Gewinnverschiebung von Konzernen kostet EU Milliarden

Europaabgeordnete zu Gesprächen über harmonisierte Körperschaftssteuer in Wien

Wien (OTS) - Wien, 16.Mai 2018 - Die Europaabgeordneten Alain Lamassoure (EVP, Frankreich), Paul Tang (S&D, Niederlande) und Evelyn Regner (S&D, Österreich) informierten in Gesprächen in Wien über die negativen Auswirkungen von 28 unterschiedlichen Steuersystemen. Die Gewinnverschiebung von großen Unternehmen von Hochsteuerländern in Niedrigsteuerländer kostet die EU 42 Mrd. Euro jährlich - dagegen wollen die Europaabgeordneten vorgehen und zwar mittels Gemeinsamer Konsolidierter Körperschaftssteuer-Bemessungsgrundlage (GKKB).  

 2016 unternahm die Europäische Kommission einen erneuten Versuch zur Schaffung einer gemeinsamen konsolidierten Körperschaftssteuer-Bemessungsgrundlage in der Europäischen Union (GKKB). Das Europäische Parlament unterstützt den Vorschlag der Kommission. Die drei Europaabgeordneten Alain Lamassoure (EVP, Frankreich), Paul Tang (S&D, Niederlande) und Evelyn Regner (S&D, Österreich) trafen am 15. Mai 2018 in Gesprächen in Wien mit InteressensvertreterInnen, dem Finanzministerium und Abgeordneten des österreichischen Parlaments zusammen um die Position des Europäischen Parlaments und die österreichische Perspektive zu besprechen.

 Die Abgeordneten fordern eine gerechte und transparente Besteuerung und setzen hohe Erwartungen bei der Umsetzung in die österreichische Ratspräsidentschaft. Durch die GKKB soll ein einheitlicher europäischer Rahmen für die Berechnung und Besteuerung von Gewinnen der Unternehmen in der EU geschaffen werden um einen fairen und transparenten Wettbewerb zu ermöglichen.

 

Der französische Abgeordnete Alain Lamassoure dazu: „Es braucht vor allem den politischen Willen, um unfaire Steuerpraktiken innerhalb und in einem weiteren Schritt auch außerhalb der EU zu beenden. Wir sollten aus Skandalen wie den Lux-Leaks oder den Paradise-Papers die Lehren ziehen. Vor allem in der Digitalbranche ist das Problem der Steuerflucht noch weit verbreitet. So hat beispielsweise Facebook alleine in Frankreich 30 Millionen Nutzer, zahlt aber keinen einzigen Euro Steuern.“ 

 

Auch der niederländische Sozialdemokrat Paul Tang plädierte mit Nachdruck für gemeinsame Standards zur Besteuerung der größten Unternehmen: „Es ist an der Zeit, das europäische Steuersystem ins 21. Jahrhundert zu führen. Die GKKB stellt sicher, dass multinationale Unternehmen dort Steuern zahlen, wo sie auch aktiv sind und nicht dort, wo sie die Gewinne verbuchen. Wir als Parlament haben unseren Job gemacht, jetzt liegt es am Rat und vor allem an der österreichischen Ratspräsidentschaft Steuerpiraterie zu stoppen.“

 In das gleiche Horn stößt die österreichische Abgeordnete Evelyn Regner: „Durch kreative Steuerkonstruktionen verlieren wir in der EU jährlich 1.000 Mrd. Euro. Während die Billa-Verkäuferin monatlich brav ihre Steuern zahlt, verschieben Unternehmen wie Facebook und Apple Gewinne in Milliardenhöhe über den Kontinent, um die eigene Steuerleistung zu minimieren.“   

 

Fotos: https://www.flickr.com/photos/125657602@N07/albums/72157696879144715 (Credits: European Parliament /ARW (2018))  

 

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