Kirche verurteilt Kundgebungen rund um Bleiburger Totengedenken

Diözese Gurk verbietet u.a politische Reden, Fahnen, Uniformen bei und im Umfeld der Messe für Opfer des Todesmarsches - Einhaltung der Vorgaben sind Bedingung für künftige Erlaubnis der Messe

Klagenfurt-Wien (KAP) - Die katholische Kirche in Kärnten "distanziert sich mit Nachdruck und Entschiedenheit von allen rechtsextremen und faschistischen Kundgebungen im Umfeld des Totengedenkens in Bleiburg", das am kommenden 12. Mai stattfinden soll. Das hat die Diözese Gurk in einer Aussendung am Montagnachmittag erklärt. Gleichzeit werden kirchlicherseits klare Verhaltensregel für die Messe und das Umfeld festgelegt. Ort der Gedenkfeier südlich von Bleiburg ist das Loibacher Feld, das im Mai 1945 Schauplatz tragischer Ereignisse war.

In einer gemeinsamen Stellungnahme der Kirche und der zuständigen staatlichen Behörden in Kärnten hält die Diözese Gurk-Klagenfurt fest, dass die katholische Kirche in Kroatien gemeinsam mit dem "Bleiburger Ehrenzug" Veranstalter der bevorstehenden Totengedenkfeier sind. Die Feier der Heiligen Messe, die auf einem privatem Grundstück stattfindet, "entspricht der kirchenrechtlichen Ordnung und hat in den vergangenen Jahren auch keinen Anlass für Kritik geboten", so das Kärntner Ordinariat.

Um sicher zu stellen, dass auch das räumliche und zeitliche Umfeld der Messe wie das Totengebet und die Prozession keinen Anlass für Kritik bieten, seien die kirchlichen Verantwortlichen in Kroatien in diesem Jahr schriftlich dazu aufgefordert worden, für mehrere Maßnahmen Sorge zu tragen. Die Diözese erwähnt dazu "Verbot politischer Reden innerhalb der hl. Messe - vom Einzug bis zum Schlusssegen -, Verzicht auf das Tragen politischer Abzeichen, auf Plakate und Transparente, Uniformen oder uniformähnlicher Bekleidung sowie von Trikots oder sonstiger Bekleidung mit inkriminierenden Aufdrucken, Verbot des Aufbaus von Zelten und Verkaufsständen sowie kein Ausschank von Alkohol".

Den Verantwortlichen aus der Kirche Kroatiens gegenüber sei schriftlich festgehalten worden, dass die "Einhaltung dieser Vorgaben Bedingung dafür ist, um auch künftig die Zustimmung zur Feier der hl. Messe erteilen zu können". Außerdem werde in dem Schreiben darauf hingewiesen, dass für die gesamte Veranstaltung die Österreichische Rechtsordnung gelte, die einzuhalten sei.

Die Feiern in Erinnerung an die Ereignisse vor 73 Jahre sollen am 12. Mai mit einem Opfergedenken beginnen. Im Anschluss daran findet um 12 Uhr eine Messe auf dem Gelände der Gedenkstätte statt, die vom Vorsitzenden der Kroatischen Bischofskonferenz, Erzbischof Zelimir Puljic (Zadar), geleitet wird.

Das Loibacher Feld bei Bleiburg war im Mai 1945 Schauplatz tragischer Ereignisse: slowenische, kroatische und serbische Soldaten, die an der Seite Hitler-Deutschlands gekämpft hatten und sich in Kärnten den britischen Truppen bereits ergeben hatten, wurden dort den kommunistische Partisanenverbänden Jugoslawiens übergeben. Zehntausende starben in der Folge bei Märschen und bei Massakern.

Weil das Gedenken an diese Opfer während der Zeit des Kommunismus in Jugoslawien verboten war, gewann das Loibacher Feld in Bleiburg immer mehr an Bedeutung für die Hinterbliebenen, weil dort auf einem Privatgrundstück eine große Gedenkstätte für die Opfer errichtet wurde. An den Gedenkfeiern nehmen seit den 1990er-Jahren immer wieder Spitzenrepräsentanten von Kirche und Politik in Kroatien teil.

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