- 08.05.2018, 10:10:17
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Ö1: „Hundert Häuser – Die Republik Österreich im Spiegel ihrer Architektur“
Zwei Ausstellungen im Funkhaus: „Homages“ und „Die Ahnung eines großen Gefühls“
Utl.: Zwei Ausstellungen im Funkhaus: „Homages“ und „Die Ahnung
eines großen Gefühls“ =
Wien (OTS) - Am Dienstag, den 15. Mai (17.25 Uhr) startet auf Ö1 die
hundertteilige Reihe „Hundert Häuser“, mit der des 100. Geburtstages
der im November 1918 gegründeten Republik Österreich gedacht wird.
Für jedes der hundert Jahre wird ein Bauwerk porträtiert. In der
ersten Sendung steht das Wiener Funkhaus im Mittelpunkt. Aus diesem
Anlass beginnen am 15. Mai auch zwei Ausstellungen im Funkhaus: die
Klangausstellung „Homages“, die sich auf gänzlich andere Weise der
Erforschung und Erfahrung von Architektur widmet, und „Die Ahnung
eines großen Gefühls“, eine Ausstellung von Studierenden der
„Angewandten“, die dem „Hören“ an sich ist gewidmet ist.
Die Reihe „Hundert Häuser – Die Republik Österreich im Spiegel
ihrer Architektur“ ist Teil des Ö1-Schwerpunktes „Jahr der
Zeitgeschichte 2018“ und erzählt anlässlich der Gründung der Ersten
Republik im Jahr 1918 die Geschichte dieser 100 Jahre anhand von 100
Häusern. Von 15. Mai bis 12. November sind diese hundert
vierminütigen Sendungen zu je einem Bauwerk aus je einem Jahr zu
hören, immer um 17.25 Uhr in Ö1, von Montag bis Donnerstag.
Den Beginn macht am 15. Mai um 17.25 Uhr in Ö1 das Funkhaus in der
Wiener Argentinierstraße. Von 1935 bis 1938 wurde es errichtet, nach
Plänen der im sozialen Wohnbau des Roten Wien erprobten Architekten
Hermann Aichinger und Heinrich Schmid. Der Star-Architekt des
Ständestaats, Clemens Holzmeister, übernahm die Planung und verpasste
dem funktionalistischen Straßentrakt eine für das austrofaschistische
Regime repräsentative, monumentale Front. Die Inbetriebnahme blieb
den Nazis. Am 16. Mai wird die Wotruba Kirche vorgestellt (für das
Jahr 1976) und am 17. Mai das Olympische Dorf (für das Jahr 1964).
Weitere Sendungen widmen sich beispielsweise dem Wohnpark Alt Erlaa
(1985), dem Landesmuseum Burgenland (1921), der Murinsel (2003), dem
Hotel Europa Salzburg (1957), der Österreichischen Nationalbank
(1918), dem Karl-Marx-Hof (1930), Schloß Kleßheim (1940), dem
Haas-Haus (1990) oder der Hauptbücherei Wien (2000). Berücksichtigt
wird die Architektur aller neun Bundesländer. Porträtiert werden
öffentliche Bauten ebenso wie private Initiativen. Begleitet wird das
Projekt online mit einer interaktiven Landkarte unter
http://oe1.orf.at/hunderthaeuser.
Mit der Radioserie „Hundert Häuser“ wird der Versuch unternommen,
eine Geschichte der Republik Österreich anhand von Bauwerken des
Landes zu erzählen. Meist handelt es sich dabei um das Jahr der
Fertigstellung des Bauwerks; manchmal ist es das Jahr seiner
Zerstörung oder Stilllegung; und einige Jahre in der Serie sind mit
Gebäuden besetzt, die ein historisches Ereignis repräsentieren,
obwohl sie zu einem anderen Zeitpunkt entstanden sind. Es sind jedoch
nicht nur die großen, wissenschaftlich aufgearbeiteten Bauwerke, die
porträtiert werden, sondern zuweilen auch ganz unauffällige,
sonderbare oder architektonisch eher belanglose Bauwerke. Eine
Berghütte in Tirol wird besucht und ein Baumarkt in Kärnten, zwei
Freibäder und ein Kugelhaus. Das Kraftwerk Kaprun, die aus den
Hermann-Göring-Werken in Linz hervorgegangene Stahlwelt und die
Europabrücke am Brenner stehen für den Wiederaufbau, den
wirtschaftlichen Aufschwung und die Zukunftsgläubigkeit der Zweiten
Republik, das nie in Betrieb genommene AKW Zwentendorf hingegen für
die Abwendung von der Atomenergie und einen Wandel des
Demokratieverständnisses. Besucht werden Museen, Konzerthäuser und
Büchereien, Kirchen, Friedhöfe und eine Pagode, Einfamilienhäuser,
Flüchtlingsquartiere und Wohnsiedlungen für Tausende. Ein Zollamt,
ein Stadion und zwei Bahnhöfe. Anrainer/innen und Bewohner/innen
führen durch ihr Zuhause, Architekt/innen und Ingenieur/innen
berichten über ihre Ideen und Erkenntnisse, das Wissen von Fachleuten
wird neben Meinung und Erfahrungen von Laien gestellt. Die
Geschichten der „Hundert Häuser“ handeln von Machtwechseln,
Vertreibung, Fortschrittsglauben, Megalomanie, Zerstörung,
Wiederaufbau, Entwicklungssprüngen, internationaler Zusammenarbeit
und Solidarität, Migrationsbewegungen, Friedensbestrebungen,
Forschungserfolgen, Arbeitssuche, Individualisierung, Städtewachstum
und Landflucht. In Summe ergibt sich daraus ein Bild der Republik im
Spiegel ihrer Architektur, ein Mosaik österreichischer
Zeitgeschichte.
Hörausstellung „Homages“
Gleichzeitig mit dem Start der „Hundert Häuser“ beginnt im Wiener
Funkhaus die Hörausstellung „Homages“, die zum Flanieren einlädt:
Ausgerüstet mit Kopfhörern erschließen sich den Besucher/innen beim
Gang durch das Funkhaus neue Perspektiven auf dessen Architektur.
Entstanden ist das Projekt für das legendäre Haus des Architekten
Raimund Abraham, das seit fünfzehn Jahren als „Austrian Cultural
Forum New York“ in der 52nd Street in Manhattan in Verwendung ist.
Weil es um ein New Yorker Projekt mit österreichischem Kulturauftrag
ging, entstanden fünfzehn österreichische, kompositorische Hommagen
von unter anderem Olga Neuwirth, Christian Fennesz, Mira Lu Kovacs
und Patrick Pulsinger an New Yorker Musik-Modernisten.
Einige Monate später konnte man mit Hilfe dieses Projektes dann im
Rahmen des ORF musikprotokolls eine heimliche Ikone der Moderne in
Graz erkunden, das ebenfalls aus den frühen 30er Jahren stammende
„Grazer Stadtwerke-Haus“, das einzige Beispiel der architektonischen
Moderne in der Grazer Innenstadt. Und nun, wiederum einige Monate
später, kann mit diesen fünfzehn Kompositionen im Ohr das Wiener
Funkhaus erkundet werden. Alle drei Gebäude sind übrigens Teil jener
Sammlung von „Hundert Häusern“, die in Ö1 zu hören sind. Eröffnet
wird „Homages“ am 15. Mai um 17.00 Uhr, weitere Termine für die
akustische Besichtigung dieser Hörausstellung sind am 17., 18., 24.
und 25. Mai sowie am 7., 8., 14. und 15. Juni jeweils von 16.00 bis
19.00 Uhr im Wiener Funkhaus.
Ausstellung „Die Ahnung eines großen Gefühls“
Vollends zum der Kunst gewidmeten Haus wird das Funkhaus durch
eine weitere Ausstellung, die ebenfalls am 15. Mai eröffnet wird.
Präsentiert werden Werke angehender Künstlerinnen und Künstler: 25
Studierende der Klasse für Malerei und Animationsfilm der Universität
für Angewandte Kunst haben sich in ihren Arbeiten mit der Frage
beschäftigt, wie sich eine akustische Kulisse – ob Musik, Gespräch
oder Geräusch –, der Malerinnen und Maler bei ihrer Arbeit gewollt
oder ungewollt ausgesetzt sind, auf der Leinwand abbilden lässt. Zu
besichtigen ist die Ausstellung im Rahmen der ORF Backstage-Führungen
bis 30. September (täglich von 8.00 bis 18.00 Uhr, Backstage-Hotline:
(01) 877 99 99, http://backstage.ORF.at).
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