- 17.04.2018, 12:37:32
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„Horizon 2020“: Bereits mehr als 870 Millionen Euro EU-Forschungsmittel für Österreich
Österreich bei Erfolgsquote unter TOP 3 im EU-Forschungsrahmenprogramm – BM Faßmann, FFG-GF Egerth und ERC-Preisträger Maulide ziehen Zwischenbilanz
Utl.: Österreich bei Erfolgsquote unter TOP 3 im
EU-Forschungsrahmenprogramm – BM Faßmann, FFG-GF Egerth und
ERC-Preisträger Maulide ziehen Zwischenbilanz =
Wien (OTS) - „‘Horizon 2020‘ ist eine europäische Erfolgsgeschichte
mit exzellentem Österreich-Kapitel“, zog Wissenschafts- und
Forschungsminister Dr. Heinz Faßmann heute eine positive
Zwischenbilanz zum 2014 gestarteten EU-Forschungsrahmenprogramm. In
einem gemeinsamen Pressegespräch mit FFG-Geschäftsführerin Dr.
Henrietta Egerth und ERC-Preisträger Dr. Nuno Maulide präsentierte er
aktuelle Zahlen zum Abschneiden der in Österreich tätigen
Forscher/innen und Unternehmen: Demnach sind bisher 871 Millionen
Euro an europäischen Forschungsmitteln nach Österreich geflossen.
„Das ambitionierte Ziel, insgesamt rund 1,5 Milliarden Euro nach
Österreich zu holen, ist damit in Griffweite“, so
FFG-Geschäftsführerin Egerth. Während sich "Horizon 2020" mit den
letzten Ausschreibungen auf der Zielgeraden befindet, läuft die
Aufwärmphase für das 2021 startende 9. Rahmenprogramm, das maßgeblich
während der österreichischen EU-Ratspräsidentschaft in der zweiten
Jahreshälfte ausgestaltet und verhandelt wird.
Österreich zählt bei Erfolgsquote zu TOP 3, bisher 871
Millionen Euro nach Österreich
Österreich zählt in „Horizon 2020“ zu den TOP 3 (gemessen an der
Erfolgsquote nach Beteiligungen) und in Österreich tätige
Forscher/innen und Unternehmen konnten seit Programmstart 2014
bereits 871 Millionen Euro (Datenstand März 2018) einwerben.
Besonders erfolgreich schneidet Österreich im Bereich
Exzellenz/ERC-Grants sowie bei den Unternehmen ab. Die bisher nach
Österreich geflossenen EU-Forschungsmittel im Überblick:
- Bei der Erfolgsquote der Beteiligung liegt Österreich mit 16,9
Prozent deutlich über dem Durchschnitt aller Länder (14,7 Prozent)
sowie der EU-28 (14,6 Prozent). Österreich zählt hier zu den TOP 3,
hinter Belgien (17,7 Prozent) und Frankreich (17,0 Prozent).
- Österreich verzeichnet 2.188 bewilligte Beteiligungen, das
entspricht einem Anteil von 2,8 Prozent.
- Bei den bewilligten Koordinatoren entfallen auf Österreich 439, das
ist ein Anteil von 2,5 Prozent.
- Forscher/innen an heimischen Hochschul- und Forschungseinrichtungen
konnten seit „Horizon 2020“-Programmstart 115 ERC-Grants und rund 205
Millionen Euro einwerben.
- Die österreichischen Unternehmen schneiden in „Horizon 2020“ auch
Dank Unterstützung der Wirtschaftskammer Österreich und der FFG sehr
gut ab: Bisher konnten 462 Unternehmen Förderungen von rund 325
Millionen Euro lukrieren.
Faßmann: Exzellenz ist an heimischen Unis und
Forschungseinrichtungen zuhause
Die hohe Anzahl der beim Europäischen Forschungsrat (European
Research Council, ERC) eingeworbenen Grants sieht Minister Faßmann
als erneuten Beleg für die hohe Qualität: „Exzellenz ist an
heimischen Universitäten und Forschungseinrichtungen zuhause.“ Um
heimische Institutionen weiter in ihrem Engagement zu bestärken und
einen bewussten Anreiz zu setzen, wird es heuer erstmals den vom
BMBWF initiierten und finanzierten „Nurturing Talents Prize“ für
österreichische ERC-Gastinstitutionen geben. Die Abwicklung liegt bei
der FFG, der Start der Ausschreibung ist für Anfang Mai geplant und
die zwei mit jeweils 10.000 Euro dotierten Preise sollen beim FFG
FORUM 2018 am 13. September 2018 verliehen werden. „Ich sehe diese
Auszeichnung als Anerkennung und Anreiz für Institutionen, die ein
besonderes Augenmerk auf den ERC legen“, so Faßmann zu diesem Preis,
der auch auf den Empfehlungen des ERA Council Forums unter dem
Vorsitz der ehemaligen ERC-Präsidentin Dr. Helga Nowotny fußt.
Faßmann: 9. Rahmenprogramm wird maßgeblich während
EU-Präsidentschaft verhandelt
Im zweiten Halbjahr 2018 übernimmt Österreich den EU-Ratsvorsitz.
„Das ist insbesondere auch im Wissenschafts- und Forschungsbereich
eine spannende Aufgabe“, betont Minister Faßmann. Neben den rund 40
FTI-Fachveranstaltungen liegt der inhaltliche Fokus auf dem 9.
Rahmenprogramm, das 2021 „Horizon 2020“ ablösen wird. „Die
Verhandlungen zum 9. Rahmenprogramm werden wesentlich während unserer
Ratspräsidentschaft stattfinden“, so der Minister weiter, „als ersten
Meilenstein werde ich die Forschungsminister/innen aus allen
EU-Staaten am 16./17. Juli 2018 nach Wien einladen, um auszuloten,
wie viel Konsens und wie viele offene Punkte es bei den Verhandlungen
gibt. Auf technischer Ebene wird Österreich ab Juli einen
Verhandlungsmarathon mit zwei Verhandlungsrunden pro Woche in Brüssel
durchführen. Am Ende unserer Präsidentschaft wollen wir breite
Zustimmung zu vielen Aspekten des 9. Rahmenprogramms erreichen.“
FFG: Umfassendes Informations- und Beratungsangebot
„Wir wollen Forscher/innen und Unternehmer/innen bestmöglich
unterstützen, so dass sie Kopf und Hände frei haben für Forschung und
Innovation! Damit sind wir ein starker Partner für eine erfolgreiche
Antragstellung“, so Henrietta Egerth zur Rolle der Österreichischen
Forschungsförderungsgesellschaft FFG, die als Nationale Kontaktstelle
fungiert. Die vom Bund und der Wirtschaftskammer Österreich
finanzierten Beratungs- und Informationsmaßnahmen reichen dabei von
persönlichen Beratungen (rund 5.000 jährlich) und
Antragssteller/innen-Trainings über Online-Webinare und
Veranstaltungen in den Bundesländern bis hin zu Proposal-Checks. „Wir
sehen unsere Rolle auch darin, mit nationalen Fördermaßnahmen den
Boden für erfolgreiche europäische Beteiligungen aufzubereiten“,
nannte Egerth als Beispiel die Quantentechnologie, wo kürzlich eine
nationale Ausschreibung gemeinsam mit dem Wissenschaftsfonds FWF
gestartet wurde, die auch die Teilnahme auf europäischer Ebene am
Quantentechnologie-Flagship unterstützen soll.
FFG: Engagement von Unis bei gesellschaftlichen
Herausforderungen wieder stärken
Aus dem laufenden Kontakt mit den Forscher/innen und Unternehmen hat
die FFG auch ein sehr gutes Bild über Herausforderungen in der
Antragsstellung – „wir wissen, wo der Schuh drückt und wo wir noch
Luft nach oben haben“, so Egerth. Als Beispiel nannte sie den
ERC-Grant „Proof of Concept“. Er fördert Wissenschafter/innen, die
bereits einen ERC-Grant eingeworben haben und eine aus dem
ERC-Projekt entstandene Idee hinsichtlich ihres Potentials für
vermarktbare Innovationen testen wollen. "Hier müssen wir uns
geeignete Maßnahmen überlegen, um diesen Grant noch bekannter zu
machen, denn er bietet Forscher/innen eine attraktive Möglichkeit, um
zum Beispiel Unternehmen zu überzeugen, in ihre Technologie zu
investieren", so Egerth. Eine weitere Herausforderung sieht die
FFG-Geschäftsführerin in Hinblick auf das 9. Rahmenprogramm im
Beteiligungsverhalten der Universitäten, das im Vergleich zum 7.
Rahmenprogramm abgenommen hat. „Während es bei den Unis einen
Rückgang von rund zehn Prozent gibt, konnten die Unternehmen um zehn
Prozent zulegen. Unser Ziel muss es sein, das Engagement von Unis im
Bereich der gesellschaftlichen Herausforderungen wieder zu stärken.“
Maulide: ERC Grants sind einzigartiger
Finanzierungsmechanismus
„ERC Grants sind ein einzigartiger Finanzierungsmechanismus, der
viele Vorteile bietet”, so Nuno Maulide, Universitätsprofessor an der
Universität Wien, „erstens, weil sie direkt exzellente und visionäre
Projekte im Bereich der Grundlagenforschung, von den Geistes- und
Sozialwissenschaften bis zu den Lebenswissenschaften und der Medizin,
auszeichnen. Zweitens, weil sie mit einer Fördersumme von zwischen
1,5 bis 3 Millionen Euro dem Grantee ein hohes Maß an Unabhängigkeit
ermöglichen, was besonders in einem frühen Stadium der Karriere
wichtig ist.”
Maulide hat einen sogenannten ERC Starting Grant für
Jungforscher/innen, welche ihr Doktorat nicht länger als sieben Jahre
vor der Antragstellung abgeschlossen haben, 2011 erhalten, als er
Nachwuchsgruppenleiter in einem Max-Planck-Institut war. „Drittens
vermitteln ERC Grants das europäische Ideal der uneingeschränkten
Mobilität von Personen innerhalb der Europäischen Union, da der Grant
immer dem/der Forschenden folgt“, sagt Maulide erfreut, da er 2013
aus dem deutschen Nordrhein-Westfalen nach Wien mit diesem Grant von
der Universität als Universitätsprofessor berufen wurde. In Wien hat
Maulide bereits einen zweiten ERC Grant (sogenannten Consolidator
Grant) 2016 im nahtlosen Übergang eingeworben. „Es gibt viele
Forschungsarbeiten und Entdeckungen unserer Forschungsgruppe, welche
ohne diese großzügigen Unterstützungen nicht möglich wären. Der ERC
ist sehr wahrscheinlich das Beste, was die EU für die reine,
‚high-risk/high-gain‘ Grundlagenforschung bisher getan hat“, so
Maulide abschließend.
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