- 27.04.2018, 11:16:58
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AK Hauptversammlung 1: Kaske: Mitreden, mitbestimmen und freie Berichterstattung müssen sein
Abschied als BAK Präsident mit Appell gegen Angriffe auf AK, ORF, AUVA oder die Sozialversicherung
Utl.: Abschied als BAK Präsident mit Appell gegen Angriffe auf AK,
ORF, AUVA oder die Sozialversicherung =
Wien (OTS) - Mit einem Rückblick auf 44 Jahre in der
ArbeitnehmerInnenbewegung und einem Aufruf zum weiteren Einsatz für
die Rechte der Beschäftigten scheidet Rudi Kaske aus seiner Funktion
als Präsident der Bundesarbeitskammer. Die Arbeiterkammern seien
gemeinsam mit den Gewerkschaften und den Sozialpartnern immer wieder
Krisenfeuerwehr gewesen, etwa in der Finanzkrise, sagte Kaske. Er
verwies auf einige politische Erfolge seiner Amtszeit, die gemeinsam
mit den Gewerkschaften und Sozialpartnern erreicht worden sind: die
Lohnsteuersenkung im Ausmaß von 1,5 Milliarden Euro, die
Ausbildungspflicht, die Bildungsteilzeit, die Wiedereinstiegsteilzeit
nach langem Krankenstand sowie der Mindestlohn von 1.500 Euro. Mit
Sorge blickte Kaske auf die aktuellen politischen Entwicklungen in
Europa und in Österreich, insbesondere auf die Angriffe auf AK, ORF,
die Unfallversicherung oder das AMS.
Die 70er Jahre seien eine Zeit des Aufbruchs für die
Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer gewesen. Kaske erinnerte an die
Verankerung der 5-Tage-Woche in der Gastronomie, die Einführung von
Jugendvertrauensräten in den Betrieben oder die Ausweitung des
Ur-laubsanspruches. Derzeit dagegen machen sich in Europa zunehmend
autoritäre Gedanken breit. „Und auch angesichts der aktuellen
Debatten in Österreich um die Unfallversicherung, den 12-Stunden-Tag
oder die Abschaffung der Aktion 20.000 habe ich meine Zweifel, dass
die Anliegen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer bei der Politik
Gehör finden“, so Kaske. Die Diskussion um den AK Beitrag, der bei
einem mittleren Einkommen nur etwa sieben Euro netto im Monat
ausmacht, nannte er ein „Scheingefecht, bei dem es in Wahrheit um die
Schwächung der AK geht“. Zu den Angriffen auf den ORF sagte Kaske:
„Journalistinnen und Journalisten müssen ihre Arbeit machen können,
ohne dafür diffamiert zu werden.“
Die neun Arbeiterkammern seien mit ihren Top-ExpertInnen in den
Fachabteilungen und in der Beratung in Rechts- Steuer- und
Konsumentenschutzfragen „Häuser des Wissens und der Gerechtigkeit“,
die den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern zu ihrem Recht
verhel-fen, so Kaske. Mitreden und Mitbestimmen sind Grundpfeiler der
demokratischen Ordnung. „Deshalb werden auch weiterhin die
Arbeiterkammern wichtige Ideenspender sein und sich engagiert für die
Interessen der Beschäftigten zu Wort melden“, erklärte Kaske. Derzeit
laden AK und ÖGB die Beschäftigten in ganz Österreich zur Teilnahmen
an der Dialoginitiative „Wie soll Arbeit?“ ein.
(Forts.)
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