsnot und Sozialer Arbeit befasst sind. Sie hat von Montag, 14. Mai bis Mittwoch, 16. Mai im Congress Center Villach stattgefunden – rund 300 TeilnehmerInnen haben sich daran beteiligt. Aktuelle Daten weisen in die gleiche Richtung: Ungleichheiten in Einkommen nehmen zu und Wohnungsnot trifft immer breitere Bevölkerungsgruppen. Angekündigte Kürzungen bei Sozialleistungen sind kein geeignetes Mittel, um hier entgegen zu wirken. Vielmehr ist leistbares Wohnen dringend zu forcieren.

Wohnungslosigkeit steigt – auch die Zahl der betroffenen jungen Erwachsenen.

Von 2008 bis 2016 ist die registrierte Wohnungslosigkeit um 32 Prozent gestiegen – aktuell sind über 15.000 Menschen in Österreich betroffen. Besonders besorgniserregend ist laut einem Bericht zur Wohnexklusion in Europa (herausgegeben durch die FEANTSA und die Stiftung Abbé Pierre) der zunehmende Anteil junger Menschen, die in Europa vom Wohnungsmarkt ausgeschlossen ist oder in untauglichem Wohnraum lebt.

Wohnkosten steigen stärker als Einkommen – ein Problem insbesondere für Menschen mit niedrigen Einkommen

Die Daten belegen eine dramatische Entwicklung: Während die Mieten bei neuen Verträgen in den letzten Jahren um 31 Prozent gestiegen sind, sind die Medianeinkommen im gleichen Zeitraum nur um 22 Prozent gewachsen, wobei es besonders starke Realeinkommensverluste für untere Einkommen zu verzeichnen gilt.

Wohnen für alle. Leistbar, dauerhaft und inklusiv.

Die Daten zeigen: Es braucht ein besseres Zusammenwirken von Wohn- und Sozialpolitik. Die BAWO fordert dazu die Umsetzung von elf Maßnahmen und Strategien für leistbares, dauerhaftes und inklusives Wohnen für alle. „Wirksame Ergebnisse können wir zum Beispiel in der verstärkten Vergabe von gemeinnützigen und kommunalen Wohnungen an einkommensschwache Menschen, sowie durch die flächendeckende Delogierungsprävention erzielen“, so BAWO Obfrau Elisabeth Hammer. Wichtig sind aber auch Maßnahmen für existenzsichernde Einkommen: „Verschlechterungen und Kürzungen im Bereich der Notstandshilfe sowie der Bedarfsorientierten Mindestsicherung fördern Obdachlosigkeit. Stattdessen braucht es Einkommen und Sozialleistungen, die Obdachlosigkeit verhindern. Und natürlich leistbare Mieten.“

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Elisabeth Hammer, BAWO Obfrau
Gerichtsgasse 3/2/3, 1221 Wien
M: + 43 (0) 699 1 952 0456
Email: elisabeth.hammer@bawo.at
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