Die Herausforderung des 18. Geburtstags

Wie die gesundheitliche Chancengerechtigkeit junger Erwachsener nach der Jugendhilfe verbessert werden kann

Das „Erwachsen-Werden“ ist heute eine besondere Herausforderung und der Übergang in die Selbständigkeit dauert nicht nur auf Grund verlängerter Ausbildungszeiten länger als früher
Klaus Ropin, der Leiter des Fonds Gesundes Österreich
Während sich Jugendliche gewöhnlich auf ihre Volljährigkeit freuen, haben manche aus den Wohngemeinschaften der Jugendhilfe Angst vor dem 18. Geburtstag. Ohne Rückhalt in einer Familie sind sie emotional und finanziell über Nacht allein
Hubert Löffler, der Geschäftsführer des Dachverbands Österreichischer Kinder- und Jugendhilfeeinrichtungen

Wien (OTS) - Der Fonds Gesundes Österreich (FGÖ), die bundesweite Förder- und Kompetenzstelle für Gesundheitsförderung und der Dachverband Österreichischer Kinder- und Jugendhilfeeinrichtungen (DÖJ) veranstalten in Kärnten, Tirol und Vorarlberg je eine Konferenz für Organisationen, die ihre Dienste jungen Erwachsenen anbieten. 

"Das „Erwachsen-Werden“ ist heute eine besondere Herausforderung und der Übergang in die Selbständigkeit dauert nicht nur auf Grund verlängerter Ausbildungszeiten länger als früher", betont Klaus Ropin, der Leiter des FGÖ. Nach dem neuesten „Bericht über die Lage der Jugend in Österreich“ verlassen junge Erwachsene durchschnittlich erst mit dem 25. Lebensjahr ihre Familie, „Twenty - five is the new Eighteen!“

Sind Kinder in ihrer Familie gefährdet, werden sie von der öffentlichen Kinder- und Jugendhilfe fremd untergebracht. Dort endet allerdings die Betreuung generell mit der Volljährigkeit, verlängert wird nur in Ausnahmefällen bis zum 21. Lebensjahr. Die schwierige Biographie vieler Jugendlicher gekoppelt mit dem abrupten Ende der Unterstützung führt zu einer besonders geringen Chance für Menschen aus der Jugendhilfe, den Übergang in die Selbständigkeit gut zu meistern.

"Während sich Jugendliche gewöhnlich auf ihre Volljährigkeit freuen, haben manche aus den Wohngemeinschaften der Jugendhilfe Angst vor dem 18. Geburtstag. Ohne Rückhalt in einer Familie sind sie emotional und finanziell über Nacht allein", so Hubert Löffler, der Geschäftsführer des  DÖJ.

Seit 2 Jahren unterstützt das Gesundheitsförderungsprojekt „Welcome to Life“ diese jungen Menschen, die als „Care Leaver“ bezeichnet werden. Durch individuelle Hilfen, über soziale Vernetzung, Treffen und in Workshops werden ihre gesundheitliche Situation und ihr Zugang zum Gesundheitssystem verbessert. Dieser erfolgreiche Ansatz im Sinne der gesundheitlichen Chancengerechtigkeit soll bei der Konferenz vorgestellt und diskutiert werden. Die Konferenzteilnehmer/innen werden sich austauschen und u.a. über Angebote für junge Erwachse im Arbeitsmarktservice, in Bezug auf Wohnungsangelegenheiten und Mindestsicherung diskutieren. Wie könnte die Unterstützung durch Frühe Hilfen, in der offenen Jugendarbeit, in den verschiedenen sozialen Diensten des Bundeslandes und in der öffentlichen und privaten Jugendhilfe selbst an diese benachteiligte Zielgruppe angepasst werden?

Durch die Konferenz soll die Sensibilität für die Altersgruppe der jungen Erwachsenen allgemein und insbesondere für die Care Leaver wachsen. Ideen für den weiteren Umgang mit ihnen sollen entwickelt werden. Damit kein Jugendlicher mehr Angst vor dem 18. Geburtstag haben müsse.

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