• 23.04.2018, 16:22:57
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  • OTS0154

Kirche verurteilt Kundgebungen rund um Bleiburger Totengedenken

Diözese Gurk verbietet u.a politische Reden, Fahnen, Uniformen bei und im Umfeld der Messe für Opfer des Todesmarsches - Einhaltung der Vorgaben sind Bedingung für künftige Erlaubnis der Messe

Utl.: Diözese Gurk verbietet u.a politische Reden, Fahnen, Uniformen
bei und im Umfeld der Messe für Opfer des Todesmarsches -
Einhaltung der Vorgaben sind Bedingung für künftige Erlaubnis
der Messe =

Klagenfurt-Wien (KAP) - Die katholische Kirche in Kärnten
"distanziert sich mit Nachdruck und Entschiedenheit von allen
rechtsextremen und faschistischen Kundgebungen im Umfeld des
Totengedenkens in Bleiburg", das am kommenden 12. Mai stattfinden
soll. Das hat die Diözese Gurk in einer Aussendung am
Montagnachmittag erklärt. Gleichzeit werden kirchlicherseits klare
Verhaltensregel für die Messe und das Umfeld festgelegt. Ort der
Gedenkfeier südlich von Bleiburg ist das Loibacher Feld, das im Mai
1945 Schauplatz tragischer Ereignisse war.

In einer gemeinsamen Stellungnahme der Kirche und der zuständigen
staatlichen Behörden in Kärnten hält die Diözese Gurk-Klagenfurt
fest, dass die katholische Kirche in Kroatien gemeinsam mit dem
"Bleiburger Ehrenzug" Veranstalter der bevorstehenden
Totengedenkfeier sind. Die Feier der Heiligen Messe, die auf einem
privatem Grundstück stattfindet, "entspricht der kirchenrechtlichen
Ordnung und hat in den vergangenen Jahren auch keinen Anlass für
Kritik geboten", so das Kärntner Ordinariat.

Um sicher zu stellen, dass auch das räumliche und zeitliche Umfeld
der Messe wie das Totengebet und die Prozession keinen Anlass für
Kritik bieten, seien die kirchlichen Verantwortlichen in Kroatien in
diesem Jahr schriftlich dazu aufgefordert worden, für mehrere
Maßnahmen Sorge zu tragen. Die Diözese erwähnt dazu "Verbot
politischer Reden innerhalb der hl. Messe - vom Einzug bis zum
Schlusssegen -, Verzicht auf das Tragen politischer Abzeichen, auf
Plakate und Transparente, Uniformen oder uniformähnlicher Bekleidung
sowie von Trikots oder sonstiger Bekleidung mit inkriminierenden
Aufdrucken, Verbot des Aufbaus von Zelten und Verkaufsständen sowie
kein Ausschank von Alkohol".

Den Verantwortlichen aus der Kirche Kroatiens gegenüber sei
schriftlich festgehalten worden, dass die "Einhaltung dieser Vorgaben
Bedingung dafür ist, um auch künftig die Zustimmung zur Feier der hl.
Messe erteilen zu können". Außerdem werde in dem Schreiben darauf
hingewiesen, dass für die gesamte Veranstaltung die Österreichische
Rechtsordnung gelte, die einzuhalten sei.

Die Feiern in Erinnerung an die Ereignisse vor 73 Jahre sollen am 12.
Mai mit einem Opfergedenken beginnen. Im Anschluss daran findet um 12
Uhr eine Messe auf dem Gelände der Gedenkstätte statt, die vom
Vorsitzenden der Kroatischen Bischofskonferenz, Erzbischof Zelimir
Puljic (Zadar), geleitet wird.

Das Loibacher Feld bei Bleiburg war im Mai 1945 Schauplatz tragischer
Ereignisse: slowenische, kroatische und serbische Soldaten, die an
der Seite Hitler-Deutschlands gekämpft hatten und sich in Kärnten den
britischen Truppen bereits ergeben hatten, wurden dort den
kommunistische Partisanenverbänden Jugoslawiens übergeben.
Zehntausende starben in der Folge bei Märschen und bei Massakern.

Weil das Gedenken an diese Opfer während der Zeit des Kommunismus in
Jugoslawien verboten war, gewann das Loibacher Feld in Bleiburg immer
mehr an Bedeutung für die Hinterbliebenen, weil dort auf einem
Privatgrundstück eine große Gedenkstätte für die Opfer errichtet
wurde. An den Gedenkfeiern nehmen seit den 1990er-Jahren immer wieder
Spitzenrepräsentanten von Kirche und Politik in Kroatien teil.

Mehr unter:
https://www.kathpress.at/goto/meldung/1624756/kirche-verurteilt-kund
gebungen-rund-um-bleiburger-totengedenken

((forts. mgl.)) FAM/PWU
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