Regierung kürzt bei Familienberatung – Psychosoziale Versorgung von Familien in Österreich stark gefährdet!

Der Budgetvoranschlag 2018 sieht eine Kürzung der Förderungen für Familien-beratungsstellen um eine Million Euro vor. Eine Kürzung um acht Prozent!

Der „Dachverband Familienberatung“ fordert nicht nur die Abwendung dieser Kürzung, sondern eine an den Bedarf angepasste Erhöhung für die psychosoziale Versorgung von Familien in Österreich! 

2017 wurden in den fast 400 Familienberatungsstellen in Österreich 230.000 Kinder, Jugendliche, Frauen, Männer, Paare und Familien in 475.000 Gesprächen beraten und betreut. Familienberatungsstellen sind vom Bund anerkannte und geförderte Beratungseinrichtungen zur Förderung der individuellen körperlichen, sozialen und psychischen Gesundheit. 

Die Auswirkungen der Budgetkürzung wären fatal: 18.000 Menschen, Paare, Familien wären davon betroffen! 26.000 Beratungsstunden müssten eingespart werden! Und das in einer Zeit, in der laut wissenschaftlichen Studien viele Familien starken Belastungen ausgesetzt sind und psychische Störungen erheblich ansteigen. Bereits jetzt gibt es in Österreich lange Wartezeiten für Hilfesuchende.

Die volkswirtschaftlichen Kosten mangelnder Unterstützung von Personen in Drucksituationen sind, durch zahlreiche psychische Folgeerkrankungen wie Depression, Angst- und Panikstörungen, Erschöpfungssyndrom, Suchtgefährdung, sowie der Zunahme von Aggression und Gewalt, enorm. 

In der Familienberatung finden Menschen kostenfreie und anonyme Unterstützung in vielfältigen Krisen wie zum Beispiel bei Erziehungsproblemen, Familien- und Paarkonflikten, Trennungen, Kindesmisshandlungen, (häuslicher) Gewalt, schulischen Problemen, Arbeitslosigkeit, psychischen Problemen, Behinderung, Migration, (Cyber-) Mobbing, Diskriminierungen, Sucht etc. Ziel ist neben der Hilfestellung in akuten Lebenskrisen eine umfassende Präventionsarbeit, v.a. hinsichtlich Gewalt und sexuellem Missbrauch. 

Um die psychosoziale Gesundheit in Österreich zu gewährleisten, werden pro Jahr 20 Millionen Euro an Förderungen benötigt. 2017 betrug das Budget für die fast 400 Familienberatungsstellen 13,1 Millionen Euro. „Eine Kürzung des Budgets um eine Million Euro ist familienpolitisch ein verheerendes Signal und den vielen notleidenden Familien und Menschen in unserem Wohlfahrtsstaat Österreich gegenüber unverantwortlich.“, so Mag. Johannes Wahala vom Dachverband Familienberatung. 

Österreich braucht weiterhin eine ausgewogene, gerechte und unterstützend wirkende Familienpolitik. Die fast 400 Familienberatungsstellen leisten einen unverzichtbaren Beitrag zur Familienförderung in Österreich.

Rückfragen & Kontakt:

Dachverband Familienberatung
Mag. Johannes Wahala
Mediensprecher
+431 585 69 66
j.wahala@courage-beratung.at
http://www.dachverband-familienberatung.at

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