EU-Bericht über Anreize für pharmazeutische Innovationen

Innovation muss im Zentrum der Kommissionsstrategie stehen, sagen Europäische NGOs

Wien (OTS) - Während die Europäische Kommission die Veröffentlichung ihres langerwarteten und kontroversen Berichts zu Anreizen für pharmazeutische Innovationen vorbereitet, mahnen 10 Think Tanks und NGOs aus 7 europäischen Ländern heute in der Studie „Civil Society Statement on the EU`s Intellectual Property Incentieves Review“ an, dass Politiker Innovationen in den Mittelpunkt stellen sollten.

„Innovation ist von höchster Bedeutung für Europas zukünftiges Wirtschaftswachstum. Trotzdem geben EU-Mitgliedsstaaten zu wenig für Forschung und Entwicklung aus und werden von anderen Nationen wie den USA, Japan, Südkorea und Australien übertroffen“, sagt Philip Stevens vom Geneva Network, ein Mitverfasser des Berichts, der von zehn europäischen Denkfabriken unterschrieben wurde.

„Die Europäischen Gesellschaften altern und wir brauchen dringend neue technologische Lösungen, um die negativen wirtschaftlichen und budgetären Effekte zu mindern. Es gibt einen wachsenden Bedarf für neue medizinische Methoden, um Krankheiten zu heilen, welche besonders ältere Menschen betreffen, wie zum Beispiel neurologische Krankheiten und Krebs“, sagt er.

„Intellektuelle Eigentumsrechte sind eine Schlüsselkomponente in der europäischen Innovation, aber die Kommission scheint bereit, deren weitere Erosion zugunsten der Generikaproduktion zu empfehlen. Dies würde Europas Pharmaforschung und - industrie gegenüber ihrer Hauptkonkurrenten ins Hintertreffen setzen, von denen viele bereits intellektuelle Eigentumsrechte stärken, um Innovation zu fördern,“ sagt Barbara Kolm, eine weitere Mitautorin der Think Tank Studie und die Direktorin des Austrian Economics Centers.

Intellektuelle Eigentumsrechte zu schwächen würde auch die Forschung und Entwicklung im Bereich der Alterskrankheiten treffen, da diese wissenschaftlich herausfordernd, teuer und enorm zeitaufwendig sind.

„Europa benötigt dringend mehr Innovation, aber die Kommission scheint bereit dazu zu sein, um kurzfristig Gesundheitskosten zu verringern und die Produktion von wirkstoffgleichen Arzneimitteln auf dem Kontinent zu fördern, die Innovationskapazität der EU zu untergraben,“ sagte Stevens. „Bedenkt man die enormen Herausforderungen, die auf Europa zukommen, wäre das ein großer Fehler.“

Das zivilgesellschaftliche Statement zum EU-Bericht über innovative Anreize (unterschrieben von 10 Organisationen aus 7 Ländern)kann hier heruntergeladen werden:
https://www.ots.at/redirect/innovation1

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