- 15.05.2018, 13:47:58
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Stadtschulrat: „Runder Tisch gegen Gewalt“ beschloss konkrete Maßnahmen
Wien (OTS/RK) - Heute fand im Wiener Stadtschulrat ein Runder Tisch
gegen Gewalt an Schulen statt. Teilgenommen haben hieran zahlreiche
Institutionen aus den Bereichen Sicherheit, Bildung und Jugend,
sämtliche SchulpartnerInnen (LehrerInnen-, SchülerInnen- und
ElternvertreterInnen), die RepräsentantInnen aller im Wiener
Gemeinderat vertretenen Parteien sowie der Religionsgemeinschaften.
Wiens Bildungsdirektor und Amtsführender Stadtschulratspräsident
Heinrich Himmer: „Anlass des Runden Tisches ist die in den
vergangenen Monaten – medial wie politisch – intensiv diskutierte
Sorge vor Gewalt an Schulen. Der Stadtschulrat für Wien nimmt dieses
Thema ernst und hat sich daher entschlossen, gemeinsam mit anderen
PartnerInnen die Diskussion fortzuführen und Strategien und Maßnahmen
für ein friedliches Miteinander von SchülerInnen, LehrerInnen und
Eltern zu entwickeln.“
So wurden im Rahmen des heutigen Runden Tisches bereits erste
Maßnahmen vereinbart und ein Zeitplan festgelegt.
Konkret soll – um die tatsächliche Dimension des Themas Gewalt an
Schulen fassbar zu machen - gemeinsam mit der Wiener Polizei die
Möglichkeit einer quantitativen Erfassung von Gewaltdelikten an
Schulen geschaffen werden. Himmer: „Das Thema ‚Gewalt an Schule‘ muss
endlich anhand von Fakten diskutiert werden. Deshalb ist es
grundlegend, dass alle erfassbaren Daten hierzu bald auf dem Tisch
liegen.“
Weiters wurde als konkrete Maßnahme die Erstellung von zwei
Broschüren (Print wie digital) für LehrerInnen und auch Eltern und
SchülerInnen beauftragt. In diesen soll (ebenfalls in Kooperation mit
der Polizei) über bestehende Rechtsgrundlagen informiert werden,
damit insbesondere die LehrerInnen Handlungssicherheit bei Themen wie
Anzeigerecht vs. Anzeigepflicht oder auch dem Prozedere der direkten
Kontaktaufnahme mit der Polizei und anderen Institutionen gewinnen.
Andererseits sollen LehrerInnen Hilfestellung für die
schulrechtlich passenden Möglichkeiten disziplinarischer Sanktionen
bekommen. Diese Informationen werden im Sinne der umgekehrten
Kenntnis der eigenen Rechte auch SchülerInnen und Eltern in eigener
Broschürenform vorgelegt.
Himmer dazu: „Oftmals ist die Kenntnis darüber, was in der Schule
erlaubt und was verboten ist, aber auch darüber, was man im Falle von
Zuwiderhandlungen tun kann, zu gering. Mit diesen neuen Materialien
möchten wir den LehererInnen den Rücken stärken und ihre
Handlungsfähigkeit erhöhen.“
Überdies wurde vereinbart, dass in einer Untergruppe das Thema
Suspendierungen im Detail weiter bearbeitet wird. So ist das Ziel,
dass Suspendierungen in Zukunft nicht nur einen temporären
Schulverweis bedeuten, sondern zu einer je nach konkreter Sachlage
direkten Kontaktaufnahme und Fallbetreuung in Zusammenarbeit mit
einer anderen Institution (Jugendwohlfahrt, Polizei etc.) führen.
Generell wurden in der lebendig geführten Diskussion im Rahmen
des Runden Tisches zahlreiche weitere Ideen, Wünsche und/oder
Forderungen formuliert, die nun in Folge in Untergruppen präzisiert
und auf ihre jeweilige Umsetzbarkeit hin geprüft werden.
Als Zeitplan wurde festgelegt, dass die ersten Maßnahmen wie
Datenerfassung und Broschürenerstellung bis Herbst 2018 umgesetzt
werden. Überdies soll es – ebenfalls im Herbst – einen weiteren
Runden Tisch geben, der konkrete Ergebnisse der Untergruppen
präsentieren wird, damit weitere Maßnahmen vereinbart werden können.
Himmer abschließend: „Das Thema Gewalt ist viel zu ernst, als
dass es mit einer Runde gelöst werden könnte. In diesem Sinne
versteht sich der heutige überfraktionelle, interkonfessionelle und
multiprofessionelle Runde Tisch auch als Auftakt. Wir brauchen einen
fortgesetzten Schulterschluss aller Akteure für die Bekämpfung von
Gewalt – das haben sich unsere Schulen, unsere LehrerInnen,
SchülerInnen und Eltern verdient.“ (Schluss) ssr
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