Gebarung positiv – Auftrag bleibt bestehen

Überschuss bei Krankenkassen ist positives Signal für Gesundheitswesen, sollte aber umso mehr für tiefgreifende strukturelle Reformen eingesetzt werden

Die Pharmawirtschaft wurde mit massiven Einschnitten bei den Arzneimittelpreisen im letzten Jahr ordentlich zur Kasse gebeten. Und das trotz des Umstandes, dass wir schon seit einigen Jahren Solidarbeiträge in Millionenhöhe an die Krankenkassen leisten oder auch trotz der individuellen Rabatte, die die pharmazeutischen Unternehmen den Kassen gewähren.
Dr. Jan Oliver Huber, Generalsekretär der Pharmig

Wien (OTS) - Das heute veröffentlichte, positive Jahresergebnis der Krankenkassen mit einem Überschuss von 48 Millionen Euro für 2017 ist erfreulich und gleichzeitig ein Auftrag. Nämlich dort einzusparen, wo tatsächlich Reformbedarf besteht. Dazu Dr. Jan Oliver Huber, Generalsekretär der Pharmig: „Die Pharmawirtschaft wurde mit massiven Einschnitten bei den Arzneimittelpreisen im letzten Jahr ordentlich zur Kasse gebeten. Und das trotz des Umstandes, dass wir schon seit einigen Jahren Solidarbeiträge in Millionenhöhe an die Krankenkassen leisten oder auch trotz der individuellen Rabatte, die die pharmazeutischen Unternehmen den Kassen gewähren.“

Der Gebarungsüberschuss der Krankenkassen zeigt, dass diese radikalen Maßnahmen im Bereich der Arzneimittel nicht notwendig gewesen wären. „Dafür gab es keine ökonomische Notwendigkeit. Die Einsparungen in anderen Bereichen waren laut Aussagen des HV-Chefs Dr. Alexander Biach weit höher und können in Zukunft abermals deutlich erhöht werden, wenn der Spitalssektor und dessen Finanzierung wirklich reformiert werden“, so Huber.

Arzneimittelpreise stehen dauerhaft in der Kritik. Dazu trägt nicht zuletzt die Art und Weise bei, wie der Hauptverband seine Gebarung prognostiziert. Dazu Huber: „Zuerst ist immer von einem eklatanten Minus zu hören, das für das nächste Jahr vorausgesagt wird. Im Laufe des Jahres wird dieses Minus sukzessive kleiner geredet, um letzten Endes dann in einem positiven Ergebnis zu münden. Das beobachten wir schon seit Jahren. Damit wird Druck auf die Vertragspartner des Hauptverbands, wie etwa die pharmazeutischen Unternehmen, ausgeübt. Wir plädieren daher für eine balancierte und faire Sichtweise auf das Thema der Arzneimittelpreise und auf die pharmazeutische Industrie.“ Aktuelles Beispiel ist die Prognose für das heurige Jahr: Im Februar verlautbarte der Hauptverband ein voraussichtliches Minus von 41 Millionen. Heute wird dagegen bereits ein Plus von sechs Millionen in Aussicht gestellt.

Prinzipiell ist es im Interesse aller, dass die vorhandenen finanziellen Mittel im Gesundheitswesen effizienter eingesetzt werden. „Hier ist aber gewiss noch einiges zu tun. Es ist nämlich schon allein aufgrund der viel verzweigten Finanzierungsströme völlig undurchschaubar. Das führt dazu, dass beispielsweise Patienten von einem Bundesland ins andere verfrachtet werden oder dass Therapien in einem Bundesland bezahlt werden, im anderen aber nicht. Das muss im Sinne der Patienten gelöst werden“, mahnt Huber.

Über die Pharmig: Über die Pharmig: Die Pharmig ist die freiwillige, parteipolitisch unabhängige Interessenvertretung der pharmazeutischen Industrie in Österreich. Die rund 120 Mitgliedsunternehmen (Stand Mai 2018) mit ca. 18.000 Mitarbeitern decken den heimischen Arzneimittelmarkt zu gut 95 Prozent ab. Die Pharmig und ihre Mitgliedsfirmen stehen für eine bestmögliche Versorgungssicherheit mit Arzneimitteln im Gesundheitswesen und sichern durch Qualität und Innovation den gesellschaftlichen und medizinischen Fortschritt.

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