GPA-djp-Dürtscher: All-In Beschäftigung nur mit Deckungsprüfung!

80.000 Zugriffe auf den All-In Rechner bestätigen Handlungsbedarf – Transparenz kann auch im KV verankert werden

Wien (OTS) - „80.000 Zugriffe in zwei Jahren, Hunderte Beratungen, oft mit dem Ergebnis, dass ArbeitnehmerInnen Gehaltsnachzahlungen oder zusätzliche Zeitguthaben bekommen haben – der Plan, mit unserem All-In Rechner bei Betroffenen Bewusstsein dafür zu schaffen, dass ihr All-In Vertrag nicht Arbeit ohne Ende für einen Fixbetrag bedeutet, der ist aufgegangen. Es besteht immer noch großer Handlungsbedarf“, zieht Karl Dürtscher, stv. Bundesgeschäftsführer der GPA-djp (Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier) Bilanz für die ersten beiden Jahre, in denen das Onlinetool alle Vorurteile gegen All-In Verträge bestätigt: zu viele Beschäftigte werden damit beschäftigt, Mehrarbeit und Überstunden werden oft nicht bezahlt und es herrscht immer noch der Irrglaube, sie würden Kollektivverträge außer Kraft setzen.

Unter www.allinrechner.at können All-In-Beschäftigte in mittlerweile 16 Branchen mit wenigen Klicks herausfinden, ob ihre Bezahlung passt. „Die wesentlichsten Ergebnisse: Nach wie vor sind deutlich mehr Männer als Frauen mit All-In Verträgen beschäftigt. Mehr als 40 Prozent aller, die mit einem All-In-Vertrag arbeiten, tun das mehr als 45 Stunden pro Woche. 16,8 Prozent von ihnen arbeiten sogar mehr als 50 Wochenstunden“, berichtet Andrea Kaindl von der Interessengemeinschaft Professional in der GPA-djp. Das durchschnittliche Monats-Bruttoentgelt aller ausgewerteten Anfragen beträgt 3.868 Euro. Außerdem bestätigt die Auswertung des Rechners einmal mehr, dass die Verdienste von All-In Beschäftigten über dem Durchschnitt liegen, aber keineswegs nur auf gehobene Positionen beschränkt sind, so Kaindl: „Für 50 Prozent aller Einträge in den All-In Rechner liegt das Stundenentgelt unter 20 Euro.“ Es könne also keine Rede davon sein, dass in erster Linie Führungskräfte All-In Verträge haben.

Ob die Entlohnung richtig ist, das kann mit der sogenannten Deckungsprüfung festgestellt werden, die vom Arbeitgeber bei einer Überstundenpauschale oder einer All-In-Vereinbarung jährlich durchzuführen (in der Regel 12-monatiger Beobachtungszeitraum ab Geltung der Überstundenpauschale oder des All-In-Vertrages) ist. Das Ergebnis zeigt, ob wirklich alle erbrachten Leistungen abgedeckt sind, nicht abgedeckte Leistungen sind gesondert abzugelten. „Wir beobachten zwar, dass diese Prüfungen immer öfter durchgeführt werden, auch die WKO empfiehlt sie ihren Mitgliedern. Trotzdem haben noch nicht alle Arbeitgeber erkannt, dass die Transparenz, die diese Prüfung auch ihnen bringt, sie vor Strafen bewahrt. Es gibt nach wie vor schwarze Schafe unter den Arbeitgebern, die glauben, sich das sparen zu können“, so Dürtscher: „Wir raten Betroffenen deswegen, die Deckungsprüfung zu machen oder ihren Betriebsrat zu kontaktieren, der durchaus über geeignete Kontrollrechte verfügt. Unser Appell liegt auf der Hand: die Deckungsprüfung stellt eine absolute Win-Win-Situation dar, Arbeitgeber und Arbeitnehmer profitieren davon!“

Die GPA-djp kämpft auf allen Ebenen für faire Rahmenbedingungen bei All-In Verträgen, ein Meilenstein ist beim neuen Kollektivvertrag für den Handel gelungen. „Hier müssen das kollektivvertragliche Mindestgehalt und eine Überzahlung das Grundgehalt angeführt werden, die Entlohnung der Überstunden ist extra anzuführen – diese Transparenz wünschen wir uns für alle Branchen“, so Dürtscher. Darüberhinaus seien die Forderungen der GPA-djp aufrecht, so Dürtscher abschließend: „Wir bleiben dabei, dass es sinnvoll wäre, All-In Verträge wie ursprünglich geplant auf Führungskräfte ab einem gewissen Einkommen zu beschränken. Außerdem muss die Deckungsprüfung durchgeführt werden und ArbeitnehmerInnen müssen frei wählen können zwischen All-in-Vertrag und Entlohnung auf Einzelstundenbasis. Sie müssen jeder Zeit die Möglichkeit haben, aus einem bestehenden All-in-Vertrag aussteigen zu können. Zwölf Stunden Arbeit täglich für alle, worüber aktuell wieder einmal spekuliert wird, lehnen wir ab – auch für All-In Beschäftigte!“

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